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Eckernförde : Modellbauer verfallen dem Südsee-Rausch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Eckernförder Verein startet in die Saison. Originalgetreue Nachbildungen der Marke Eigenbau.

Es ist ein Hobby, das seine Faszination vornehmlich auf Männer ausübt: der Modellbau. Handwerkliches Geschick ist gefragt, kombiniert mit technischer Bastelei und der Freude am Spiel mit der Fernsteuerung. Ob Autos, Schiffe oder Multikopter – in der Modellbaugruppe Eckernförde wird alles gebaut, was gefällt. Über 70 Mitglieder zählt der Verein, der jetzt am „Südsee“ im Domsland die Saison eröffnet hat. Dort fuhren behäbige Schlepper neben Kreuzfahrtschiffen, flitzten Rennboote über das Wasser und drehten einfache Holzmodelle ihre Kreise.

Einfache Holzmodelle? Davon gab es auch die Deluxe-Variante, wie das Minensuchboot „Marburg“ von Karl-Heinz Gotzel. Neun Monate lang hat der Rentner an dem Modell gearbeitet, die Spanten aus Sperrholz und die Planken aus Kieferleisten gesägt, verleimt und bemalt. Die Aufbauten des Schiffs sind originalgetreu nachgebildet, jedes Detail stimmt. Einzig die Planzeichnungen für das Minensuchboot inklusive Bildern hat sich Karl-Heinz Gotzel gekauft und sich in der Werkstatt an die Arbeit gemacht. „Meine Frau ist schon am Schimpfen“, sagt der Kropper und lacht. Zu viele Stunden würde er im Hobbykeller verbringen. Übel nehmen kann man es ihm nicht: Er ist gelernter Schiffsbauer.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen und wartet noch mit einigen Extras wie beweglicher Bordkanone und Signaltönen auf. Das 1,15 Meter lange Modell im Maßstab 1:40 ist erst vor Kurzem getauft worden und hat seine erfolgreiche Jungfernfahrt per Fernsteuerung hinter sich gebracht. Für Karl-Heinz Gotzel ist das der Beginn einer neuen Ära, wie er scherzhaft bemerkt: „Meine Frau hat mir jetzt erst einmal eine Liste gemacht, was ich alles im Garten und im Haus zu erledigen habe.“

Gotzel ist keine Ausnahme. Viele Modellbauer bauen ihre Schiffe selbst ohne vorgegebene Teile. Andere dagegen schwören auf Bausätze, doch es wird weniger. Immer mehr Fertigmodelle kommen auf den Markt. Und die, so weiß der Vereinsvorsitzende Dirk Zimmer, können astronomische Preise von bis zu 1500 Euro erreichen.

Während die Erwachsenen häufig von Schiffen begeistert sind, schwört die Jugend noch mehr auf Autos und Multikopter – Fahrzeuge, für die sie nicht auf einen See angewiesen sind. „Ungefähr die Hälfte unserer Mitglieder sind Jugendliche“, sagt Dirk Zimmer. Viele treffen sich freitags und sonnabends am Nachmittag in den Vereinsräumen in der Alten Straßenmeisterei, wo sie basteln und tüfteln. „Dort lernen sie viel“, so Zimmer. „Sie wenden ihr Wissen in der Praxis an, schrauben und sägen.“ Handwerkliches Geschick und die Umsetzung von Theorie in die Praxis würden geschult.

Die Modellbaugruppe gibt es seit 1978, in diesem Jahr feiert sie die 20-jährige Nutzung ihrer Vereinsräume in der Alten Straßenmeisterei. Wer Interesse an dem Verein hat, kann freitags (15 bis 19 Uhr) und sonnabends
(14 bis 18 Uhr) in der Alten Straßenmeisterei, Schleswiger Straße 39, vorbeischauen (✆ 0  43  51  /  86  790).

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erstellt am 30.Mär.2016 | 08:30 Uhr

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