zur Navigation springen

Böel : Naturschützer richten Storchennest her

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Seit 2007 wurde Meister Adebar nicht mehr in Böelstamm gesehen. Verein will Tiere zum Brüten animieren.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 07:15 Uhr

Mit dem Angebot eines neuen, großen Nistplatzes soll ein Storchenpaar animiert werden, wieder in Böel zu brüten. Seit Jahrzehnten hatten die klappernden Schreitvögel einen Nistplatz auf dem Grundstück der Familie Hansen in Böelstamm – zuerst auf einem Baum, dann auf einem Holzmast, dann auf dem heutigen neun Meter hohen Betonmast. Früher konnte man „Meister Adebar“ bei Fußballspielen beobachten, wenn er neben dem nahe liegenden Sportplatz auf Futtersuche war.

Doch seit 2007 hat es in Böelstamm keine Brut mehr gegeben. Es kamen zwar immer wieder einzelne Störche vorbei und besichtigten das Nest, aber keiner blieb. Deshalb schlug Familie Hansen dem Vorstand des Naturschutzvereins Süderbrarup die Erneuerung des Nestes vor. Die Idee wurde aufgegriffen und umgesetzt.

Das neue Nest besteht aus einer Unterlage schwerer Lärchenkanthölzer, die auf dem Mast befestigt sind. Darauf liegt ein engmaschiges Drahtgeflecht. Ein Reisig-Ring, geflochten aus Zweigen und Ästen, bildet den äußeren Nestkranz. Die Mitte wird mit Holzschreddermaterial und etwas Stroh bündig aufgefüllt. Das Schreddermaterial bildet die Nestunterlage und hat den Zweck, Regenwasser schnell nach unten ablaufen zu lassen, damit die Jungstörche nicht in der Nässe liegen, unterkühlen und verenden.

Mithilfe eines Hubsteigers wurde das Nest auf der Mastspitze befestigt. Die Dachdeckerei Pilch, der Kartoffelhof Lausen und die Gemeinde Böel teilten sich gemeinsam mit dem Vorstand des Naturschutzvereins Arbeit und Kosten. „Leider haben meine Kinder Jakob und Simon noch nie einen Storch im Nest gesehen – das soll sich ändern“, erklärte Christian Lausen vom Naturschutzverein.

Ulf Martensen, Vorsitzender des Naturschutzvereins, wies darauf hin, dass sich der Bestand an Weißstörchen seit den 1990er-Jahren stabilisiert und sogar etwas erhöht hat. Dabei liege Böel nur am östlichen Rand des Verbreitungsgebietes. „Da in Böelstamm bis 2007 aber ein Brutpaar vorhanden war, können wir von einem einigermaßen intakten Nahrungshabitat in Böel für den Weißstorch ausgehen“, gibt er der Wiederansiedlung gute Chancen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen