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Geltinger Katharinenkirche : Neue Glocken sollen im Juli läuten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Finanzierung für drei Bronzeglocken ist gesichert und der Guss bereits in Auftrag gegeben.

„Bringen Sie Gelting wieder zum Klingen“ – unter diesem Motto steht das Glockenprojekt der Kirchengemeinde und dessen Realisierung ist nun in greifbare Nähe gerückt. Der Kirchengemeinderat hat den Auftrag für den Guss von drei neuen Bronzeglocken an die Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Hessen vergeben. Wenn alles so läuft, wie es sich die Mitglieder dieses Gremiums, allen voran Pastorin Janine Linde, erhoffen, dann wird das neue Vier-Glocken-Geläut erstmals beim Bürgerpark-Gottesdienst während der Geltinger Tage, die vom 22. bis 24. Juli stattfinden, erklingen.

Dank Spenden, Zuschüssen und dem Erlös aus einer Fülle von Aktionen ist die Finanzierung – für den Glocken-Guss sind 76.000 Euro veranschlagt – gesichert. Das erfüllt auch Geltings Glockenbeauftragten Gerd Fürstenberg mit Freude und Dankbarkeit.

Zur Erinnerung: Im April 2013 verstummten die Glocken im hölzernen Turm von 1729. Der Grund: die beiden Eisenhartgussglocken von 1921 mussten aus Sicherheitsgründen stillgelegt werden, denn sie waren altersschwach. Sie waren der Ersatz für zwei Bronzeglocken, die während des Ersten Weltkrieges für Rüstungszwecke abgegeben werden mussten. Geblieben war letztlich nur eine Bronzeglocke von 1967, die zu besonderen Anlässen geläutet wurde.


Auch denkmalgeschützter Turm muss saniert werden


Das Verstummen des gewohnten Glocken-Geläuts, das war allen Zuständigen klar, durfte nicht zu einem Dauerzustand werden. Also wurde Geld für neue Glocken eingeworben. Ob Glocken-Kerzen und -Becher, Segenssöckchen oder der Verkauf von Gelting-Filmen – alles trug dazu bei, die benötigte Summe zusammen zu bringen. In dem Betrag von 76  000 Euro sind auch die Kosten für Montage, Glockenjoche und -klöppel sowie Läutemaschinen und Frachtkosten enthalten. Die Möglichkeit, die Namen von Spendern in die Glockenzier einzugießen, besteht noch bis zum 15. Februar. Ab einem Spendenbetrag von 150 Euro kann ein Namenseintrag auf der Schöpfungs- und Ewigkeitsglocke erfolgen – nähere Auskünfte erteilt Gerd Fürstenberg.

Bei allen Bemühungen wurde Fürstenberg von dem Glockensachverständigen des Landeskonservators und der Evangelischen Kirche von Westfalen, Claus Peter aus Hamm, unterstützt. Peter kam in die Gemeinde, machte sich ein Bild vom Zustand und plädierte für ein Vier-Glocken-Geläut.

Auch der denkmalgeschützte Holzglockenturm von 1729 muss instand gesetzt werden. Im Prinzip sei dieser zwar gut in Schuss, so Fürstenberg und Peter, doch zwei der äußeren Stützen an der Südwestseite stehen nicht mehr auf den Fundamentsteinen, morsche Streben der Turmkonstruktion müssen ersetzt, der Fußboden im Turminneren und die äußere Holzverkleidung müssen erneuert werden. Eine Sanierung tue not, um den Turm für die nächsten 100 Jahre „fit zu machen“, wie Fürstenberg es formuliert. Die Kosten werden auf 48.000 Euro taxiert – sofern beim Abnehmen der Verkleidung keine verdeckten Schäden zu Tage treten. Für die Finanzierung steuert der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg aus seinem Bau- und Unterhaltungsfonds 38.500 Euro bei. Den Rest trägt die Kirchengemeinde Gelting, wobei ein Antrag auf Förderung beim Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein gestellt worden ist.

Der Sanierungsbeginn ist für Anfang April geplant, wobei diese Arbeiten und die Montage der neuen Glocken aufeinander abzustimmen sind. Was mit den alten Glocken geschieht, ist bisher unklar, zumal auch Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen sind.

Für Claus Peter geht es aber nicht nur um die neuen Glocken und die Sanierung des Holzturmes. Er hat sich die Katharinen-Kirche sehr genau angeschaut und und dabei auch die Turmuhr – 1884 von einem Geltinger Uhrmacher geschaffen – unter die Lupe genommen. Ursprünglich hatte die Uhr eine Laufzeit von einer Woche, die sich im Laufe der Jahre auf zweieinhalb Tage reduziert hat. Da sei ein Ersatz durch einen automatischen elektrischen Aufzug erforderlich, so Peter. Doch dies ist Zukunftsmusik. Jetzt richtet sich das Geltinger Augenmerk erst einmal auf die neuen Glocken und die Sanierung des Holzturmes.

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