Militärgelände als Spielwiese für Ideen

Elvira Brief mit ihrer Konzeptidee für einen Kunst- und Erlebnisraum auf der alten FlaRak.
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Elvira Brief mit ihrer Konzeptidee für einen Kunst- und Erlebnisraum auf der alten FlaRak.

Acht Bürger stellen Vorschläge zur Nachnutzung des ehemaligen FlaRak-Areals in Kleinwaabs vor

shz.de von
03. Juni 2014, 15:56 Uhr

Das rund elf Hektar große ehemalige Militärgelände der Flugabwehr-Raketengruppe (FlaRak) in Kleinwaabs soll neu gestaltet werden. Jetzt stellten einige Bürger erstmals Konzepte dazu im Ausschuss für Tourismus vor. Die acht vorgestellten Ideen haben einige Gemeinsamkeiten. Dazu gehören der sorgsame Umgang mit dem Naturgrundstück, der Einsatz des Geländes für Urlauber gleichermaßen wie für die Waabser, nur geringes zusätzliches Verkehrsaufkommen sowie der Erhalt der Fläche in Gemeindebesitz. „Ich bin begeistert, wie viele tolle Vorschläge eingegangen sind“, stellte Ausschussvorsitzende Elvira Brief (SPD) fest.

Wichtig war aber auch allen Ideenvorstellern, dass mit dem Gelände eine teilweise Wertschöpfung zugunsten der Gemeindekasse einhergeht. Alle Vorschläge zeichneten sich dadurch aus, dass alles in kleinen Schritten zu realisieren sei, da es keinen Zeitdruck gebe, wie Heinz Haller von der Wählergemeinschaft Waabs (WGW) feststellte.

So schlug Bürgerin Rosemarie Lumack vor, die Fläche für Freizeitangebote wie für Drachenflieger, für Seifenkistenrennen, für Modelbaufreunde, als Verkehrsübungsplatz für Kindergärten oder als Treffpunkt mit Grillhütte zu nutzen. Mehr Aufwand wollte Nis Juhl (CDU) treiben, der vorschlug, das Areal als Veranstaltungsgelände herzurichten. Ein erster Schritt wäre der Bau eines Sanitärgebäudes, wahlweise die Erweiterung des vorhandenen in der Alten Wache der Anlage. In einem zweiten Schritt könnte eine feste Bühne errichtet werden, sodass die Anlage auch gewisse Erträge erwirtschaftet.

Einen Park der Regionen – das FlaRak-Gelände als Erlebnispark – war die Idee des Bürgers Günther Bothe. Er könne sich vorstellen, dass sich in den vorhandenen sogenannten Splitterboxen aus Beton die 21 Regionen des Landes präsentieren. Natur zum Erleben, eine Aussichtsplattform, die Anbindung und Einbindung des Areals in die Landschaft und an das Reit- und Radwegnetz, sowie Möglichkeiten für Veranstaltungen und Zeltlager waren seine Ideen.

Bruno Kruse (CDU) schlug vor, das Areal zu halbieren. In einem Bereich sollten Veranstaltungen möglich sein, es sollte Platz für den Erhalt von Biotopen und Naturräumen sein, und es sollten Parkplätze und auch Wohnmobilstellplatz errichtet werden. In der Alten Wache könnten ein Infozentrum, aber auch sanitäre Anlagen unterkommen. In dem anderen Bereich stellt er sich vor, dass kleine, reetgedeckte Ferienhäuser auf sehr großen Grundstücken eingebunden in die Landschaft entstehen könnten. Er machte sich für eine ausgewogene Nutzung zwischen Tourismus sowie Erhalt und Pflege der Natur stark. Anders als alle anderen würde er es begrüßen, wenn der derzeit dort noch befindliche Bauhof in das Gewerbegebiet Fuchsberg umgesiedelt würde.

Einen akuraten Konzeptentwurf stellte Sabine Noth-Stöcks (WGW) vor. Ihr schwebt ein Erlebnispark vor, der eine E-Bike-Ladestation, Reiterboxen samt Koppel und einfache Blockhütten für Reiter bereit hält. Darüber hinaus stellt sich die Architektin vor, dass ein großer Irrgarten entsteht, ein Veranstaltungsplatz mit Tribühne, ein Rosengarten mit Café und wenigen einfachen Übernachtungshütten, ein Aussichtsturm und ein Aboretum (Baummuseum) entstehen. Mit einem Barfußpark, einem Naturspielplatz und -lehrpfad könnten vorhandene Biotopelemente integriert werden. „Es sind alles nur Visionen“, sagte sie, und vieles sei kombinierbar mit anderen Ideen. Sie schlug vor, einen Landschaftsplaner mit einer Konzeptplanung zu beauftragen.

Ganz ähnlich sah das Konzept von Elvira Brief (SPD) aus, die zusätzlich auch Kunst und Künstler auf das Gelände führen möchte. Ihr schweben ein Meer der Steine, ein Dorfmusum und ein Amphitheater vor. In der Alten Wache könnte ein Café entstehen. Auch sie hält Wohnmobilplätze wie auch Parkplätze für sinnvoll. In ihrem Konzept waren Ideen einer Magisterarbeit zum FlaRak-Gelände eingeflossen.

Die Bürger Heidrun und Helmut Böcker sowie Uwe-Jens Nonnsen hatten ebenfalls eine Idee eingereicht, waren aber urlaubsbedingt nicht da. Grundsätzlich Neues schlugen sie nicht vor, so Brief kurz. Als achte stellte Frederike zu Lynar-Lassen die Idee der WGW vor, die unter dem Stichwort Entschleunigung ganz ähnliche Gedanken vortrug, wie man sie bereits von den vorherigen Konzepten kannte. „Wir sind für kleine Schritte und dass das Gelände im Gemeindebesitz bleibt“, sagte sie. Vor allem der Reitverein sei auf Parkplatzflächen angewiesen, sonst könnten keine Turniere mehr stattfinden, stellte Lynar-Lassen zugleich als Vorsitzende des Reitvereins fest.

Udo Steinacker (CDU) dankte den Bürgern für ihre Ideen. In den Fraktionen werde man darüber beraten. Man sei nach wie vor offen für weitere Vorschläge. Beschlüsse würden dann in der Gemeindevertretung gefasst.

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