Kappeln : Neue Gesichter zur Kommunalwahl

Papierflut: Zwar erhält jeder Bürger nur einen Stimmzettel, die ehrenamtlichen Wahlhelfer müssen jedoch am Wahlsonntag ab 18 Uhr eine ganze Masse davon auszählen. Foto: rn
Papierflut: Zwar erhält jeder Bürger nur einen Stimmzettel, die ehrenamtlichen Wahlhelfer müssen jedoch am Wahlsonntag ab 18 Uhr eine ganze Masse davon auszählen. Foto: rn

Abschied vieler langjährigiger Stadtvertreter steht bevor / Wähler in der Stadt haben zwei, im Amt aber fünf Stimmen / Ehrenamtliche Helfer gesucht

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20. April 2013, 08:27 Uhr

Kappeln | In fünf Wochen ist Kommunalwahl. Zu den für Kappeln spürbaren Folgen wird eine vermutlich gründlich anders zusammengesetzte Stadtvertretung gehören. Etliche langjährige Kommunalpolitiker stehen entweder gar nicht mehr zur Wahl oder belegen einen Listenplatz, auf dem es eher unwahrscheinlich anmutet, am Ende Teil der Stadtvertretung zu sein. Dazu gehören auf Seiten der CDU unter anderem Bürgervorsteher Jürgen Seemann, CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Trauzettel, der bisherige Bauausschussvorsitzende Josef Janowski oder Karen-Isela Nippert-Helmchen. Auf Seiten der SPD werden der nächsten Stadtvertretung so erfahrene Kräfte wie der langjährige Parteivorsitzende Ernst-Detlef Schlösser und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dittmer Heil nicht angehören. Und der SSW wird auf seinen bisherigen Fraktionsvorsitzenden Dr. Werner Pauls verzichten müssen. Auch bei der LWG wird mit dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Claus Claussen ein alt bekanntes Gesicht aller Voraussicht nach fehlen, er ließ sich auf Platz elf der Liste setzen. Nur bei den Grünen sind keine "Abgänge" zu verzeichnen.

"Viele alt ehrwürdige kommunalpolitische Urgesteine treten nicht mehr an oder wollen in den Kreistag", sagt denn auch der Büroleitende Beamte Jörg Exner. In den vergangenen Wochen war Exner damit beschäftigt, die Wahlvorschläge der Parteien und Wählergemeinschaften zu prüfen. Die anstehenden personellen Wechsel nennt er lebendig, sagt aber auch, dass mit dem Abgang der kommunalpolitischen Urgesteine viel Erfahrung und Wissen verschwindet. Doch so viel neues Personal nun seinen Einstand gibt, so wenig gilt dies für die Parteien selbst. Schon jetzt steht fest, dass nach der Wahl keine neue Partei in die Stadtvertretung einzieht. Denn mit CDU, SPD, LWG, Grünen und SSW treten in Kappeln genau die Parteien zur Wahl an, die bereits in der Stadtvertretung sitzen. 19 Mandate stehen zur Verfügung, von denen zehn auf die Direktkandidaten entfallen, neun sind für die Listenkandidaten reserviert. Die Stadtvertretung kann aber größer ausfallen, wie etwa im vorigen Jahr, als die CDU zwar alle zehn Direktmandate holte, aber nur auf knapp 40 Prozent der Stimmen kam. Um diese Überhangmandate auszugleichen, wurden die Sitze der übrigen Fraktionen entsprechend erhöht.

"Laut Gemeinde- und Kreiswahlgesetz hat jeder Wähler so viele Stimmen, wie es Direktkandidaten in dem Wahlkreis zu wählen gibt", sagt Helga Lorenzen vom Amt für Ordnung und Soziales. In Kappeln, wo pro Wahlkreis zwei Direktkandidaten zu ermitteln sind, hat daher jeder Wähler zwei Stimmen. In den Gemeinden des Amtes Kappeln-Land verhält es sich etwas anders. Hier legt das Gemeinde- und Kreiswahlgesetz zum einen fest, dass sich in Gemeinden von 200 bis 750 Einwohnern die Zahl der Gemeindevertreter auf neun beläuft, von denen fünf direkt zu wählen sind. Und zum anderen wird dort vorgeschrieben, dass Gemeinden mit einer Größe zwischen 70 bis 2500 Einwohnern jeweils einen einzigen Wahlkreis bilden. Dementsprechend haben die Bewohner des Amtes Kappeln-Land in ihren Gemeinden je fünf Stimmen. Dabei wird es zumindest in Arnis eine Veränderung geben, denn die jetzt noch in der Stadtvertretung sitzende Arnisser Wählergemeinschaft (AWG) tritt nicht mehr an. Um die Mandate in der Stadtvertretung bewerben sich mit SSW und Bürger für Arnis (BfA) demnach nur noch eine Partei und eine Wählergemeinschaft. Zwei Parteien treten in Grödersby mit der CDU und der Kommunalen Wählergemeinschaft Grödersby (KWGG) sowie in Rabenkirchen-Faulück mit CDU und SPD an. In Oersberg geht dagegen die Freie Wählergemeinschaft Oersberg (FWG) allein ins Rennen. Ohnehin, sagt Exner, sei es gerade im ländlichen Raum auffallend schwer gewesen, ausreichend Kandidaten zusammen zu bekommen.

Auch wenn keiner eine Prognose abgeben will, eines ist schon jetzt sicher: Es wird spannend. Auch deshalb wünschen sich viele, dass die Wahlbeteiligung höher ausfällt als vor fünf Jahren. Damals hatte sie nur bei 46,2 Prozent gelegen. Wer das Eintrudeln der Wahlergebnisse live verfolgen will, der kann den großen Sitzungssaal des Rathauses aufsuchen. Dort wird das Zahlenmaterial an die Wand geworfen. Doch mahnt Exner zu etwas Geduld: "Vor 19 Uhr rechne ich mit keinem verlässlichen Ergebnis." Wer allerdings von Anfang an dabei sein möchte, kann sich als ehrenamtlicher Wahlhelfer engagieren (Kontakt: 0 46 42 /1 83 80).

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