Am Schleibrückenkopf : "Nachbarschaftshilfe" für Neubau

Der neue Entwurf für das Gebäude am Schleibrückenkopf vom Garten aus gesehen: Auffällig sind die vielen Giebel und die großen Fensterflächen. Foto: Sunder-Plassmann
Der neue Entwurf für das Gebäude am Schleibrückenkopf vom Garten aus gesehen: Auffällig sind die vielen Giebel und die großen Fensterflächen. Foto: Sunder-Plassmann

Architektenwechsel gibt geplanter Immobilie am Schleibrückenkopf neuen Charakter / Zuvor hatten Kreis und Landesbauamt Bedenken geäußert

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20. Mai 2011, 07:49 Uhr

Kappeln | "Die Fassade wird weiß, die Dachüberstände werden blau - und das wird auch wirklich so", versicherte Corinna Graunke, im Sommer vergangenen Jahres über den geplanten Neubau am Schleibrückenkopf vor der Stadtvertretung. Die Geschäftsführerin der Schlei-Immobilien GmbH entgegnete damit Befürchtungen, die Eigentumswohnungen des Neubaus würden an dieser exponierten Stelle bunt wie die Häuser in Port Olpenitz ausfallen, zumal der Planer des Feriendorfes, Herbert Harm, auch Graun kes Architekt war.

Doch nun wird es die schneeweiße Fassade nicht mehr geben, und die blauen Dachunterstände werden ebenso verschwinden. Dabei gab es für diesen Entwurf seitens der Stadt schon den Satzungsbeschluss. Und auch von einer ständigen Ausstellung für Port Olpenitz ist nicht mehr die Rede. Der Architekt des neuen Entwurfs heißt Gregor Sunder-Plassmann.

"Kreis wie auch Landesbauamt gaben uns den Hinweis, dass die Dachüberstände zu unruhig wirken", sagte Graunke. Auch in der Stadtvertretung gab es besonders von den Grünen Kritik am damaligen Entwurf, die der Ansicht waren, dass das Gebäude sich störend auf die Stadtsilhouette auswirke. Nachdem auch Kreis und Landesbauamt ihre Bedenken geäußert hatten, beauftragte Corinna Graunke schließlich das Kappelner Architektenbüro Sunder-Plassmann mit einem neuen Entwurf. Graunkes Kalkül: "Sunder-Plassmanns Büro liegt gleich gegenüber dem Neubau, da werden die schon im eigenen Interesse etwas Schönes entwerfen, wenn sie künftig immer darauf schauen müssen."

Vor dem Bauausschuss stellten Gregor Sunder-Plassmann und seine Mitarbeiterin Christina Kühl das Projekt vor. Abgesehen von der grau-weißen Steinfassade und dem Verzicht auf die voluminösen Dachüberstände - laut Sunder-Plassmann sei dies keine typisch norddeutsche Bauweise - blieb vieles beim Alten. Die Geschosszahl blieb bei drei, und auch die bebaute Fläche hat sich nicht verändert. So sind es vor allem die optischen Elemente mit der neuen Fassade, viel Glas und Stahl, die den neuen Entwurf prägen. "Es wird ein leichter, kompakter Bau skandinavischer Art mit freundlicher Ausstrahlung" erläuterte Sunder-Plassmann den Entwurf. Neben den 14 Eigentumswohnungen wird auch ein Restaurant in dem Neubau untergebracht. "Wir verfolgen mit dem Entwurf ein flexibles Wohnkonzept", sagte Christina Kühl. So würden die Wohnungen im Erdgeschoss alle barrierefrei eingerichtet. Die Idee der Fassadenbauweise sei, einerseits die Häuser erkennbar zu machen und sie andererseits "leicht anzuschrägen", um möglichst viel Westsonne bei gleichzeitigem Schleiblick einzufangen.

Wie Corinna Graunke gegenüber unserer Zeitung sagte, kommt der neue Entwurf beim Kreis wie auch beim Landesbauamt gut an: "Die haben ihre Bedenken zurückgestellt, und aus Schleswig hieß es, das ist eine Verbesserung auf ganzer Linie." Obwohl die Baugenehmigung noch aussteht, haben sich bereits mehrere Interessenten für die Eigentumswohnungen gemeldet. Graunke rechnet mit einem Baubeginn im nächsten Jahr. 2013 soll der Bau dann fertig sein. Weil der neue Entwurf innerhalb des B-Plans bleibt, mussten die Mitglieder des Bauausschusses nicht neu über das Projekt abstimmen. Gewichtige Bedenken gegen das Vorhaben kamen von dem Gremium ohnehin nicht. Die Kritik beschränkte sich auf die großen Fensterfronten, die es nun zu reinigen gibt.

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