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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 04:01 Uhr

Arnis : „Montags-Sperre“ für Parker

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Parkende Autos erschweren Müllfahrzeugen die Zufahrt in der Langen Straße. Künftig soll dort jeden zweiten Montag kein Pkw mehr stehen dürfen.

Seit Jahren leidet die kleinste deutsche Stadt unter akuter Verkehrs-Verstopfung. Vor allem der nordöstliche Abschnitt der Langen Straße zwischen Fährgang und Wendehammer gilt als Problemzone: Dort stehen etwa 50 Privatautos der Anwohner – mit behördlichem Berechtigungsschein – auf der Fahrbahnseite und schränken den Verkehrsfluss erheblich ein. Buchstäblich „in die Falle“ gehen hier die schweren Müllfahrzeuge des Abfuhrunternehmens Remondis. Manchmal wird der Fahrweg zwischen den geparkten Autos und den am Bürgersteig stehenden Linden so eng, dass der Abstand „fast auf Null“ reduziert ist.

Der Arnisser Bürgermeister Bernd Kugler sah sich deshalb gezwungen, am Donnerstagabend anlässlich einer Einwohnerversammlung im „Dansk Forsamlingshus“, der ehemaligen dänischen Schule, die Suche nach einem Ausweg zu starten. „Dieser Schuh drückt uns“, sagte er. Den Sachverhalt noch deutlicher formulierte Gabriele Dunker-Ulbrich, Prokuristin der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF): „Es knirscht, hakt und schrammt in Arnis. Das Problem schreit geradezu nach einer Lösung.“ Vor zwei Monaten hatten zuletzt die Remondis-Fahrer Alarm geschlagen. Denn wenn sie nicht durchkamen, mussten hin und wieder Mülltonnen ungeleert stehen bleiben.

Gemeinsam mit Manfred Wehking, zuständig für die Verkehrsüberwachung der Kappelner Verwaltung, hatte die ASF-Verantwortliche auf die Schnelle ein Konzept entwickelt, das ab dem neuen Jahr Abhilfe schaffen könnte. Vorgesehen ist als Neuerung, im 14-tägigen Turnus jeweils an Montagen zwischen 7 und 13 Uhr die Behälter mit Restmüll, Papier und biologischem Abfall von drei Fahrzeugen abholen zu lassen. In dieser Zeit sollen dann alle Autos aus der Problemzone weggefahren und auf dem Großparkplatz am Neuen Damm abgestellt werden. Nicht betroffen von dieser Regelung ist der Abtransport der gelben Säcke, der mittwochs stattfinden wird.

Aus dem Kreis der zahlreich erschienenen Bürger hagelte es teils heftige Kritik. ASF und Remondis könnten doch kleinere Transporter nach Arnis schicken, hieß es dazu. Nicht die Einwohner sollten sich in dieser Angelegenheit „bewegen“, sondern die Verantwortlichen der Abfallwirtschaft. Als Alternative sei es denkbar, mit Farbmarkierungen für Pkw auf der Fahrbahn den nötigen Freiraum für die Müllfahrzeuge zu schaffen. Im Übrigen seien im Sommer die Feriengäste als Falschparker für die missliche Situation verantwortlich. „Der Bürgermeister sollte das Problem über den Geldbeutel lösen“, merkte eine Bürgerstimme an.

Zur Sprache kam außerdem, dass große Fahrzeuge bei der Anlieferung von Heizöl mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten. Bauausschuss-Vorsitzender Peter Ilgenstein ergänzte humorvoll: „Ein Großbrand in Arnis mit dem Einsatz von breiten Löschfahrzeugen aus Kappeln sollte am besten nur montags entstehen.“

Manfred Wehking zitierte die Vorschriften aus der Straßenverkehrsordnung: Geparkte Autos müssen auf Fahrbahnen einen Abstand von 3,05 Meter für den Durchgangsverkehr freilassen. Das ist in Arnis eine Utopie. Einige Bürger brachten weitere alternative Vorschläge ins Gespräch, so die Anlage von Parkboxen zum Nachteil der Grünflächen. Eine Sammelstelle für die Entleerung der Tonnen wäre nicht wünschenswert, aber auch nicht das Stehenlassen gefüllter Kübel.

Die Stadtvertreter haben in ihrer nächsten Sitzung am 9. Dezember zu entscheiden, wie sie die Kuh vom Eis holen wollen.

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