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Kappeln : Neue Ausnahme für Handwerker-Autos

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Arbeitseinsatz dürfen Fahrzeuge auf gebührenpflichtigen Plätzen geparkt werden – ohne Ticket.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 07:30 Uhr

Handwerker dürfen ihre Fahrzeuge auch schon mal dort abstellen, wo es normalen Autofahrern nicht gestattet ist. Zum Beispiel in Halteverbotszonen oder in der Fußgängerzone. Allerdings benötigen sie dazu eine Ausnahmegenehmigung, die jährlich aufs Neue bei der Stadt zu beantragen und zu bezahlen ist und die auch nur dann zum Tragen kommen darf, wenn dies zum Ausführen der handwerklichen Arbeit erforderlich ist. Nicht gültig sind diese Ausnahmegenehmigungen auf den gebührenpflichtigen Parkplätzen der Stadt – bis jetzt.

Dem Ausschuss für Umwelt und Verkehr berichtete Manfred Wehking von der Verwaltung davon, dass Handwerker ihre Fahrzeuge vermehrt auf gebührenpflichtigen Stellplätzen parken, ohne ein Ticket zu ziehen. Ist das Auto bei der Verkehrsüberwachung angemeldet, erteilt die Verwaltung in diesem Fall eine kurzfristige mündliche Genehmigung. „In letzter Zeit häuften sich jedoch die Knöllchen für die Handwerker“, sagte Wehking, weil das Fahrzeug eben nicht angemeldet gewesen sei. Gleichwohl wusste der Verkehrsfachmann um die Bedeutung der Angelegenheit. „Die Handwerker sind darauf angewiesen, auch dort zu parken, um ihrer Arbeit nachgehen zu können“, sagte Wehking.

Bestätigung kam von Ingo Prahl. Der Malermeister war Gast des Ausschusses und sprach davon, nahezu täglich in Kappeln unterwegs zu sein. Prahls Bitte: „Man sollte die Sache mit den Genehmigungen vereinfachen.“ Dabei spielte er auch auf die regelmäßig erforderliche Erneuerung der Genehmigungen an, musste jedoch von Manfred Wehking hören, dass die Ausnahmen laut gesetzlicher Vorgabe für maximal ein Jahr erteilt werden können.

Was die Ausweitung der Ausnahmeregelung auf gebührenpflichtige Stellplätze betraf, fand Prahl einen Fürsprecher in Peter Boltz (CDU). „Es würde der Stadt besser tun, wenn die Handwerker ihre Autos etwas außerhalb parken, statt den ganzen Tag in der Ladenstraße zu stehen“, sagte Boltz und nannte die Option „angenehm“. Einstimmig votierte der Ausschuss schließlich dafür, Handwerker-Fahrzeuge bei einem Arbeitseinsatz auch auf Stellflächen, für die eigentlich ein Ticket erforderlich ist, parken zu lassen. Die dafür nötigen Ausweiskarten werden gleichzeitig 10 Euro teurer als bisher, kosten also jährlich 40 Euro für das erste und 30 Euro für jedes weitere Fahrzeug einer Firma.

Die Diskussion um die Ausweitung der kostenpflichtigen Ausnahme für Handwerker kommt zu einem Zeitpunkt, da Dirk Langenstein, Wehrführer der Ortswehr Olpenitz, Ähnliches für seine Mitglieder angeregt hatte: Langenstein hatte, aus Sorge um den Mitgliederschwund, vorgeschlagen, den Eintritt in die Wehr beispielsweise durch „kostenloses Parken“ attraktiver zu machen.

Weiteres in Kürze:

> Einstimmig empfahl der Ausschuss die Widmung der Straßen Waldblick und Ludwig-Hinrichsen-Straße für den öffentlichen Verkehr. Nach Auskunft Manfred Wehkings sind diese Straßen zwar vermutlich gewidmet, jedoch existieren darüber keine Unterlagen – weder bei der Stadt noch beim Kreis.

> Einen Verkehrsspiegel an der Einmündung Uferweg/Eckernförder Straße lehnte der Ausschuss einstimmig ab. Zur Begründung sagte der Vorsitzende Michael-Sven Schattka (Grüne): „Die Einsicht ist schwierig, aber durch vorsichtiges Herantasten machbar.“

> Abgelehnt wurden ebenfalls Anträge zweier am Hafen befindlicher Geschäfte auf Verlängerung der Parkzeit am Hafen bis Ende März. Damit bleibt das Parken auf den dort markierten Flächen weiterhin nur bis zum 1. März erlaubt. Dazu Manfred Wehking: „Der Termin hat sich bewährt, weil die Gastronomie-Betriebe ab 1. März ihre Terrassen wieder aufbauen und weil ab diesem Zeitpunkt die Heringsangler kommen.“

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