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Nach Übergriff von Rechts: "Bohnert hält zusammen"

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erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kosel | Die am Himmelfahrtstag von Rechtsradikalen bedrohte Familie in Bohnert erlebte am Wochenende den geschlossenen Zusammenhalt des gesamten Dorfes. Das teilten Bürger unserer Zeitung mit. In einer gemeinsamen Mitteilung berichten sie davon, dass sehr viele Nachbarn bei der betroffenen Familie vorbeigekommen seien und ihre Solidarität bekundet hätten. "Das ganze Dorf steht hinter euch", habe in dem Zusammenhang ein Gemeinderatsmitglied der CDU festgestellt.

Nach den Vorfällen am Himmelfahrtstag, als nach Zeugenaussagen zwölf bis 15 Männer Knallkörper auf ein Grundstück in Bohnert warfen, den Hitler-Gruß gezeigt und die dort wohnende Familie bedroht haben sollen (wir berichteten), waren die Bohnerter Bürger nicht untätig geblieben. Inzwischen haben sie eine Telefonliste mit 20 bis 30 Nummern erstellt. Sollte die Familie erneut unerwünschten Besuch bekommen, könnten die Bürger schnell da sein, um gemeinsam Übergriffe abzuwehren, heißt es in der Pressemitteilung. Dank der Liste seien die Dorfbewohner untereinander gut vernetzt, um bei einer erneuten Bedrohung geschlossen und schnell reagieren zu können. Bohnert hält zusammen. "So etwas werden wir nicht akzeptieren", war die einhellige Meinung.

Ein Anwohner hatte an Himmelfahrt wohl auch beobachtet, wie sich die Gruppe nach einem gezeichneten Plan orientierte. Das werteten die Bürger als Hinweis darauf, dass alles sorgfältig geplant war. In ihrer Mitteilung kündigen die Bohnerter an, die Augen offen zu halten, um Hinweise auf mögliche Drahtzieher zu finden.

In der Nacht auf Sonntag sollen weitere Böller auf das Grundstück geworfen worden sein, heißt es in der Mitteilung. Ein Bohnerter Bürger hatte wohl noch vergeblich versucht, ein Fahrzeug, das sich danach entfernte, zu stoppen. Als Reaktion darauf waren die Bohnerter in der Nacht stündlich im Wechsel im Ort unterwegs, um die Augen offen zu halten und schnell eingreifen zu können.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben nach Auskunft von Pressesprecher Rainer Wetzel bislang noch keine weiteren Details.

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