Nabu Kappeln-Nordschwansen : Naturschutz wieder unter Dach und Fach

Freuen sich über die neue Nabu-Hütte am Schwansener See: Angela Gries und Karl-Christoph Jensen.
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Freuen sich über die neue Nabu-Hütte am Schwansener See: Angela Gries und Karl-Christoph Jensen.

Schutzgebietsreferentin Angelika Gries hat wieder eine Nabu-Hütte am Schwansener See. In Kürze wird mit der Innenausstattung begonnen.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
25. Juli 2014, 13:30 Uhr

Die Schutzhütte am Schwansener See ist fertig. Die fehlende Aussichtsplattform soll im kommenden Jahr errichtet werden – das zumindest ist die berechtigte Hoffnung von Karl-Christoph Jensen, Ortsvereinsvorsitzender des Nabu Kappeln-Nordschwansen, Betreiber der Hütte. Schutzgebietsreferentin Angelika Gries kann das Gebäude am gleichen Standplatz wie die ehemalige Hütte bereits als Basis nutzen. Ein Tisch und vier Hocker, eine Heizung und ein Miniherd, beides mit Flaschengas betrieben, sind bereits vorhanden. Was fehlt, sind unter anderem Regale, aber auch Haushaltssachen wie Geschirr und Besteck, vor allem aber das pädagogische Material und Schautafeln.

„Wir sind mit dem Gebäude sehr zufrieden“, sagt Jensen. Bauherr und Eigentümer der neuen Schutzhütte ist der Nabu-Landesverband. Die Einrichtung und Ausrüstung habe sich etwas verzögert, so Jensen, dessen Ortsverein auf Spenden angewiesen ist. Nun hätte der Verein aber einen gewissen Betrag zusammen. Parallel dazu will man sich um Infotafeln und Fotos kümmern, mit denen Besuchern der Hütte die Tiere, vor allem Vögel sowie die besondere Pflanzenwelt am Strand und am See vorgestellt werden. Dort sollen auch die Entstehung des Strandsees und die Gründe für die Einrichtung des Naturschutzgebietes Schwanser See 1987 erklärt werden.

Was bisher noch nicht zu realisieren war, ist eine regelmäßige Besetzung der Hütte und feste Öffnungszeiten. Zwar ist Jensen in der Saison fast täglich einige Stunden an der Hütte, aber eine verlässliche Regelung fehlt noch. „Es mangelt uns an aktiven Mitgliedern“, sagt Jensen. Und auch Angelika Gries habe die Aufgabe der Schutzgebietsreferentin im Januar 2013 ehrenamtlich übernommen. Sie ist berufstätig und kann nicht täglich vor Ort sein, sieht aber am Wochenende oft vorbei. Festgestellt haben Jensen und Gries bereits jetzt, dass die Besucher sehr interessiert seien und gerne in die Hütte kämen. Gries sagt: „Man kommt schnell ins Gespräch.“ Als Biologin kann sie umfangreich über den besonderen Lebensraum berichten. Viele Besucher vermissten allerdings einen Zugang zum See, zum Beispiel über Bohlen.

Jensen und Gries hoffen, dass sie zum Saisonstart 2015 feste Öffnungszeiten der Schutzhütte anbieten können. Sie wollen das Angebot langsam steigern, und dass, was sie anfangen, auch mit der nötigen Qualität fortsetzen, sagen sie. Bereits jetzt ist die Hütte mit großer Terrasse Richtung See Ziel von Gruppen und Klassen. Und auch die naturkundlichen Führungen, die Gries in Kooperation mit der Touristinfo Schönhagen durch das Schutzgebiet anbietet, enden an der Hütte. „Ich habe viele Ideen, um das Gebäude in die Naturschutzarbeit zu integrieren“, sagt die Biologin. „Aber meine Zeit ist einfach begrenzt, es fehlen weitere Ehrenamtliche und Geld für weitere Anschaffungen.“ Unnötige Arbeit und Kosten verursachten auch Vandalismusschäden und Verschmutzungen der Anlage.

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