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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 08:46 Uhr

Kappeln : Neue Fußspuren in Ellenberg

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Pastor Jörg Jackisch tritt die Nachfolge Gotthard Köppens in der Auferstehungskirche an.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 17:32 Uhr

Nach fast 40 Jahren Amtszeit wurde Pastor Gotthard Köppen am 27. Dezember in der vollbesetzten Auferstehungskirche in den Ruhestand verabschiedet. Am 7. Februar wird das neue Gesicht der Ellenberger Kirchgemeinde im Gottesdienst offiziell begrüßt: Pastor Jörg Jackisch.

Jörg Jackisch ist Hamburger Jung, hat aber den größten Teil seiner Kindheit in Lübeck-Schlutup verbracht. Dort war sein Vater Gemeindepastor. Dieser empfahl seinem Sohn nach dem Schulabschluss, sich der Theologie zu widmen. Jackisch: „Er sagte, ich solle es mal ein Semester lang versuchen. Und es hat mir gefallen.“ Nach dem Studium in Kiel, Münster und Bochum absolvierte Jörg Jackisch sein Vikariat in Bergenhusen, es schlossen sich vier Jahre als ehrenamtlicher Pastor in der Stiftung Diakoniewerk Kropp an. „Das war ein Schmiss ins kalte Wasser“, sagt der heute 44-Jährige über seine Tätigkeit in der geronto-psychiatrischen Einrichtung. „Nichtsdestotrotz war es eine sehr erfüllende Arbeit.“ Denn für den Vater von zwei Kindern spielt die Seelsorge eine entscheidende Rolle im Rahmen seiner Arbeit. „Ich kümmere mich gern um andere“, sagt Jackisch, „und gucke immer gern dahin, wo der Schuh drückt. Ich denke, da haben wir als Kirche ein gutes Wort zu sagen.“

Seit 2009 ist der Theologe Pastor zur Anstellung in Norderbrarup. Im vergangenen Jahr bewarb sich Jörg Jackisch dann für die Ellenberger Pastoratsstelle. Seine Ehefrau ist seit sechs Jahren als Lehrerin an der Gorch-Fock-Schule in Kappeln tätig. „Darum“, sagt der Pastor, „ist mir Ellenberg auch nicht ganz unbekannt. Außerdem reizt mich der kleinstädtische Kontext, Kappeln ist ja etwas größer als Norderbrarup und hat viel zu bieten.“

Die Entscheidung des Kirchgemeinderats zugunsten Jörg Jackischs fiel im Oktober. Angelns Propst Helgo Jacobs fasst zusammen: „Sie waren klar für ihn.“ Jacobs begrüßt die Wahl des Kirchgemeinderats ausdrücklich. „Herr Jackisch tritt in seinen Gottesdiensten in den Dialog mit Lebensthemen. Und Ellenberg ist ein Stadtteil mit vielen Lebensfragen“, sagt der Propst. Außerdem spreche der Norderbraruper Pastor die Menschen an und trete mutig für seine Überzeugungen ein, ohne Gegenwind auszulösen, lobte Jacobs weiter. Es sei daher ein großes Glück gewesen, dass Jörg Jackisch sich beworben habe, denn: „Genau so jemanden hätte ich gesucht.“

Die Nachfolge von Gotthard Köppen anzutreten, Jörg Jackisch, beunruhige ihn nicht. „Ich werde mir die Fußspuren ansehen, die er hinterlassen hat, eigene entwickeln und sie daneben setzen“, sagt der künftige Ellenberger Pastor ruhig. Sein Vorgänger habe seine Arbeit sehr gut gemacht, sei stets nah an den Menschen gewesen. Trotzdem glaubt sein Nachfolger nicht, dass man von ihm erwartet, Gotthard Köppen zu kopieren. Der Umgang und der Dialog mit den Menschen sei auch ihm wichtig, betont der 44-Jährige: „Ich glaube, dass da ein großer Bedarf herrscht. Die Menschen heutzutage spüren eine Sehnsucht nach Halt, Antworten oder auch danach, Fragen stellen zu dürfen.“

Insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit will Jörg Jackisch darum voranbringen. Schon in Norderbrarup waren ihm Pfadfinderaktivitäten ein Anliegen. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen hat der Pastor in Ausflügen in die Natur unter anderem über das Evangelium gesprochen und christliche Lieder gesungen. „Und ich habe immer wieder erlebt“, erinnert er sich, „dass auch nicht-christlich sozialisierte Kinder Spaß an der Bibelgeschichte haben“. Pfadfinderarbeit kann sich Jackisch auch gut in Ellenberg vorstellen: „Es ist eine schöne Sache. Man kann Kinder für die Natur begeistern und ihnen zeigen, wie unkompliziert der christliche Glauben ist.“

Am 1. Februar beginnt Jörg Jackischs Amtszeit im neuen Pastorat. Am 7. Februar wird er offiziell im Gottesdienst ab 14 Uhr in der Auferstehungskirche empfangen. Besonders nervös sei er nicht, stellt Jackisch fest. Manchmal spüre er einen leichten Anflug gespannter Vorfreude auf seinen neuen Arbeitsplatz. „Ich habe keine Angst“, sagt der künftige Ellenberger Pastor. „Bisher haben mich die Menschen hier sehr offen und herzlich empfangen.“

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