Eckernförde : Modelleisenbahner suchen neues Heim

Letzte Handgriffe an der neuen Drehscheibe: (v. li.) Rüdiger Kluge, Klaus Vogt und Klaus Hinrichsmeyer.
Letzte Handgriffe an der neuen Drehscheibe: (v. li.) Rüdiger Kluge, Klaus Vogt und Klaus Hinrichsmeyer.

Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde droht Kündigung ihres Domizils. Neue Bleibe muss für den Nachbau der alten Kreisbahn nach Kappeln geräumig sein.

shz.de von
23. Mai 2016, 14:45 Uhr

Für den Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde (TEE) brechen harte Zeiten an: Die Mitglieder müssen demnächst ihr bisheriges Vereinsdomizil verlassen. Die dortigen Stadtwerke haben angekündigt, dass sie die Räumlichkeiten im Bornbrook, die sie bislang dem TEE überlassen haben, selbst benötigen. Nun suchen sie händeringend eine neue Unterkunft.

„Wenn wir nichts finden, wissen wir nicht, was wir machen sollen“, bringt es Vereinsmitglied Klaus Vogt auf den Punkt. „Zu Hause haben wir alle nicht genügend Platz.“ Und den brauchen die Hobbybastler. Sie bauen nämlich nach historischen Vorgaben ein Modell der alten Kreisbahn von Eckernförde nach Kappeln aus dem Jahr 1951 inklusive aller 13 Bahnhöfe und Haltestellen. Die Stadt Kappeln fördert das aktuelle Vorhaben der Eckernförder Eisenbahnfreunde mit 1500 Euro über fünf Jahre. Dafür soll ein Teil der Miniatur-Kreisbahn auch eine Zeit lang in Kappeln ausgestellt werden. Insgesamt 50 Module in der Größe von 100 x 60 Zentimetern sollen es werden, 15 sind schon fertig. Doch nicht nur sie nehmen viel Platz in Anspruch, auch Werkzeug und Einzelteile müssen untergebracht werden. „80 bis 100 Quadratmeter brauchen wir schon“, sagt Rüdiger Kluge. Die Mitglieder hoffen sehr, dass sich jemand meldet und ihnen eine neue Unterkunft anbieten kann.

Das Problem: Der Verein hat nicht viel Geld. „Die Stadtwerke haben uns 15 Jahre lang, also seit es den Verein gibt, zu einem absolut günstigen Preis untergebracht“, so Kassenwart Klaus Hinrichsmeyer. „Wir sind den Stadtwerken dafür sehr dankbar.“ Doch jetzt seien weitere Arbeitsfelder auf die Eckernförder Tochtergesellschaft hinzugekommen, sodass die Stadtwerke jetzt das Haus neben dem Hauptgebäude, das bislang vom TEE und der DLRG genutzt wurde, wieder in Beschlag nehmen.

Bei den knapp 20 TEE-Mitgliedern handelt es sich nicht nur um reine Bastler. Ihre Arbeit hat einen historisch bedeutsamen Ansatz. So haben die Mitglieder auch den Eckernförder Bahnhof und den umliegenden Stadtteil mit Innenhafen aus dem Jahr 1951 originalgetreu nachgebaut und zeigen damit das Gesicht des Ostseebades von vor 65 Jahren. Die Anlage steht im Museum, die TEE-Mitglieder führen sie an jedem Fischmarktsonntag im Monat sowie immer dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr vor.

Erst jetzt haben sie ein wichtiges Detail erneuert: Für 370 Euro hat der Verein die zuletzt nicht funktionierende Drehscheibe ersetzt, so dass die Besucher künftig auch dieses Detail vo wieder bestaunt können.

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