Kappelner Tafel : Nach der 6. Stunde geht’s zur Tafel

Fühlt sich wohl im Team und hat Spaß an der Arbeit bei der Kappelner Tafel: Cinja Braack.
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Fühlt sich wohl im Team und hat Spaß an der Arbeit bei der Kappelner Tafel: Cinja Braack.

16-jährige Gymnasiastin hilft bei der Kappelner Lebensmittelausgabe in Ellenberg. Weitere Helfer werden gebraucht.

shz.de von
15. April 2017, 06:24 Uhr

Kappeln | Wenn es am Freitag Mittag nach der sechsten Schulstunde in der Klaus-Harms-Schule klingelt, beginnt für Cinja Braack noch nicht das Wochenende. Die 16-Jährige schwingt sich auf ihr Fahrrad und fährt ins Begegnungszentrum nach Ellenberg. Seit Anfang des Jahres hilft sie bei der Kappelner Tafel aus.

„Ich wollte mich gern sozial engagieren und hab mich bei meinen Eltern beschwert, dass es in Kappeln nichts gibt, das ich machen könnte“, sagt sie. Ihre Eltern schlugen ihr die Kappelner Tafel vor, die jeden Freitag Bedürftige mit Nahrungsmitteln versorgt. Cinja Braack hat angerufen, ist hingefahren und nun seit Mitte Januar festes Mitglied im Team um den den Vorsitzenden Walter Albig.

Rund 600 Menschen in 235 Haushalten sind insgesamt gemeldet und werden von der Kappelner Tafel mit Lebensmitteln ausgestattet. 30 Mitarbeiter, dazu kommen die Fahrer, gehören zum Verein. „Alles Ehrenamtliche – und fast alles Rentner“, berichtet der Vorsitzende. Über die tatkräftige Hilfe von Cinja freut er sich sehr. „Wir haben eine tolle Truppe, super Leute. Aber es könnten gern noch mehr Helfer sein“, sagt er.

Denn es gibt viel zu tun. Cinja kann nur am Freitag bei der Ausgabe helfen. Viele andere Tätigkeiten laufen in der Woche am Vormittag, wenn sie Schule hat. Brot und Obst verteilen, im Anschluss die Gemüsekisten auswischen, die Tischdecken aufrollen, ausfegen, Tische stapeln und Stühle wieder an ihren Platz bringen – die Arbeit läuft ohne viele Worte. Jeder im Team weiß, was er zu tun hat. Cinja fühlte sich hier von Anfang an gut aufgenommen. „Alle sind supernett, die Arbeit ist gut organisiert und macht mir Spaß. Ich bleibe definitiv dabei“, sagt sie. „Die Tafel braucht jede Hilfe, die sie kriegen kann. Und so kann ich auch einen Beitrag leisten“. Die Menschen, die kommen, sind freundlich, lächeln viel und haben oft ihre Kinder dabei.

Zu helfen– das liegt Cinja Braack. Sie möchte nach der Schule für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Chile gehen und sich im Anschluss beruflich fest in der Entwicklungshilfe engagieren. Im Moment geht sie in die Oberstufe und hat das sprachliche Profil gewählt. Neben der Schule und ihrer Aufgabe bei der Kappelner Tafel ist Cinja sportlich sehr aktiv. Sie tanzt im Verein, spielt Badminton im TSV Kappeln und geht gern mehrmals in der Woche laufen.

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