Zuschuss aus Kappeln : Nachbau der alten Kreisbahn

Zeitreise ins Jahr 1951: Die Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde (TEE) führen am 1.Februar von 13 bis 16.30 Uhr wieder die historische Modelleisenbahnanlage Eckernförde 1951 im Eckernförder Museum vor. Auf diesem Foto sind der Schriftwart des Vereins Rainer Springer (li.) und Vorsitzender Manfred Seyler hinter der Anlage zu sehen.
Zeitreise ins Jahr 1951: Die Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde (TEE) führen am 1.Februar von 13 bis 16.30 Uhr wieder die historische Modelleisenbahnanlage Eckernförde 1951 im Eckernförder Museum vor. Auf diesem Foto sind der Schriftwart des Vereins Rainer Springer (li.) und Vorsitzender Manfred Seyler hinter der Anlage zu sehen.

Die Stadt Kappeln unterstützt den Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde mit 1500 Euro über fünf Jahre, um das Modell aufzubauen.

shz.de von
31. Januar 2015, 08:00 Uhr

Der Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde (TEE) hat Großes vor. Die Modelleisenbahner wollen die alte Kreisbahn wieder aufleben lassen. Von 1889 bis 1958 war die Strecke von Eckernförde bis nach Kappeln in Betrieb und diente sowohl dem Güterverkehr wie der Personenbeförderung. Nun will der TEE die Strecke zur Zeit des Jahres 1951 im Maßstab 1:87 und mit der Spur H0m wieder errichten. Für Kappeln bedeutet dies, auch die 2003 abgerissene Drehbrücke ist zu sehen. Dabei ist es das ehrgeizige Ziel des Vereins, laut eigener Homepage – neben der Gestaltung der 13 Stationen dieser Strecke –, das Gleisareal im Kappelner Hafen zu veranschaulichen.

Doch so ein Vorhaben kostet Geld, und in diesem Fall darf man ruhig von viel Geld sprechen. 16  500 Euro in einem Zeitraum von fünf Jahren benötigen die Eckernförder. Der Verein hatte die Stadt Kappeln ebenso wie Eckernförde um jeweils 300 Euro jährlich für eine Laufzeit von fünf Jahren gebeten. Seitens der Stadt Kappeln gab es hierzu bislang lediglich eine Absichtserklärung. Und im Hauptausschuss tat man sich mit dieser Angelegenheit schwer. Schließlich hat die Stadt den Konsolidierungskurs eingeschlagen, da stehen nahezu alle Ausgaben auf dem Prüfstand, zumal wenn sie freiwillige Leistungen betreffen.

„Das ist Geld, das wir nach außerhalb zahlen. Was haben wir denn davon?“, fragte Michael Arendt (LWG). Dass die Strecke historischen Wert habe, stellte Arendt nicht in Abrede. „Ist die Strecke auch transportabel, dass wir sie in Kappeln zu sehen bekommen“, fragte er und bot mit dieser Nachfrage zugleich eine mögliche Antwort auf seine erste Frage an. Bürgermeister Heiko Traulsen antwortete, er wisse nicht, ob das in Gänze möglich sei, doch zumindest in Teilen, zumal es doch auch die Schleibrücke betreffe. Auch Norbert Dick (Grüne) stellte die städtischen Belange bei diesem Thema in den Vordergrund. „Wir wollen Geld für Modellbauer nach Eckernförde geben, während auf der Konsolidierungsliste Einsparungen für die Bücherei aufgeführt werden. Das ist dem Steuerzahler nicht zu erklären“, warnte Dick. Axel Langkowski (CDU) argumentierte ähnlich. „Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Ausgabe. Die haben wir erst vor Kurzem den Kleingärtnern gekürzt, und dem Eckernförder Modellclub geben wir jetzt Geld. Das ist schwer zu vermitteln“, meinte Langkowski.

Sein Parteifreund Thomas Grohmann gab zu bedenken, dass die Unterstützung von Kappeln bereits im Internet stehe. Seine Befürchtung: „Ich weiß nicht, ob wir da noch raus können.“ Traulsen betonte: „Eine sofortige Absage stellt für mich kein Problem dar.“ Doch zu sagen, wir warten erst mal ab, ob alle Sponsoren mitmachen, um dann Schluss zu machen, wo fest steht, dass alle mitziehen, sei nicht richtig. Rainer Moll (SPD) nannte die über fünf Jahre fälligen 1500 Euro einen Regions-Beitrag, und Volker Ramge (CDU) stimmte ihm zu. Letzterer sagte: „So ein Beitrag über fünf Jahre ist okay. Wenn der Verein dann auch noch mobil ist, dann ist das Werbung für Kappeln.“ Bei einer Gegenstimme (Grüne) und einer Enthaltung (CDU) beschloss der Hauptausschuss die Unterstützung des TEE-Projektes.  

>Erste Bilder des Projektes sind unter Segment-Anlage auf der TEE-Homepage www.TEE-Verein.de bereits zu sehen.

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