Mund-Nase-Schutz : Nähen für den guten Zweck: 500 Masken für die Musik

Antje Kornienko (li.) und Annegret Zschau mit einer Auswahl ihrer Mund-Nase-Schutz-Kollektion.
Antje Kornienko (li.) und Annegret Zschau mit einer Auswahl ihrer Mund-Nase-Schutz-Kollektion.

Annegret Zschau und ihre Tochter Antje Kornienko versorgen Kappeln mit bunten Baumwoll-Masken.

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16. September 2020, 15:02 Uhr

Kappeln | 500 Stück haben sie schon genäht, aber ans Aufhören denken sie noch nicht: Annegret Zschau und ihre Tochter Antje Kornienko versorgen Kappeln mit bunten Baumwoll-Masken und verfolgen damit gleichzeitig einen guten Zweck. Rund 1700 Euro sind an Spenden für die Nase-Mund-Schutze zusammen gekommen und schon wieder verteilt worden – an Musiker, Chöre und Orchester.

Es hat immer mehr Anfragen gegeben, und der Bestand wurde immer kleiner. Gisela Windmann, FRANKA
 

„Als es im März losging mit Corona, war die Nachfrage nach den Masken plötzlich groß“, berichtet Gisela Windmann von der Bastelgruppe. Den ersten Schwung, etwa 3000 Einweg-Masken, hatte sie von ihrem Sohn Volker Windmann bekommen. „Der hatte sie auf dem Boden“, erklärte sie lachend. Doch Windmann, die im Vorstand der Freien Alten- und Nachbarschaftshilfe Kappeln, kurz „Franka“ mitarbeitet, hatte sie schnell verteilt, in Briefen an die Mitglieder, an die Mühlenresidenz. „Es hat immer mehr Anfragen gegeben, und der Bestand wurde immer kleiner“, sagt sie.

Alle Masken sind aus 100 Prozent Baumwolle und bei 60 Grad waschbar. Annegret Zschau, Masken-Näherin
 

Nachschub wurde gebraucht, und da kamen Annegret Zschau und Antje Kornienko ins Spiel. Zschau macht seit 30 Jahren Patchwork-Arbeiten, Kornienko ist ausgebildete Schneiderin: Mutter und Tochter machten sich an vorhandene Stoffreste und nähten, was das Zeug hielt. Die „Schnuten-Pullis“ gibt es in schlicht oder mit rosa Flamingos, mit dezenten Ankern oder bunten Einhörnern, gepunktet, kariert und gestreift. „Alle Masken sind aus 100 Prozent Baumwolle und bei 60 Grad waschbar“, sagt Annegret Zschau. 20 Minuten – länger brauchen die beiden Näherinnen nicht für ein Exemplar. Zwischenzeitlich ging ihnen mal das Gummiband aus und war selbst im Internet und mit großen Mühen kaum zu kriegen.

Wir haben den Dirigenten durchgängig weiter bezahlt. Antje Kornienko, Schleiorchester-Mitglied und Masken-Näherin
 

Inzwischen liefern sie wieder zehn bis 15 bunte Tücher bei Gisela Windmann ab. Und die verteilt sie fleißig. Die Menschen rufen an und holen ab, die meisten gegen eine Spende. „Der Clou war aber die Praxis Dr. Volker Sprotte“, verrät sie. Regelmäßig bringt Gisela Windmann einen ganzen Schwung in die internistische Praxis und kommt mit einem vollen Umschlag wieder raus. Mehr als 500 Euro sind allein dort zusammen gekommen. „Jeder gibt nur, was er kann“, so Windmann. 1700 Euro waren es zuletzt. Das Geld ging zu je drei gleichen Teilen an das Schleiorchester, den ASC-Chor und den Schwansener Gesangverein. „Die Kosten laufen ja trotz Corona weiter“, sagt Antje Kornienko, selbst aktives Mitglied im Schleiorchester. „Probenraum, Versicherungen, Verbandsbeiträge... und wir haben den Dirigenten durchgängig weiter bezahlt“, berichtet sie. Sie und ihre Mutter sind überzeugt, dass noch eine ganze Weile lang Mund-Nase-Schutze gebraucht werden. „Sie gehen ja auch irgendwann mal kaputt, also machen wir weiter“, sind die beiden sich einig.

Wer so eine Maske haben möchte, kann sich an Gisela Windmann, Konsul-Lorentzen-Straße 40 wenden oder unter Telefon 04642/4430 anrufen.

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