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Schlei-Bote

14. Dezember 2017 | 23:53 Uhr

Letzter Wahltag : Mensch des Jahres

vom

Thies Kölln, Tanja Ludwig oder Petra Teegen - Sie entscheiden, wer "Mensch des Jahres 2014" wird.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Thies Kölln

Er ist ein Macher. Was Thies Kölln anpackt, führt er zu einem erfolgreichen Ende. Und gerade dieses Jahr hat ein äußerst eindrucksvolles Beispiel dafür geliefert. Am Pfingstsonnabend nämlich hat Thies Kölln der Stadt so etwas wie seinen Stempel aufgedrückt. An jenem Tag nämlich erklang nach mehr als drei Jahren die Orgel der Nikolaikirche wieder. Und auch wenn Kölln das neue Instrument nicht selber gebaut hat – das war der Lübecker Experte Reinalt Klein –, bleibt es doch immer mit ihm verbunden. Nicht umsonst hatte Landesbischof Gerhard Ulrich anlässlich der Orgelweihe betont: „In St. Nikolai steht nicht nur eine Reinalt-Klein-Orgel, sondern auch eine Thies-Kölln-Orgel.“ Es ist Thies Köllns authentischer Freude an diesem Langzeitprojekt, seiner schier unerschöpflichen Kreativität und seinem beispielhaften Mix aus Hingabe und Bescheidenheit zu verdanken, dass die Kappelner ihre Orgel zurückerhalten haben. Auch deshalb hat die Nordkirche in diesem Jahr etwas Bemerkenswertes möglich gemacht: Sie zeichnete den mennonitischen Christ Kölln mit dem Ansgar-Kreuz aus. Selber hat  Kölln immer wieder betont, dass er das Projekt alleine nicht hätte stemmen können. Das stimmt. Aber es gibt wohl keinen, der behaupten würde, dass es ohne Thies Kölln überhaupt funktioniert hätte. Bereits im Februar hatte er nach 16 Jahren den Vorsitz beim ASC aufgegeben – der Segelclub ist eine seiner anderen Erfolgsgeschichten. Als Dank übergaben ihm die Mitglieder den Kommodore-Stander. Ihnen wie den Orgel-Freunden kam Köllns persönliches Credo zugute: „Ich möchte Menschen zu einem besonderen Erlebnis verhelfen.“

Tanja Ludwig

Tanja Ludwig ist ein Beispiel für kurz entschlossenes Engagement. Als der  Betreiber der  Kappelner Schwimmhalle, Torben Kablau, bei den Bürgern den Rückhalt für das Ende des Jahres schließende  Bad vermisste, war dies der Auslöser für Tanja   Ludwigs Aktivitäten.  Gemeinsam mit ihren Kindern  schrieb sie  dem Kinderkanal. Der TV-Sender brachte daraufhin einen Beitrag über das Bad. Und im Internet hat die 41-Jährige unter openpetition.de eine Petition für den Neubau eines Schwimmbades  gestartet.    Dort weist sie auf die Bedeutung der Schwimmhalle für DLRG und Schulen hin. Nach nicht einmal drei Tagen war die erforderliche Zahl von 330 Unterschriften beisammen. 30 Tage vor Ablauf der Frist zählt die Petition 1598 Unterstützer, davon allein 573 aus Kappeln. „Diese Zahlen und auch die vielen  aufmunternden Kommentare auf der Seite der Petition zeigen mir, dass dieses Thema die Bürger wirklich bewegt“, sagt die Kappelnerin. Die verheiratete Tanja Ludwig arbeitet als Referentin bei der Verbraucherzentrale in Kiel. Ihre Hobbies sind ihre Kinder, lesen und natürlich schwimmen. Ludwig, aber auch ihre Kinder   Emma und Hannah haben in Kappeln das Schwimmen gelernt. Das soll auch gerne  bei der Drittgeborenen Jonna (1) so sein. Tanja Ludwig kann nicht verstehen, warum der Bau von Spaßbädern gefördert wird, aber nicht der von Lehrschwimmbecken.  „Bevor die Leute in ein Spaßbad gehen, müssen sie doch erst schwimmen lernen.“ Nun setzt sie  mit der Petition  auf ein Umdenken. Übrigens: Torben Kablau hat seine Meinung inzwischen geändert:  „Dass sich so viele Leute an der Petition beteiligen ist  großartig.“

Petra Teegen

Petra Teegen ist Tierschützerin aus Überzeugung und hat außerdem ein großes Herz für Menschen. Bereits seit 25 Jahren hilft sie vernachlässigten Pferden. Anfangs war sie dabei auf Informationen aus der Reitergemeinde angewiesen. Und oft musste sie die Pferde aus eigener Tasche freikaufen. Später verbreitete sich ihr Ruf, und Ämter brachten Pferde, die aus Tierschutzgründen beschlagnahmt wurden, zu ihr. Alle wurden bei ihr tierärztlich untersucht, behandelt  und aufgepäppelt. Waren die Tiere wieder fit, wurden sie gegen eine Gebühr weitervermittelt, die oft die entstandenen Kosten nicht deckte. Mit der Gründung der „Pferdeklappe“ institutionalisierte Petra Teegen das Verfahren und wirkt gleichzeitig der Ursache vieler Tiervernachlässigungen vor. Ähnlich der „Babyklappe“ können Pferdebesitzer, die keine andere Lösung mehr wissen, ihre Tiere anonym in Rurup abgeben. Dort werden sie aufgebaut  und weitervermittelt.  Leistungsträger ist der Verein „Pferdeklappe e. V.“, der 2013 gegründet wurde und dessen Vorsitzende Teegen ist. Mehr als 300 Pferde aus ganz Deutschland wurden seitdem vor Siechtum oder dem Schlachten gerettet. Doch Teegen geht es nicht nur um die Tiere. „Hinter jedem Pferdeschicksal steht ein fast noch schlimmeres Menschenschicksal“, hat sie  festgestellt. Arbeitslosigkeit, Armut oder verwaiste Eltern sind Gründe, die es Menschen nicht mehr ermöglichen, ihre Tiere zu halten. „Und wenn sie dann noch ihr Liebstes aufgeben sollen, für das sie sich vielleicht sogar ruiniert haben, brauchen sie einfach Hilfe“, ist Teegens Meinung.  Die 61-Jährige sorgt dafür, dass sie genau das kriegen.

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