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Strandfest in Hasselberg : Neptun kam zu Fuß über den Strand

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

31 Täuflinge hatten am Hasselberger Strand vor Neptun Platz genommen – ein neuer Rekord. Dennoch litt das Fest etwas unter dem starken Wind.

Es war ein Strandfest mit Hindernissen. Eine steife Brise aus Nordost mit sieben Windstärken peitschte am späten Sonnabendnachmittag die Ostsee auf, die Wachhabenden der veranstaltenden der DLRG Gelting-Golsmaas-Hasselberg (GGH) setzten die rote Flagge – Badeverbot. Der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ und das Rettungsboot „Wuppertal“ aus Maasholm sowie „Jens Füerschipp“ aus Gelting-Mole, die eigentlich ihr Können vorführen wollten, drehten ab – sie hatten echte Rettungseinsätze zu absolvieren (siehe Seite 7). Selbst Neptun und seine Nixen konnten nicht wie sonst üblich von einem Rettungsboot in Ufernähe in die Ostsee steigen. Für die Taufe kamen sie zu Fuß über den Strand.

Danach aber lief alles nach Plan. Sage und schreibe 31 Kinder hatten sich zur Taufe angemeldet – ein Rekord. Dieser große Andrang brachte Neptun alias Roman Weber, bei der GGH für die Ausbildung zuständiger technischer Leiter, und seine Gehilfinnen jedoch nicht aus der Ruhe. Neptun ließ die Täuflinge am Strand niederknien, sagte, dass er der Herrscher aller Meere, Flüsse, Seen, Tümpel und Moraste sei und sie nach Einnahme eines glibberigen Taufessens taufen werde. Er gab ihnen Namen wie „lustige Strandkrabbe“, „gefräßiger Ostseehai“ und „aufmüpfiger Regenbogenfisch“.

Was die Neptuns-Taufe betrifft, weiß DLRG-Vorsitzender Hans-Jürgen Horn, Fregattenkapitän und damit Mariner, bestens Bescheid. Schließlich hat er sich dieser 1974, als er mit dem Schulschiff „Deutschland“ elf Grad westliche Länge im Atlantik den Äquator überquerte, unterziehen müssen. Diese Prozedur wurde als innere und äußere Reinigung für alle, die auf dem Weg nach Süden waren, fällig: „Der Schmutz und Dreck der nördlichen Hemisphäre muss runter.“

Abgesehen von dem notgedrungenen Verzicht auf die Vorführungen der DGzRS und dem Abbau von im Wind flatternden Zelten verlief das Strandfest in gewohnter Form – diesmal verbunden mit einem Nivea-Strandfest mit Animation für Kinder, um sie in spielerischer Form „wasserfest“ zu machen. Dazu Horn: „Diese Feste sind eine gute Möglichkeit, zu zeigen, was wir können.“ Dazu gehört die freiwillig übernommene Auftrag, für die Sicherheit der Badegäste am Strand von Hasselberg bis Kronsgaard zu sorgen und zwar von Anfang Juli bis in den September hinein. Verschiedene Übungen der Rettungsschwimmer zu einer Zeit, als der Wind noch nicht so stark war, zeigten, dass sie ihr Handwerk verstehen – mit Gurten, im Einsatzboot und mit Haspeln.

Von den rund 150 Mitgliedern der GGH sind 25 Rettungsschwimmer und Wachhelfer. „Das reicht für den Wachdienst nicht aus“, sagte Horn und fügte hinzu, dass sich die örtliche DLRG Verstärkung aus anderen Landesverbänden – etwa Nordrhein-Westfalen und Thüringen –, aber auch Schafflund hole. So sind zehn Tage lang – noch bis morgen – zwölf DLRG-ler aus Schalksmühle-Westfalen zur Stelle. Sie haben nicht nur die Wasserrettungsstation Hasselberg, sondern auch die Wachtürme Schellrott, beim „Godewind“, Pottloch und Golsmaas sowie das Motorrettungsboot „Torbine“ besetzt. Wachleiter ist zum 19. Mal Carsten Hafermas aus Lüdenscheid, und der kennt sich mit den örtlichen Gegebenheiten bestens aus.

Froh war Vorsitzender Horn, dass „wir von dramatischen Badeunfällen verschont geblieben sind“. Dabei galt sein ganz besonderes Lob den Strandbesuchern, die sich informieren und die Signale der DLRG beachten: rote Flagge für Badeverbot, gelbe Flagge für „Baden gefährlich“, gelbe Flagge in Verbindung mit einem orangefarbenen Windsack für „Baden gefährlich, stark ablandiger Wind“ – im Fall von Hasselberg Westwind. Damit verbunden ist auch das Verbot des Badens mit aufblasbaren Freizeitgeräten. Alle diese Informationen sind auf den Hinweistafeln für „Life guarded beach“ enthalten. Als solcher ist der Strand von Hasselberg und Kronsgaard seit vergangenem Jahr zertifiziert.

Besondere Vorkommnisse gab es nach den Worten von Hans-Jürgen Horn bisher nicht. Vereinzelt jedoch kamen Badende mit Verbrennungen durch Nesselquallen. Dagegen hilft Rasierschaum, der in der Wachstation reichlich vorrätig ist.

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