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Neuer Raddampfer für Kappeln : Neubau wird ein Veranstaltungsschiff

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Unternehmen Reisedienst Gerda Müller GmbH und Co. KG will die bisherige „Schlei Princess“ durch einen Neubau ersetzen. Das barrierefreie Schiff wird mehr Sitzplätze haben. Am 1. Mai 2014 nimmt der Raddampfer seinen Dienst auf.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Mit ihrem Schaufelradantrieb ist die „Schlei Princess“ am Hafen ein heimliches Wahrzeichen der Stadt. Beim Anblick dieses, einem Mississippidampfer nachempfundenen Schiffes fühlt sich der auswärtige Besucher viel mehr in New Orleans als in good old Kappeln. Doch die Zeiten für dieses Passagierschiff an der Schlei gehen nun bald zu Ende. Denn das Unternehmen Reisedienst Gerda Müller GmbH und Co. KG, zu dem die „Schlei Princess“ gehört, lässt derzeit in Derben bei Magdeburg für die neue Saison eine Nachfolgerin bauen und will das 20 Jahre alte Unikat dann verkaufen.

„Die neue ‚Schlei Princess‘ wird größer und schöner als die alte“, verspricht Jürgen Ehrich vom Reisedienst Gerda Müller. In Zahlen heißt das: Die künftige „Schlei Princess“ ist mit 43,75 Meter fast neun Meter länger als die derzeitige. Mit 8,20 Meter fällt die neue „Schlei Princess“ auch in der Breite um zwei Meter größer aus als die aktuelle. Somit kann das neue Flaggschiff des Unternehmens rund 400 Gäste mitnehmen. Derzeit sind es gerademal 250 Passagiere, die an Bord dürfen.

Entscheidend für den Familienbetrieb ist dabei, dass das neue Schiff statt zwei Salons mit jeweils 90 Sitzplätzen künftig einen großen mit 200 Sitzplätzen hat. Und in der Mitte des Salons gibt es künftig auch keine Säulen mehr. Die beeinträchtigten bislang das Raumgefühl an Bord, in dem sie im Salon wie Raumteiler wirkten. Geschäftsführerin Gerda Müller sagt denn auch: „Die neue Variante ist als Veranstaltungsschiff geeignet für Theater, Lesungen und vor allem auch für Betriebsfeiern.“

Müller will mit dem Bau des neuen Schiffes die Weichen für die Zukunft stellen. „Wir wollen mit der Investition in dieses neue Schiff auf den neuesten Stand kommen. Zudem wird mein Sohn Finn das Unternehmen zur Jahreswende übernehmen“, sagt die Geschäftsführerin. Zum Preis für den Neubau will sich Gerda Müller nicht äußern, nur so viel: „Es ist eine enorme Investition, das macht ein Betrieb wie der unsrige nicht alle zehn Jahre.“

Finn Müller, der als Kapitän auf der „Schlei Princess“ fährt, kann seine Freude auf den Neubau kaum verbergen. „Ich kann es kaum erwarten, bis das Schiff fertig ist“, sagt der 28-Jährige. Mitte April 2014 soll die Übergabe sein, und am 1. Mai wird das Schiff dann offiziell in Dienst gestellt. Wie Finn Müller erläutert, wird das neue Schiff durch eine moderne emissionsarme Motorengeneration rund 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Dabei kann der Neubau mit 9,5 Knoten rund drei Knoten schneller fahren als die derzeitige „Schlei Princess“. Und Jürgen Ehrich erklärt: „Auf der Schlei können wir dieses Potenzial wegen der Geschwindigkeitsbegrenzung in der Regel nicht ausnutzen. Aber bei starkem Gegenstrom haben wir jetzt keine Problem mehr, die Fahrzeiten einzuhalten.“ Und auch der um 70 Zentimeter geringere Tiefgang bringt bei niedrigerem Wasserstand Vorteile beim Anlegen, so dass das Schiff insgesamt besser zu manövrieren ist.

Großzügiger und moderner soll sich das neue Schiff auch dem Passagier präsentieren. „Wir werden Panoramascheiben bis zum Boden haben, da können unsere Gäste die Schlei in Ruhe genießen“, sagt Ehrich. Zudem wird der Neuzugang des Reisedienstes Müller oben rund 200 Freiluftplätze anbieten. Und die Rollstuhlfahrer haben am Bug ebenfalls die Möglichkeit, ein Freideck zu nutzen. Überhaupt soll die neue „Schlei Princess“ barrierefrei sein.

Nur auf den Anblick des klassischen mehrstöckigen „Mississippidampfers“ müssen die Schaufelrad-Nostalgiker künftig verzichten. Doch auch diesen fällt die Umstellung womöglich nicht schwer, denn es bleibt bei der gleichen Antriebsart, wie Finn Müller verrät. „Der Raddampfer hat sich bewährt, daher haben wir wieder diesen Typ gewählt. Viele Menschen fahren gerne mit einem Raddampfer. Das hat doch etwas Besonderes.“

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