Windenergie : Mehrheit lehnt Windpark ab

Klare Sache: Unter Leitung von Bürgermeister Björn With (Mi.) wurden die Stimmen des Bürgerentscheids ausgezählt.
Klare Sache: Unter Leitung von Bürgermeister Björn With (Mi.) wurden die Stimmen des Bürgerentscheids ausgezählt.

Der Bürgerentscheid in Stangheck brachte Sonntag Abend ein klares Votum.

shz.de von
11. Januar 2015, 19:18 Uhr

Gestern war Wahltag in der Gemeinde Stangheck (Amt Geltinger Bucht). Bei einem Bürgerentscheid lehnte eine deutliche Mehrheit der Einwohner den vom einheimischen Investor Hans-Hermann Witt (Magdalenenhof) angestrebten Bürgerwindpark mit mehreren jeweils 100 Meter hohen Türmen ab.

Während der um 18 Uhr begonnenen Auszählung der Stimmen im kleinen Rundhofer Gasthaus „Weißer Hirsch“ herrschte eine gespannte Atmosphäre. Dann gab Bürgermeister und Wahlleiter Björn With das Ergebnis bekannt: Von den 204 Wahlberechtigten stimmten 128 gegen die Windkraft-Pläne in der Gemeinde, während 36 Einwohner das Projekt befürworteten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von mehr als 80 Prozent.

Die Verantwortlichen der Stanghecker AWG (Allgemeine Wählergemeinschaft), allen voran Jürgen Siemen, bewerten dieses Votum contra Windmühlen als einen großartigen Erfolg, denn sie hatte den Widerstand gegen das „windige Projekt“ erst ins Rollen gebracht.

Ihre Argumentation: Ein solches Großvorhaben „direkt vor der Haustür“ wäre wegen der zu erwartenden Störungen und Nachteile für Mensch und Umwelt „zweifelsfrei verheerend für alle“. Deshalb sei es erforderlich gewesen, rechtzeitig vor 2018 bei der Fortschreibung des Regionalplans die Ausweisung von Eignungsflächen für Windkraftanlagen zu verhindern.

Für den Initiator Hans-Hermann Witt bedeutet die Abstimmungsniederlage das Aus für seine Pläne. Er wollte mit einer Gruppe von mitfinanzierenden Einheimischen und mit Unterstützung von Banken eine Stärkung der Stanghecker Wirtschaftskraft erreichen und dafür sorgen, dass die zu erwartenden Erlöse aus der Windenergie „im Dorf bleiben“. Er hat bereits eine andere Investition getätigt: Von seiner Biogasanlage aus versorgt er zahlreiche Wohnhäuser im Dorfgebiet mit Nahwärme.

Über die Reaktion der Mandatsträger und ein Statement des abgeblitzten Investors berichtet unsere Zeitung in ihrer nächsten Ausgabe.
 

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