Kappeln/Nieby : Nabu begrüßt Sandkoppel-Pläne

So sieht das Modell zu dem Feriendorf aus dem vergangenen Jahr aus. Foto: HJK
So sieht das Modell zu dem Feriendorf aus dem vergangenen Jahr aus. Foto: HJK

Die Ortsgruppe Ostangeln gibt ihre Rückbaupläne auf und bejaht den Versuch einer naturverträglichen Nutzung.

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02. Januar 2015, 14:15 Uhr

Die Nabu-Gruppe Ostangeln bewertet die Planung für die 200-Betten-Anlage des „Ostsee-Feriendorfes Geltinger Birk“ auf dem Gelände der ehemaligen Sandkoppel-Kaserne in Nieby grundsätzlich positiv. Der Kappelner Investor Norbert Essing (Gut Roest) kann also aufatmen: Von den Naturschützern scheint ihm voraussichtlich kein heftiger Gegenwind entgegenzublasen. Nabu-Vorsitzende Dagmar Struß aus Kappeln erklärt namens des Vorstandes in einer Verlautbarung: Mit einem weinenden Auge sei zur Kenntnis genommen worden, dass das ursprüngliche Ziel eines Rückbaus der maroden Hinterlassenschaft der Bundesmarine (aus finanziellen Gründen) nicht zu realisieren ist. „Doch mit einem lachenden Auge sehen wir, dass man dort offenbar versucht, naturverträgliche Lösungen umzusetzen“, fügt sie hinzu. Der Nabu warte nun auf die Vorlage von konkreten Planungsunterlagen und werde sich „damit intensiv auseinandersetzen“.

Unzufrieden zeigen sich die Ostangelner Naturschützer hingegen mit dem geplanten Hochwasserschutz in Gelting. „Aller Vernunft zum Trotz“, so Dagmar Struß, solle unbedingt ein Polder gebaut werden. Der Nabu halte dies weder für die sicherste Variante noch für die beste Lösung im Hinblick auf den Naturschutz. „Hier werden wertvolle Zukunftschancen verspielt“, beurteilt sie die Entscheidung gegen die Kanallösung, mit der die Regenfluten am Ortskern von Gelting vorbeigeleitet würden.

Inhaltlich hat sich der Ostangelner Nabu-Vorstand mit Stellungnahmen zu einer großen Schweinemastanlage in Sterup und zu diversen Bauvorhaben in Wackerballig zu Wort gemeldet, ebenso zu den Planungen auf dem Gelände der ehemaligen Ellenberger Marinewaffenschule. Als Erfolg wird verbucht, dass im Zusammenhang mit dem Großprojekt Ostseeresort Olpenitz der jahrelang geforderte Schutzzaun für Brutvögel in den Planungen Berücksichtigung gefunden hat.

Ganz allgemein bedauern die Nabu-Verantwortlichen den Umstand, dass ihre Organisation zwar als Träger öffentlicher Belange aus naturschutzrechtlicher Sicht zu wichtigen Bauprojekten schriftliche Urteile abzugeben habe, doch würden – nach Vorlage der Stellungnahmen in Ämtern und Rathäusern – die Kommunalpolitiker die dargelegten Kritikpunkte oftmals nur zur Kenntnis nehmen, aber nicht weiterverfolgen. Nur in den schlimmsten Fällen komme es zu Klagen vor Gericht.

Auf der Agenda der Ostangelner Gruppe stehen auch im neuen Jahr Aktionen und Vortragsveranstaltungen. Zum Auftakt treffen sich die Mitglieder der Jugendabteilung am Sonnabend, 14. Februar, ab 14 Uhr in Falshöft zum Bau von Nistkästen für die Geltinger Birk. Gemeinsam mit Niebyer Bürgern wollen die Nabu-Mitglieder am Sonnabend, 14. März, ab 10 Uhr von der Mühle „Charlotte“ aus einen „Feldzug“ gegen den Müll antreten.

Die Jahresversammlung ist im Pommerbyer Gasthof „Möwe Jonathan“ am Freitag, 27. März, ab 19 Uhr geplant. Dann informiert der Ornithologe Michael Fischer über die Auswirkungen der kontrollierten Vernässung auf die Vogelwelt der Birk. Zu den Besonderheiten zählt die im vergangenen Frühjahr beobachtete Neuansiedlung des seltenen Rothalstauchers unweit der Mühle. Es stellte sich vor Jahresfrist bei den kleineren Verwandten des Haubentauchers zwar noch kein Nachwuchs ein, aber die Naturfreunde erhoffen sich im April deren Wiederkehr – samt späteren Bruterfolg.

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