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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 15:46 Uhr

Musikalische Hommage an Paul Kuhn

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Es ist schon ein erstaunliches Phänomen. Als es darum ging, die Koslowski-Halle als kulturellen Veranstaltungsort Kappelns zu erhalten, kamen über 4000 Unterschriften von Unterstützern zusammen, die sich für die Weiterführung der Veranstaltungshalle stark machten. Jetzt, nachdem alles in trockenen Tüchern ist und die Hallenbetreiber Gisela und Rainer Koslowski zu einem Paul-Kuhn-Abend mit dem Trio „Jazz Romances“ einladen, erscheint nicht einmal ein Prozent der Unterstützer. Dennoch kam das Konzert, unter dem Motto „Paul Kuhn – wie wir ihn lieben“, zustande. Und keiner der Besucher musste sein Kommen bedauern.

In der Besetzung mit Bandleader Peter Baumann (Schlagzeug) aus Schleswig, Kai Stemmler (Bass) aus Norderbrarup und dem Berliner Pianisten Kay Franzen begeisterten die „Jazz Romances“ ihr spärlich vorhandenes Publikum, das allerdings mit Beifall nicht sparte. Und der war berechtigt. Präzises Zusammenspiel, gepaart mit einem brillanten Pianisten Kay Franzen, der auch – ganz im Stil Paul Kuhns – den Altmeister stimmlich hervorragend vertrat, sorgten für einen unterhaltsamen und vor allen Dingen auch entspannenden Musikgenuss. Vorgestellt wurden ausschließlich Stücke, die von Paul Kuhn komponiert oder arrangiert wurden.

Gestartet wurde der Abend mit dem 63er Hit „Es gibt kein Bier auf Hawaii“.Und der ganze Saal sang mit. Es folgten in flotter Folge Paul-Kuhn-Lieder im Wechsel mit ehemaligen Schlagern, wie der Valente-Song „Ganz Paris träumt von der Liebe“ oder der Shuffle „Mona Lisa“ im Rock’n’Roll-Rhythmus, mit dem die erste Häfte des Konzerts endete.

Und so ging es auch nach der Pause weiter. Kai Stemmler stellte sich dabei mit einem gekonnten Bass-Solo zu „Don’t get around“ vor. Und als Peter Baumann am Ende eine Zugabe anbot, war niemand dagegen. Die Band verabschiedete sich in Richtung nächsten Auftritt in Bentheim mit dem Titel „Bye, bye blackbird“.

Durch das Programm führte Peter Baumann, der eine persönliche Beziehung zu Paul Kuhn durch gemeinsame Auftritte, unter anderem im Landestheater Schleswig, im Hotel des Nordens und im Flensburger Orpheus-Theater, hatte. Deshalb konnte er auch Interna ausplaudern, wie Kuhns Verhältnis zu Frauen. Der 2013 verstorbene Barpianisten, Leiter der Bigband des Senders Freies Berlin und spätere Jazzmusiker soll demnach gesagt haben, dass er sich zu sehr mit dem Klavier beschäftigt habe und ihm deshalb andere die Frauen weggeschnappt haben. Paul Kuhn war drei Mal verheiratet und hinterließ einen Berg von Steuerschulden.

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