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Zusammenkunft in Kronsgaard : Nachbarschaften feiern „Fasselavend“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Tradition in der Gemeinde Kronsgaard besteht bereits seit 1780. Zusammenkunft immer am Sonnabend vor Rosenmontag.

Kronsgaard | Einmal im Jahr „Fasselavend“ feiern, das hat bei den drei Nachbarschaften der Gemeinde Kronsgaard Tradition, ebenso wie die Nachbarschaften selbst und das bereits seit 1780. Aus jenem Jahr nämlich stammt der schmiedeeiserne „Totenschlüssel“, der auch heute noch von Haus zu Haus weitergereicht wird, um über einen Todesfall zu informieren und die Einwohner zu bitten, sich als Sargträger für die Beerdigung zur Verfügung zu stellen.

Besagter Totenschlüssel, auf dem „Eilig und geschwind“ sowie die Jahreszahl 1780 eingraviert sind, hat nicht nur als Besonderheit im Kronsgaarder Wappen symbolische Bedeutung, sondern wird im Original in Ehren gehalten und von Hans-Walter Kieckbusch, dem Ober-Öllermann aller drei Nachbarschaften, verwahrt. In Zeiten, als es in der Kirchengemeinde Gundelsby-Maasholm noch keine Leichenhalle gab, kam den Sargträgern auch die Aufgabe zu, die daheim aufgebahrten Toten zur Beerdigung mit dem von Pferden gezogenen Leichenwagen zur Kirche zu bringen und den Pastor zur Beerdigung zu fahren. Freud und Leid liegen bei den Nachbarschaften, die sich in ihrer Gesamtheit als eine Beliebung – „nach Belieben helfen“ – verstehen, nahe beieinander.

Und deshalb treffen sich die drei Nachbarschaften immer am Fastnachts-Sonnabend vor Rosenmontag, um gemeinsam zu feiern, traditionell mit Hedewecken, Kaffee und Klönschnack. Zur „Kleinen Nachbarschaft“, mit dem 83-jährigen Öllermann (Ältermann) Hans Lorenzen als Verantwortlichem, gehören die Bewohner der Dänischen Straße sowie der Drecht. Zur „Großen Nachbarschaft“, die hinüber in die Nachbargemeinde Pommerby reicht und für die der 65-jährige Öllermann Gerd-Uwe Jens zuständig ist, gehören die Ortsteile Domstag, Börsby, Hüsfeld, Breede, Boysenfeld, Mühlenbrück, Golsmaas, Haffskoppel, Pottloch und Regenholz. Die größte ist die „Insel-Nachbarschaft“ in der Bannmeile der Straße „An der Insel“ – dort hat der 75-jährige Hans-Walter Kieckbusch das Sagen. Der war es denn auch, der im Feriendorf Golsmaas alle „hartlich willkommen“ hieß. Alle Ältermänner sind in Kronsgaard aufgewachsen, und für sie ist es selbstverständlich, die Tradition zu wahren. Kassenwart aller drei Nachbarschaften ist Wilhelm Möller (78).

Da sich die Gemeinde Kronsgaard ihren Nachbarschaften verpflichtet fühlt, spendiert sie die Hedewecken und den Kaffee. Und weil beim „Fasselavend“ Plattdeutsch angesagt ist, sprach auch Kronsgaards Bürgermeister Hans-Walter Jens ein „poor Wörr“. Da ging es einmal mehr um das Warten auf den Ausbau der Kreisstraße 111 – eine mit viel Unmut verbundene „unendliche Geschichte“.

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