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Schlei-Bote

23. November 2017 | 06:13 Uhr

Mit der Blutbuche durch die Jahreszeiten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 18:16 Uhr

Siehst Du auf dem Luftbild
links unten den roten Punkt?
Eine der großen Blutbuchen
im Kappler Rund.
Sie steht bei Busses
vor dem Haus,
schon vier Generationen
gingen hier ein und aus.
Sie hat die Enkel
kommen seh’n
und die Alten wieder geh’n.
Im Jahre 54 hat Opa Matzen sie gesetzt,
eine gewaltige Krone
hat sie jetzt.
Die Kinder
Spaß beim Klettern
in den Asten hatten,
den Alten spendete
das Laubdach Schatten.
Zwei Sommer
saß Oma darunter
mit der Locharbeitdecke
und Opa passte auf,
dass der Enkel nicht
verschwand unter der Hecke.
Was erwartet die Besitzer
im Jahreslauf ?
Zuerst platzen im Frühjahr
die Knospenhüllen auf.
Schafft es der Baum wohl
bis zur ersten Maiennacht
zu entrollen
seine rotgrüne Blätterpracht?
Tatsächlich,
der Ast zur Straße leuchtet als erster hellrot,
und die Knospenhüllen
bedecken des Hausherrn
frisch poliertes Boot.
Nachdem die Knospenhüllen
weggefegt,
ein gelber Film
von Blütenstaub
sich auf alles legt.
Danach fallen die vielen
männlichen Blüten
vom Baum.
Sie aus dem Haus zu halten,
schafft man kaum.
Dunkelrot wiegt sich jetzt das Laub im Sonnenschein.
Die Bucheckern
können langsam gedeih’n.
Und kommt der Herbst
mit Sturm und Regen,
prasselt es Kapseln
auf Rasen und Wegen.
Wir sammeln die Kapseln,
prüfen die Eckern,
für Eichhörnchen
und Tauben gibt es reichlich zu leckern.
Bucheckernkapseln –
sechs Schiebkarren voll –
finden selbst die Bastler
nicht mehr toll.
Und dann nach und nach
die Blätterflut.
Auch unser Nachbar
heißt’s nicht immer gut.
Wie viel Nordstraßengase
die Blätter
wohl verarbeitet haben ?
Ob’s gut ist, wenn sich dran
auf dem Kompost
die Würmer laben ?
Auch der Rasenmäher hilft,
das Laub zu entfernen.
Wann die Blätterflut abebbt,
steht noch in den Sternen.
Der erste Frost
sorgt endlich für Ruh.
Die letzten Blätter decken
die Frühlingszwiebeln zu.
Auch die kahlen Äste
können eine
Augenweide sein,
wenn der Rauhreif
sie ganz und gar hüllt ein.
Trotz aller Unbill warten wir – das wär ja gelacht –
auf die Blätterpracht,
der ersten Maiennacht,
während drunter munter
neue Blüten sprießen
aus den Eckern,
die die Tauben übrig ließen.
Uns unsre Nachbarn
können’s kaum erwarten,
zu züchten junge Blutbuchen
im eigenen Garten.
Auch diese nahmen ihnen
mittlerweile das Licht.
Einfach fällen –
das gibt’s doch nicht.
Der Enkel, der einst
unter der Buche spielte,
wusste Rat.
Jetzt zieren die beiden
Buchen seine Hofeinfahrt.

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