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Beginn der heißen Wahlkampfphase : Mittelangeln sucht einen Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vier Kandidaten möchten Bürgermeister in Mittelangeln werden – darunter der Kappelner Rathaus-Mitarbeiter Jörg Exner.

Der Posten eines hauptamtlichen Bürgermeisters in der Gemeinde Mittelangeln scheint begehrt zu sein. Vier Kandidaten bekannten sich sich an Donnerstagabend auf einer gemeinsamen Veranstaltung der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften zu diesem Ziel und stellten sich den Mitgliedern vor – alle in der Hoffnung, von einer der Gruppierungen als Kandidat vorgeschlagen zu werden oder möglicherweise sogar Kandidat mehrerer Fraktionen zu werden. Wer nicht vorgeschlagen wird, kann sich am 20. März dennoch zur Wahl stellen. Einzelbewerber allerdings müssen rechtzeitig 90 Unterstützer-Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern vorlegen. Ziel des Abends war, so erläuterte es Dietmar Gräwe, der die Vorstellungsrunde gemeinsam mit Torsten Jansen moderierte, sich ein Bild von den Bewerbern machen zu können. Zahlreiche Parteimitglieder waren daher der Einladung in die „Alte Schule“ gefolgt.

Den Vorstellungsreigen eröffnete Ronald Legant – ein Heimspiel für den 42-jährigen Mitarbeiter der Mittelangler Amtsverwaltung. Er konnte nicht nur 26 Jahre Erfahrung in der Verwaltung in die Waagschale legen. Als stellvertretender Leiter der Amtsverwaltung und zuständig für den Schulverband ist Legant nah dran an den aktuellen Themen im Amt und der Gemeinde. Als Herausforderung skizzierte er den demografischen Wandel und den sich abzeichnenden Ärztemangel in der Gemeinde. Als Rezept, dem negativen Bevölkerungstrend entgegen zu wirken, empfahl Legant die Schaffung von Arbeitsplätzen, auch in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden. Angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen müsse die Gemeinde rechtzeitig die Auswirkungen auf die Infrastruktur wie Kita und Schule berücksichtigen. Auch die Wohnraumbeschaffung sei derzeit günstig, da es für neuen Wohnraum erhebliche Fördermittel gebe. Die Anbindung der Ortsteile an das Zentrum will Legant über den öffentlichen Personennahverkehr lösen und die öffentlichen Einrichtungen barrierefrei ausbauen, wie derzeit im Schulzentrum unter seiner Mitwirkung bereits geplant.

Der zweite Kandidat ist ebenfalls äußerst verwaltungserfahren: In Kappeln ist Jörg Exner Büroleitender Beamter. Als Diplom-Verwaltungsfachwirt und mit fast 20-jähriger Erfahrung im Kappelner Rathaus kann Exner profunde Verwaltungskenntnisse vorweisen. Sein Ziel als Mittelangler Bürgermeister umriss er mit den Schlagwörtern Kommunikation, Kooperation, Kompetenz und konsequente Umsetzung. Bei der Frage der Zusammenarbeit mit Sörup erkannte er Möglichkeiten, wenn für beide Seiten Vorteile dabei heraus kommen. Zur Integration der Flüchtlinge setzt Exner vor allem auf das ehrenamtliche Element. Sollte Jörg Exners neue berufliche Orientierung am Ende von Erfolg gekrönt sein, kann wohl jetzt schon von einem erheblichen Verlust für das Kappelner Rathaus gesprochen werden. Als Büroleitender Beamter sitzt Exner an verantwortungsvoller Position, zudem ist er Leiter der städtischen Eigenbetriebe.

Da sich die dritte Bewerberin noch nicht bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber über die Bewerbung „geoutet“ hat, bat sie darum, ihren Namen nicht zu nennen. Aus ihrer Tätigkeit in der Verwaltung einer westdeutschen Großstadt bringt sie umfassende Verwaltungskenntnisse mit, die sie durch das Studium „Öffentliches Management“ weiter vertieft hat. Ihr Anliegen ist eine stärkere Transparenz gegenüber den Bürgern durch das Rats-Informationssystem, eine gute Vorbereitung der Vertreter-Sitzungen und eine frühzeitige Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungen. Außerdem würde sie als Bürgermeisterin weniger externe Berater engagieren.

Vierter im Bunde ist Sebastian Richtsen, dessen Vorstellung die anwesenden Vertreter allerdings eher ratlos zurückließ. Richtsen hat keine Verwaltungskenntnis, zeigte auf, dass ihn die Verkehrssituation im Ort störe und ihm der Name „Mittelangeln überhaupt nicht gefalle. Die Kindergartenfrage müsse endlich abgeschlossen werden, lautete seine Forderung. Auf die Nachfrage nach Verwaltungskenntnissen, sah Richtsen durchaus die Chance, diese in den folgenden sechs Monaten zu erlangen.

Die Parteien stehen jetzt vor der Entscheidung, bis zum 1. Februar einen Kandidaten zu benennen, über den die Bürger am 20. März abstimmen.

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