„Landpartie“ : Mit Rasierschaum gegen Quallenbrand

Das Team der „Landpartie“ drehte direkt am Strand, wo Fernsehdoktor Michael Weiß Moderatorin Heike Götz die Wirkung von Essig, Backpulver und Rasierschaum erklärte.
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Das Team der „Landpartie“ drehte direkt am Strand, wo Fernsehdoktor Michael Weiß Moderatorin Heike Götz die Wirkung von Essig, Backpulver und Rasierschaum erklärte.

Das NDR-Team drehte für die Sendung „Landpartie“ in Eckernförde und Schwansen – und lernte etwas über Hausmittel bei Berührung mit Feuerquallen.

shz.de von
19. Juni 2014, 18:09 Uhr

„Ich musste lange suchen, bis ich hier in Eckernförde zwei kleine Feuerquallen gefunden habe.“ Die Mitarbeiterin des Ostsee-Info-Centers ist erleichtert. An diesem Tag ist nämlich ausnahmsweise mal heiß begehrt, was sonst Kinder und Eltern in Zeitraffer aus dem Wasser treibt: die Gelbe Haarqualle, auch Feuerqualle genannt. Für einen Dreh der NDR-„Landpartie“ mit Heike Götz und Fernsehdoktor Michael Weiß aus Gelting wurden glibberige Darsteller gesucht, die zum Thema „Hausmittel bei Quallenverletzungen“ im Aquarium auf- und abschwimmen.

Das TV-Team war jetzt seit einiger Zeit in Schwansen unterwegs, interviewte Menschen, filmte pittoreske Ecken, bannte seltene Kulturschätze des Landstriches zwischen Eckernförder Bucht und Schlei auf Zelluloid, – oder vielmehr auf einen Chip. Zwölf Stationen liegen bereits hinter den Fernsehleuten, berichtet Ulrich Koglin, Mit-Erfinder der „Landpartie“. Er erinnert sich: „Wo waren wir schon überall? Auf dem Biohof Großholz, bei Café Heldt, in der Eichhörnchen-Aufzuchtstation, beim Schmied Patrick Schlosser, wir sind mit dem Fischer Eckhard Michelsen auf Tour gegangen, haben das Fischräucherei-Museum, die Bunte Kammer in Ludwigsburg, das Langbett in Karlsminde besucht, waren bei der Gelbe-Westen-Gilde und der Galerie Nemo.“

In schwungvollen Rückstoßbewegungen gleiten die gerade einmal pfeffernussgroßen Medusen durch ihr gläsernes Gefängnis, das wegen des herrlichen Wetters im Strandhafer aufgebaut wird. Zur gleichen Zeit waten Moderatorin Heike Götz und Michael Weiß durchs seichte Wasser und sprechen über den Unterschied zwischen harmlosen, durchsichtigen Ohrenquallen mit dem typischen violettbraunen Muster und den ungeliebten Feuerquallen. Die nämlich verfügen über lange Tentakel mit unzähligen Nesseln, die bei Kontakt mit einer Beute abbrechen und ein Nervengift in das Opfer injizieren. Die Folge: schmerzhafte Rötungen, Schwellungen und Blasen, über denen sich wie bei einer Abschürfung erst eine Borke bildet, bevor sie abheilen. Bei einigen Menschen kann der Kreislauf versagen, wenn Allergie auslösende Eiweiße der Qualle über die Blutbahnen in den Körper gelangen.

Aber Michael Weiß hat hilfreiche Tipps für den Fall der Fälle dabei. Drei Dinge könne man gegen das Quallengift einsetzen: Essig, Backpulver oder Rasierschaum. „Die betreffende Stelle sollte man mehrfach zirka 30 Sekunden mit Weinessig spülen. Nicht reiben. Dann mit feinem Sand abstreuen, trocknen lassen, mit Bankkarte oder Messerrücken vorsichtig abstreichen. Der Essig deaktiviert die Nesseln, sie lösen sich auf.“ Ebenso verfahre man mit Backpulver oder Rasierschaum.

Heike Götz demonstriert auch gleich die Rasierschaummethode, sprüht Schaum wie eine Haube Schlagsahne auf Michael Weiß’ Unterarm und zieht die Masse mit einer Scheckkarte ab – fertig. Fazit: In die kleine, vorsorgliche Antiquallenapotheke gehören idealerweise Schutzhandschuhe für den Helfer und eines der erwähnten Produkte. Damit wäre man gerüstet für die erste, schnelle Hilfe. Und auch die letzte Frage ist hiermit geklärt: Was eignet sich zum (Sand-)Kuchenbacken am Strand oder zur unvermeidlichen, aber von Mama verbotenen Glibberschlacht? Ohrenquallen – ja. Feuerquallen – nein.

> Sendetermin für die „Landpartie Schwansen“ ist der 17. August.


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