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Schwimmhalle Ellenberg : Ministerpräsident lehnt Hilfe ab

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Ex-DLRG-Vorsitzender Manfred Bohner hatte Torsten Albig um Hilfe in Sachen Schwimmbad gebeten – die Antwort enttäuscht ihn sehr.

Im April hatte Manfred Bohner einen Brief an Ministerpräsident Torsten Albig geschrieben. Tenor: Der Ministerpräsident möge sich doch für den Erhalt des Schwimmbades in der ehemaligen Marinewaffenschule in Ellenberg einsetzen.

In dem Schreiben hatte der ehemalige DLRG-Vorsitzende und langjährige Geschäftsführer des Kappelner Freizeitbades sich darüber beschwert, dass „Schwimmhallen für die Schwimmausbildung“ nicht gefördert werden. Im Gegensatz dazu würden Spaß-, Erlebnis- und Wellnessbäder wie in Grömitz oder Damp bezuschusst. „Es darf nicht auf dem Rücken unserer Kinder und Enkelkinder gespart werden“, heißt es in dem Schreiben von Bohner dazu. Aus diesen und weiteren Gründen bat er Albig darüber nachzudenken und eine „Schwimmhalle nicht als freiwillige Leistung einzustufen“.

Gut einen Monat später gab es jetzt Antwort aus Kiel. Darüber freute sich Manfred Bohner. Doch nur so lange, bis er den Inhalt des vom Ministerpräsidenten unterschriebenen Brief noch nicht kannte. Denn darin macht Kiels Regierungschef sehr deutlich, „dass eine Förderung des Projektes mit touristischen Infrastrukturmittel nicht möglich ist“. Auch eine „Förderung des Projekts aus Sportfördermitteln des Landes Schleswig-Holstein kommt nicht in Betracht, weil die Schwimmhalle privatwirtschaftlich im Rahmen einer GmbH geführt wird“.

Und Albig führte auch aus, dass die Stadt Kappeln mit Finanzproblemen zu kämpfen hat und darum Fehlbetragszuweisungen von finanzstärkeren Kommunen erhält. Das wiederum führe dazu, dass „bei großen Investitionen Prioritäten gesetzt“ werden müssen. Das gelte auch für ein Schwimmbad. Und da „handelt die Stadt Kappeln in eigener Verantwortung“.

Gleichzeitig weist der Ministerpräsident in seinem Antwortschreiben darauf hin, dass die „untere Kommunalaufsicht der Stadt Kappeln eine Kreditaufnahme nicht verweigert, sondern nur darum gebeten hat, alle freiwilligen Leistungen auf ihre zwingende Notwendigkeit zu überprüfen und abzuwägen“. Aufgrund der finanziellen Situation, aber auch weil die Umlandgemeinden keine Unterstützung zugesagt hätten, habe sich die Kappelner Stadtvertretung gegen ein Schwimmbad entschieden, so Ministerpräsident Torsten Albig.

Wie Manfred Bohner jetzt erklärte, hat er drei Stadtvertreter über das Schreiben des Ministerpräsidenten informiert. Zwei von ihnen hätten geantwortet und auf das städtische Haushaltsdefizit verwiesen. Ein Dritter habe gar nicht erst reagiert.

Damit sieht der langjährige Geschäftsführer der Schwimmhalle das Kappelner Bad in weiter Ferne. Das jetzige Bad wird zum Jahresende geschlossen. Und wenn kein Wunder geschehe, werde Kappeln künftig kein Schwimmbad mehr haben.

Manfred Bohner wurmt das Ganze. „Die Antwort des Ministerpräsidenten war mir vorher schon klar.“ Aber er bedauerte, dass der nicht auf die ihm gestellten Fragen eingegangen ist – „denn Damp ist schließlich auch eine GmbH“. Trotzdem werde Damp mit öffentlichen Mitteln gefördert. Jetzt will Manfred Bohner über andere Aktivitäten nachdenken.
 

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