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Abschlusskonzert : Musikwoche als völkerverbindendes Projekt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Deutsch-Skandinavische Musikwoche auf dem Scheersberg feierte mit einem furiosen Konzert ihren gelungenen Abschluss.

Es ist immer wieder erstaunlich, welche herausragenden Ergebnisse junge engagierte Musiker unter professioneller Anleitung in kurzer Zeit erzielen können. Ganz deutlich zeigte sich dies wieder beim Schlusskonzert der diesjährigen 52. Deutsch-Skandinavischen Musikwoche auf dem Scheersberg.

Der Einstieg in ein anspruchsvolles Programm erfolgte durch das 60-köpfige Orchester unter Leitung des schwedischen Dirigenten Mika Eichenholz mit „L’Arlesienne Suite Nr. 1“ von Georges Bizet (1838 - 1875). Dann folgte der zumeist von Almut Stümke geleitete Chor zunächst mit dem Spiritual „The Battle of Jericho“, arrangiert vom afro-amerikanischen Komponisten Moses Hogan (1957 - 2003). Zeitlich und musikalisch ganz anders verortet, schloss sich aus dem Frühbarock das „Magnificat“ von Heinrich Schütz (1585 - 1672) an. Wieder zurück in die Gegenwart ging es mit „Cloudburst“ (Wolkenbruch) des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre (geb. 1970). Durch Fingerschnippen wurde Regen angedeutet, Schlagwerk, Flügel und Kontrabass sorgten für Blitz und Donner.

Das Hauptwerk nach der Pause bildete die 6. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch (1906 - 1975). Insbesondere dabei bestach das Orchester durch konzentriertes Musizieren sowohl im leisen lyrischen ersten als auch im dritten dynamisch-vollblütigen Satz. Zuvor hatte der Chor vier Lieder aus Schweden und je eins aus Norwegen und Estland gesungen. Den Schlusspunkt setzten Orchester und Chor gemeinsam mit der „Nänie“ von Johannes Brahms (1833 - 1897). Der lateinische Begriff (naenia) aus dem antiken Rom bezeichnet einen Trauergesang. Im von Schiller stammenden Text wird nicht der Tod eines konkreten Menschen beklagt, sondern ein Abstraktum: „Auch das Schöne muss sterben!“ Brahms vertonte diese Dichtung aus Anlass des Todes des mit ihm befreundeten Malers Anselm Feuerbach.

Zum Schluss sparten die mehr als 450 Zuhörer in der fast ausverkauften Veranstaltungshalle nicht mit Beifall. Auch Gisela Schmidt aus Langballig war voll des Lobes. Allerdings hätte sie sich gelegentlich vorher eine kurze Einführung in das eine oder andere Werk gewünscht. „Dann kann man aktiv hören, es besser nachempfinden“, sagte Schmidt.

Eichenholz, zum ersten Mal auf dem Scheersberg dabei, war zutiefst beeindruckt vom „Geist der Musikwoche“. Das für zehn Tage gemeinsame Miteinander in einem abgeschlossenen Mikrokosmos ohne Ablenkung von außen „sorgt für eine unvergleichliche, stets inspirierende und geradezu familiäre Arbeitsatmosphäre“.

Bei der Begrüßung hatte Karsten Biermann als neuer Direktor des Jugendhofes angesichts der Ereignisse in der Ukraine die Bedeutung der Musikwoche mit Teilnehmern aus elf Ländern hervorgehoben. „Sie ist ein wichtiges völkerverbindendes Vorhaben“, sagte er. Besonderen Dank richtete er an die Sponsoren, mit deren Hilfe 40 Musikern aus den drei baltischen Staaten, Polen und der Ukraine die Teilnahme ermöglicht wurde.

 

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