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Kunsthaus Hänisch : Mit Witz wird Alltägliches zur Kunst

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Seit gestern zeigt das Kunsthaus Hänisch aktuelle Arbeiten von Arne Rautenberg und Volker Tiemann: „Objekte und Worte im Raum“.

von
erstellt am 10.Feb.2014 | 07:30 Uhr

Da haben sich zwei gefunden: Arne Rautenberg und Volker Tiemann stellen seit gestern ihre aktuellen Kunstwerke gemeinsam im Kunsthaus Hänisch in Kappeln aus.

Seit 15 Jahren kennen sie sich, treffen sich hin und wieder mal auf ein Bier und bringen sich dann gegenseitig auf Ideen. „Wir spinnen gerne mal gemeinsam rum“, sagt der 46-jährige Rautenberg.

Wie gut Rautenberg und sein 50-jähriger Freund Tiemann zueinander passen, erklärt Christina Kohla, die Künstlerische Leiterin des Kunsthauses, in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung. „Beide wollen mit ihrer Kunst verwirren, den Betrachter neugierig machen.“ Kohla weist auf die Leichtigkeit hin, die die Kunstwerke ausstrahlen und auf die identische Kunstauffassung der beiden Macher, die dazu führe, dass Rautenberg und Tiemann alltägliche Dinge mit Kreativität und Witz zu Kunstobjekten machten. Rautenberg etwa gestaltet einfache Geldscheine um, und Tiemann formt aus Holz etwas, was aussieht wie simples Klebeband und deklariert es zu hoher Kunst. Kohla sieht da Parallelen zu Marcel Duchamp, der Alltägliches wie ein Pinkelbecken unter dem Titel „Fountain“ zu Kunst erklärte, oder dem Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg, der eine Spitzhacke als gigantische Skulptur in Kassel platzierte. „Rautenberg und Tiemann helfen, das Warten auf den Frühling leichter zu machen“, sagt Kohla. „Es gibt viel zu entdecken – oder einfach zu lachen.“

Das ist ganz im Sinne der Künstler. Humor sei für sie eine grundlegende Kommunikationsebene. Ein Beispiel dafür sind Rautenbergs Spruchbilder, auf einem davon steht – ohne großen Wert auf Interpunktion zu legen: „Wenn am Ende niemand mehr lacht nimmt auch niemand mehr etwas ernst“.

Dass sie den gleichen Humor teilen, lohnt sich für beide übrigens obendrein. „Wir sammeln uns gegenseitig“, sagt Rautenberg, der ein Klebeband von Tiemann zu Hause hängen hat, während Tiemann eine von Rautenbergs bemalten Geldnoten sein Eigen nennt.

Christina Kohla erwähnt in ihrer Rede auch, wie gut der „Wortkünstler“ Arne Rautenberg Räume mit Worten füllen kann. Nicht nur als Collagen an den Wänden, sondern natürlich auch durch seine Hauptbeschäftigung als Dichter. Das stellt Rautenberg nach Kohlas Worten direkt unter Beweis, indem er eine „Fünf-Minuten-Lesung“ abhält. Dafür steigt er auf ein Kunstobjekt Tiemanns, das ein Podium darstellt, und trägt verschiedene kurze Gedichte vor. Eines davon passt zu Kohlas Anmerkung, dass Rautenberg und Tiemann die Wartezeit auf den Frühling verkürzten: In „Wenn der Winter nervt“ gibt Rautenberg Tipps, was gegen einen Winter-Blues hilft. Zum Beispiel „Sommersachen wagen und sie heimlich unterm Mantel tragen“.


> Ausstellung: Rautenberg und Tiemann in Kappeln, Kunsthaus Hänisch, Schmiedestraße 53, Kappeln, bis 27. April, mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

 

 

 

 

 

 

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