zur Navigation springen

Kappeln : Ministadt sucht noch immer ein Zuhause

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Modell der Kappelner Hafenszenerie lagert seit Monaten im Bunker des städtischen Bauhofs. Museum auf dem Mühlengelände geplant.

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 07:30 Uhr

„Es wäre zu schön, wenn wir sie nochmal aufbauen könnten“, sagt Hans-Hermann Stütz. Der ehemalige Leiter der Kreishandwerkerschaft steht im dunklen Keller des städtischen Bauhofs in der Nordstraße und blickt auf die vielen Sperrholz-Platten, aus denen die „Skyline Kappeln“ besteht. Vor 19 Jahren hatte er gemeinsam mit 20 Langzeitarbeitslosen begonnen, ein Abbild der Kappelner Hafenszenerie aus dem Jahr 1996 im Maßstab 1:50 zu bauen. Es sollte ein Werbeschild für die Schleistadt sein. Mittlerweile verstaubt das Modell aber ein wenig in dem Keller, weil Stütz seit Monaten keinen Ort findet, an dem man ihn ausstellen lässt.

„Die Stadt hat wohl kein Geld dafür“, sagt Stütz, der das Modell zuerst in der ehemaligen Marinewaffenschule in Ellenberg und später im Freizeitpark „Tolk-Schau“ ausstellte. Im vergangenen Juni musste die „Skyline“ dann ihren vorerst letzten Ausstellungsort verlassen. „Der Besitzer der Stadtpassage wollte dort Wohnungen bauen. Also mussten wir die Möbel-Sander-Räume wieder verlassen“, erklärt der gebürtige Kappelner Stütz. Noch sei der Wohnungsbau aber nicht angelaufen.

Jetzt steht das 8,50 Meter lange und 6,50 Meter breite Modell also im Keller des städtischen Bauhofs. Genauer gesagt im Bunker. Denn unter dem Verwaltungstrakt im Bauhof verbirgt sich ein ABC-Schutzraum, der nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Hier ist genug Platz für die 92 Häuser und Bauwerke zu denen auch die drei Meter lange Drehbrücke gehört. „Leider funktioniert die Elektronik an der Brücke nicht mehr. Sie und einige andere Teile müssten renoviert werden“, berichtet Stütz. Beim Transport der Mini-Stadt, der nur mit sieben Helfern machbar war, trugen zudem weitere Teile Schäden davon.

In dem Bunker soll das Modell, wenn es nach Stütz geht, aber nicht bleiben. „Ein Autohaus hatte noch Interesse gezeigt“, erzählt der ehemalige Leiter der Kreishandwerkerschaft. Aber dort hätte die „Skyline“ nur ein paar Monate stehen können. Stütz sucht dagegen nach einer dauerhaften Lösung, zum Teil sogar nur für einzelne Stücke. So wollte er die 108 Zentimeter hohe und 98 Zentimeter lange Kopie der St. Nikolai-Kirche zum Beispiel innerhalb des Originals aufstellen lassen. „Es hat aber keiner auf meine Anfrage reagiert. Auch nicht der Bürgermeister“, beschwert sich Stütz ein wenig. Ideen für neue Ausstellungsorte habe er genug, aber es fehle eben das Geld und die fachmännische Hilfe beim Transport und Aufbau der „Skyline“, der bis zu vier Wochen dauere.

Eine weitere Idee scheiterte zum Beispiel am Transport. Im dritten Stock der Mühle „Amanda“ wollte Stütz seine Häuser platzieren, „aber wir hätten die großen Einzelteile dort nicht hoch bekommen“, sagt der Kappelner. Außerdem wäre der Raum wohl zu klein gewesen. Dennoch bleibt das Gelände an der Ecke von Schleswiger und Gerichtsstraße für Stütz interessant. Denn der Museumsverein plant aus dem an die Mühle angrenzenden ehemaligen Schweinestall ein Museum zu machen. „Wir stehen schon seit einem Jahr in Verhandlungen mit den Besitzern des Grundstücks“, sagt Vereinsvorsitzender Karsten Poppner. Das Projekt stecke aber noch nicht einmal in den Kinderschuhen. „Es ist noch überhaupt nichts entschieden, aber wenn es so kommt, können wir uns vorstellen einen Platz für die Skyline zu schaffen“, stellt Poppner Stütz in Aussicht.

Noch hält der Initiator den Ball aber flach. „Es ist wohl nur ein Wuschtraum, aber ganz aufgeben will ich noch nicht“. Ein bisschen Zeit hat Stütz ja noch. Fürs Erste könne das Modell auf jeden Fall im Bunker stehen bleiben, versichert Bauhof-Mitarbeiter Petersen. „Dort steht es ja auch bombensicher“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert