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Grundschule Karby : Mit dem Motorrad über den Schulhof

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Nachfrage beim Trialsport-Angebot der Offenen Ganztagsschule Karby ist groß.

von
erstellt am 11.Jun.2016 | 12:45 Uhr

Grundschule ist viel mehr als nur an Tischen zu sitzen und Mathe oder Deutsch zu lernen. Schule kann auch sein, mit dem Motorrad über Hindernisse und über eine wackelige Holzwippe zu fahren. Die Nachfrage nach dem Angebot „Motorradfahren“ in der Offenen Ganztagsschule Karby sei gewaltig, sagt Britta Neumann, die an der Schule des Nahbereichsschulverbands Kappeln in Karby die Angebote koordiniert. „Wir haben eine lange Warteliste“, sagt sie, wobei sie bemüht seien, Schüler aller Klassen die Teilnahme zu ermöglichen. Jeweils sechs Kinder können das Angebot je Schulhalbjahr nutzen.

Luca Jürgensen aus der vierten Klasse und sein Freund Lukas Alexander Büll (dritte Klasse) sind begeistert. Das sei voll cool sagen sie, als sie sich die Motorradhelme vom Kopf genommen haben. „Aber man braucht Fingerspitzengefühl am Gas“, sagt Luca, nachdem er über einen zusammengezimmerten Stapel mit Holzpaletten gefahren ist.

Das Spiel mit Kupplung und Gas sei anfangs nicht leicht für die Kinder, ergänzt Richard Delfs. Aber sie lernten es früher oder später. Delfs bietet und leitet die AG jetzt im zweiten Halbjahr an. Zugleich ist er seit gut einem Jahr auch Hausmeister an der Grundschule. Er ist ausgebildeter Jugendtrainer für den Trialsport im Motorsportclub Schleswig (MSC), denn so ist die richtige Bezeichnung für den Sport. Dabei hat Trial nichts mit Geschwindigkeit zu tun, sondern ist der Versuch der Fahrer, schwierige Hindernisse mit dem Motorrad zu überwinden und dabei Gleichgewicht und Koordination zu beherrschen. Delfs ist auch Vorsitzender des MSC und konnte den Verein dafür gewinnen, die Schule mit fünf Maschinen und Helmen für das Nachmittagsangebot zu unterstützen.

„Wir freuen uns über das Angebot“, sagt Marta Kraft, Vorsitzende des Schulverbands. Zugleich lobt sie es als wertvolles Lernen von Verantwortung und Teamarbeit, und es animiere die Kinder, sich zu bewegen. „Kinder können nach der Schule nicht wieder ruhig am Tisch sitzen, sie brauchen auch Bewegung“, sagt Lehrerin Britta Neumann.

Dabei ist das Angebot nicht nur was für Jungs. So steigt Tabea Schartow aus der dritten Klasse genauso auf ihre Maschine wie die Jungs an dem Nachmittag. Zur Verfügung stehen fünf kleine Geländemaschinen mit 50 beziehungsweise 80 Kubikzentimeter Hubraum. Die große Maschine hat etwa elf PS, die mittelgroßen etwa sieben und die zwei ganz kleinen mit Automatikgetriebe etwa vier PS. Dabei komme es nicht auf die Leistung an, sondern vor allem auf das Gleichgewicht, sagt Delfs. „Das ist eine Kopfsache“, sagt er. Wenn man sonst auf ein Hindernis zufahre, dann würde man ausweichen wollen. Beim Trial aber müsse man weiterfahren und mit dem Spiel von Gas und Bremse das Hindernis überwinden. Dabei sei Konzentration ebenso gefragt wie die Fähigkeit zum Multitasking, sagt Delfs.

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