Kappeln : Mit mehr Teamarbeit ins neue Jahr

Gemeinsam haben sie die erste Ausstellung in diesem Jahr vorbereitet: Karin Jensen, Hans-Ulrich Schütt und Dr. Renate Fechner (v.li.).
Gemeinsam haben sie die erste Ausstellung in diesem Jahr vorbereitet: Karin Jensen, Hans-Ulrich Schütt und Dr. Renate Fechner (v.li.).

Neue Konstellation im Kunsthaus Hänisch: Der Verein verteilt Verantwortung und hat mit Dr. Renate Fechner eine ehrenamtlich tätige Kunsthistorikerin an seiner Seite.

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14. Januar 2015, 07:30 Uhr

In seinem siebten Jahr durchlebt das Kunsthaus Hänisch eine spürbare Veränderung. Nachdem die bisherige künstlerische Leiterin Dr. Christina Kohla das Haus zum Jahresende verlassen hatte, hat sich der Verein neu aufgestellt. Der Vorsitzende Uli Schütt fasst das so zusammen: „Jeder von uns muss jetzt ein bisschen mehr arbeiten.“ Aufgaben wurden neu verteilt, Zuständigkeiten definiert, Verantwortungen geteilt. Und: Mit Dr. Renate Fechner steht dem Kunsthaus eine neue Expertin zur Seite, die die künstlerische Beratung übernimmt. Alles ist also angerichtet für die erste Ausstellung des Jahres, die am kommenden Sonntag eröffnet wird.

Das Jahresprogramm für 2015 steht (siehe Infokasten), vier Ausstellungen, mit denen man, so formuliert es Schütt, zum einen ortsansässigen Künstlern ein Forum bietet, zum anderen aber über den Tellerrand hinausblickt. Derzeit steckt der Verein mitten in den Vorbereitungen für die erste Schau des Jahres, ab Sonntag werden unter der Überschrift „Wasser und Himmel im Auge“ Werke von Hans Holtorf sowie dessen Schülern Lutz Theen, Hedda Theen-Pontoppidan und Heinrich Kutzer gezeigt. Die Einführung übernimmt Kunsthistorikerin Ina Jessen, die aktuell das Werkverzeichnis für Hans Holtorf erstellt. Der Mann für die drei festen Führungstermine im Laufe der elfwöchigen Ausstellung heißt Horst Jordt, er ist mit dem 1984 in Bockholmwik verstorbenen Künstler eng befreundet gewesen. Uli Schütt ist sich sicher: „Authentischer geht es nicht.“

Vor allem Vorstandsmitglied Karin Jensen hat mit dem neuen Jahr ein vielfältiges Aufgabenfeld übernommen. An ihr hängt künftig die umfassende Ausstellungsorganisation – ein Umstand, der ihrer beruflichen Vorbildung entgegen kommt: Jensen hat früher 40 Jahre lang die „Norla“ organisiert. Über den Aufbau der Holtorf-Schau sagt sie: „Ich habe nicht den Kunstverstand, aber eine große Freude daran, aktiv in diesem Haus mitzuwirken.“ Es ist ihr anzusehen. Überhaupt, sagt Jensen, habe die neue Situation das Kunsthaus-Team enger zusammen gebracht. Man sei bestrebt, die bisherige Qualität zu halten und dabei gleichzeitig die Teamarbeit stärker zu gewichten.

Zu diesem Team gehört seit Jahresbeginn auch Renate Fechner. Die 70-Jährige stammt ursprünglich aus Eckernförde, hat als promovierte Kunsthistorikerin an der Universität Stuttgart lange Jahre Kunstgeschichte gelehrt. Mittlerweile ist sie in ihre norddeutsche Heimat zurückgekehrt, lebt inzwischen in Altenholz und hat über ein Geltinger Kunsthaus-Mitglied Kontakt zum Hänisch-Haus erhalten. „Allerdings war mir das Kunsthaus vorher schon ein Begriff“, sagt Renate Fechner. „Es hat eine kulturelle Lücke in der Region geschlossen.“ Dort sei sie auf „ein engagiertes und interessiertes Team“ gestoßen, dem sie „künstlerischen Beistand“ auf ehrenamtlicher Basis leiste – und wenn es nach ihr geht gerne langfristig. „Es ist ein relativ kleines Haus, aber mit dem Anspruch, sehr gute Ausstellungen zu präsentieren“, sagt Fechner, die die ihr zugedachte Aufgabe „sehr reizvoll“ nennt.

Am Sonntag will sich die neue Konstellation im Kunsthaus zum ersten Mal beweisen. Uli Schütt ist sich bewusst, dass die Öffentlichkeit nach dem Umbruch vielleicht etwas genauer hinsieht als sonst. „Viele sind skeptisch“, sagt er. Und: „Wir wollen zeigen, dass wir es hinkriegen.“

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