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Osterhajk an Ostsee und Schlei : Mit Klabautermann und Pestarzt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Landesverband Nord der Deutschen Waldjugend organisiert Oster-Schnitzeljagd zum Thema „Hanse“ durch den Kreis.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 06:32 Uhr

Kappeln | Die „Henker“ ziehen durch die kleine Stadt, dicht gefolgt von den „Seesäcken“ und dem „Schabernack-treibenden-Pack“. Neben dem Bäcker machen sie halt – dort, wo der Klabautermann auf der Bank sitzt und sie mit einem Rätsel herausfordert.

„Wir haben einen Osterhajk organisiert“, berichtet Leon Wrede, stellvertretender Leiter des Landesverbandes Nord der Deutschen Waldjugend. Ein Hajk, das ist eine Art Schnitzeljagd, ein Orientierungslauf, der seinen Ursprung in der Pfadfinderbewegung hat. Den Osterhajk gibt es bereits seit 1984. Im vergangenen Jahr fand der Wettbewerb in der Pfalz an der Grenze zu Luxemburg statt, das norddeutsche Team der Waldjugend aus Hütten hatte gewonnen – und der Sieger ist gleichzeitig der Ausrichter im nächsten Jahr.

„Wir haben uns die Hanse oder genauer gesagt den Kampf des Piraten Störtebeker gegen die Hanse als Thema ausgewählt“, sagt Leon Wrede. In der aufwendigen Organisation hat das Team Unterstützung von Mitgliedern anderer Bünden. So konnten am Ostermontag 60 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet in 15 Gruppen starten, darunter zum Beispiel Teilnehmer des Vereins christlicher Pfadfinder (VCP), Mosaik Deutscher Pfadfinderbund und der Jomsburg Pfadfinder. Alle haben Rucksäcke mit Kleidung, Verpflegung und Zelten dabei. Und jede Menge Aufgaben, die es zu erfüllen gilt. Etwa 100 Kilometer werden dabei zurück gelegt, rund 20 an einem Tag. Los ging es in Hürup, weiter zum Glücksburger Schloss und nach Unewatt, über das Moor bei Neukirchen nach Rundhof bei Gelting. In Falshöft auf der Geltinger Birk wurde am Mittwochabend „Bergfest“ gefeiert – mit Lagerfeuer, Gesang und historischen Rollenspielen.

Mindestens 16 Jahre müssen die Teilnehmer sein und ein volljähriges Mitglied im Team haben. Welche Rätsel sie lösen sollen und auch wo sie am Abend schlafen werden, wissen die Wanderer oft nicht. „Aber die Leute hier sind sehr zuvorkommend“, berichten die „Henker“. Die sechs Waldgruppenmitglieder aus dem Raum Trier mussten bisher nur einmal ihr Zelt aufbauen und durften trotz ihres etwas düsteren Erscheinungsbildes auf einem Dachboden und in einer Gartenbude schlafen. Auch in Falshöft wurde einer Gruppe spontan ein Carport für die Nacht angeboten. Überhaupt berichten sie alle von dem freundlichen Interesse an den etwas wunderlichen Gestalten mit den großen Trecking-Rucksäcken. Die Hilfsbereitschaft ist groß, bei Fährüberfahrten gab es Rabatte, ein Bäcker gab eine Runde Brötchen aus. Aber Kontakt ist auch gewünscht: „Viele Rätsel sind so konzipiert, dass die Gruppen mit der Bevölkerung interagieren müssen“, beschreibt Ria Stampa, der Pestarzt im Orga-Team.

Nach Arnis ging es gestern weiter über die Schlei nach Sieseby. Goltoft und Louisenlund stehen heute auf dem Programm. Seit Oktober liefen die Vorbereitungen, viele Stunden wurden investiert. Das Orga-Team arbeitet komplett ehrenamtlich, aber viele Sponsoren und Einzelspender unterstützen die Aktion, die die abenteuerlustigen Menschen der Bünde einmal im Jahr zusammenführt. Am Sonnabend ist im Hauptquartier ein Abschlussabend geplant. Wo das ist, durfte noch nicht verraten werden. „Aber es wird ein großes Fest. Wir singen gemeinsam zu Gitarre, manchmal auch Geige oder Kontrabass“, berichtet Leon Wrede. Am Sonntag reisen dann alle wieder nach Hause – dann bereits mit dem Wissen, wer den Osterhajk 2018 ausrichten wird.

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