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Stoltebüll / Kappeln : Nachfrage nach Urlaubsquartieren steigt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Touristikvereine in Kappeln und Gelting gehen auch für dieses Jahr von steigenden Gästezahlen aus. Mehr Service für den Vermieter.

Die Tourismusbranche in der Region boomt, jedenfalls wenn es nach den beiden großen Touristikvereinen in der Region geht. Der Verein Ferienland Ostsee Geltinger Bucht meldet für das vergangene Jahr fast 10.000 Besucher in den beiden Touristinformationen Gelting und Kieholm. „Das ist ein Plus von 18 Prozent“, meinte Vereinsvorsitzender Heinrich Nissen. Und auch Kappeln ist mit der vergangenen Saison zufrieden und macht dies an der durchschnittlichen Auslastung von 100 Quartieren im Jahr fest. „Im Jahr 2014 hatten wir gemeldete Belegzeiten von 137 Tagen, im vergangenen Jahr waren es 147“, so der Kappelner Vereinsvorsitzende Ingwer Hansen. Und auch für das laufende Jahr zeigten sich die Vereinsvorsitzenden zuversichtlich. „Also seit ich diese Statistik mache, gibt es immer eine stetige Steigerung. Früher waren wir mal bei 120 Belegtagen“, so Hansen. „Im gleichen Zeitraum haben wir bislang im Vergleich zum vergangenen Jahr 30 Prozent mehr Kataloge verschickt. An guten Tagen gehen bis zu 80 Stück raus“, sagte Nissen. Auch in den Touristinformationen in Kieholm und Gelting, die der Verein betreibt, stehe an manchen Tagen das Telefon nicht mehr still. Hansen berichtet, dass nach geschalteten Anzeigen montags in Kappeln 50 bis 100 Anfragen bearbeitet werden müssten. Die Region habe einige Vorteile zu bieten, weiß Nissen: „Wir haben eine gute Infrastruktur, tolle Naturschutzgebiete und auch das Klima ist für viele attraktiv, denen es im Süden zu heiß ist.“

Und die Weichen stehen auf Grün, damit diese Aufwärtstendenz auch weiter anhält. So sieht Nissen noch ein großes Wachstumspotenzial: Nebensaison. „Zusätzliches Geld wird in der Nebensaison eingenommen. In der Hauptsaison kann jeder Geld verdienen.“ Um in der Nebensaison eine höhere Auslastung zu erreichen, setzen die Vereine daher ihren Fokus auf andere Zielgruppen wie Senioren oder Feriengäste mit Hund. „Wir wollen den Vermietern helfen die Vor- und Nachsaison besser auszulasten“, so Nissen. Die Informationen über Angebote für Urlaub mit dem Hund auf der Vereinswebsite seien stark gefragt und das Spazieren an den Stränden mit dem Hund außerhalb der Saison übe eine große Anziehungskraft aus.

Die Geltinger Touristiker stimmen ihre Strategie mit den Bürgermeistern im Amt ab und fühlen sich vom Amt unterstützt. Das sieht Hansen für Kappeln anders. Das Gastgeberverzeichnis des Touristikvereins dürfte in der Touristinfo nicht ausgelegt werden. „Wer dem Touristikverein schadet, schadet auch der Kappelner Wirtschaft und seinen Einwohnern“, so Hansen. Auch die städtischen Marketingmittel kämen allein der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS) zu gute.

Nach dem Scheitern eines gemeinsamen Gastgeberverzeichnisses mit der OFS sehen die beiden Vereine die Lokale Tourismusorganisation vornehmlich als Marketingpartner, mit dem auch Projekte gemeinsam finanziert werden. „Wir haben eine funktionelle Zusammenarbeit mit der OFS“, so Nissen. In diesem Jahr plant man eine gemeinsame Buchbarkeit. Dies bedeutet, dass die Touristikvereine ihre Ferienquartiere online der OFS zur Verfügung stellen. Wenn die Unterkünfte der OFS also vor Ort belegt sind, kann sie auf die Quartiere der Ferienvereine zurückgreifen. In Kappeln ist das derzeit noch nicht möglich, ist langfristig aber geplant. „Natürlich hoffen wir, dass auch umgekehrt die OFS uns ihre Quartiere zur Verfügung stellt“, so Nissen. Diese Maßnahme soll zu einer höheren Auslastung führen. „Der Gast soll bei uns in der Region bleiben“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Geltinger Touristikvereins Hilke Thomsen dazu. Nach Ansicht von Nissen misst der Vermieter den Verein daran, ob er mehr Buchungen bekommen hat.

Aus diesem Grund gibt es auf Geltinger Seite auch einige Bonbons für die Vermieter und deren Gäste. So hat der Verein für die Gäste wieder eine Piratenfahrt organisiert und stellt den Vermietern Rabatt-Gutscheine für Museumsbahn und Kappelner Raddampfer zur Verfügung. „Es gibt da eine große Bandbreite, wir sind mit allen Leistungsträgern in der Region im Gespräch. Diese Aktion vernetzt Wirtschaft und Touristik“, so Nissen. Zudem soll es im Herbst – gemeinsam mit dem Kappelner Verein organisiert – eine Tourismusmesse mit der Wirtschaft geben. Ziel ist es den Vermietern aufzuzeigen, was es an Möglichkeiten gibt, um Quartiere auf den neusten Stand zu bringen.

Dieser Service für die Vermieter hat seine Gründe. Denn bedingt durch die demografische Entwicklung geht die Mitgliederzahl eher zurück. Zudem gibt es mit der OFS einen weiteren Mitbewerber in der Region. Doch für Nissen ist das kein Problem: „Wir müssen so gut sein, dass die Vermieter bei uns bleiben und es keinen Grund zum Wechsel gibt.“

 

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erstellt am 28.Feb.2016 | 17:04 Uhr

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