Kappeln : Mehr Praxisbezug im Klassenzimmer

Der Augenblick der Vertragsunterzeichnung: Britta Pichatzek unterschreibt für die Gemeinschaftsschule, Uwe Schürch für die BBZ-Außenstelle in Kappeln. Im Hintergrund stehen Marta Kraft vom Nahbereichsschulverband Kappeln, Andreas Koziel, Koordinator beim BBZ Schleswig, und der Leiter des BBZ Schleswig, Hans-Hermann Henken (v.r.).
Der Augenblick der Vertragsunterzeichnung: Britta Pichatzek unterschreibt für die Gemeinschaftsschule, Uwe Schürch für die BBZ-Außenstelle in Kappeln. Im Hintergrund stehen Marta Kraft vom Nahbereichsschulverband Kappeln, Andreas Koziel, Koordinator beim BBZ Schleswig, und der Leiter des BBZ Schleswig, Hans-Hermann Henken (v.r.).

Die Gemeinschaftsschule und das Berufsbildungszentrum schließen einen Vertrag zur Kooperation.

shz.de von
27. Mai 2015, 07:30 Uhr

Die Gemeinschaftsschule und Berufsbildungszentrum Schleswig (BBZ) rücken näher zusammen. Die Leiter der beiden Bildungseinrichtungen haben jetzt auf der Grundlage des schleswig-holsteinischen Schulgesetzes eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. „Für die Gemeinschaftsschule liegt der Vorteil dieser Vereinbarung darin, dass jetzt mehr auf die berufliche Qualifikation geachtet wird. Die Eltern erhalten mehr Sicherheit bei der Bildungsplanung ihrer Kinder“, sagt Britta Pichatzek, Leiterin der Gemeinschaftsschule.

Durch diese stärkere Praxisorientierung wird gleichzeitig auch der Umstieg von der Gemeinschaftsschule zum BBZ für die Schüler vereinfacht. Und es gibt ein weiteres Bonbon. BBZ-Leiter Hans-Hermann Henken verspricht: „Das BBZ garantiert den Absolventen der Gemeinschaftsschule einen Platz in der Klasse, auf die sie sich bewerben.“ Dies verschaffe den Schülern größere Verlässlichkeit, denn das BBZ biete unterschiedliche Bildungsgänge an, darunter auch den gymnasialen Zweig.

Im Einzelnen sieht der Kooperationsvertrag bei Bedarf unter anderem eine Information und Beratung der Lehrer vor. Dazu soll ein Referent des BBZ bei Dienstversammlungen oder Fachkonferenzen an der Gemeinschaftsschule eingeladen werden. Schüler und Eltern werden an der Gemeinschaftsschule bei Informationsveranstaltungen künftig auch direkt durch das BBZ beraten. Zusätzlich gibt es gegenseitige Hospitationen der Lehrkräfte. Zudem soll es Berufsschulpraktika für die Schüler der Gemeinschaftsschule geben und Kooperationen auf weiteren Feldern.

„Wir haben unter anderem die engere Zusammenarbeit der Lehrerkollegien vereinbart, damit die Schüler wissen, was auf sie zukommt“, erläutert Henken. Der frühzeitige Kontakt zum BBZ soll dabei die Abbrecherquote niedrig halten. Laut Uwe Schürch, Leiter der Kappelner Außenstelle des BBZ, kommt rund die Hälfte der 400 BBZ-Schüler in der Kappelner Außenstelle von der Gemeinschaftsschule. Marta Kraft vom Nahbereichsschulverband Kappeln betont die Transparenz der Kooperation. „Wir ermöglichen den Schülern ihren Weg ohne Misserfolge weiterzugehen“, sagt Kraft.

Für die Gemeinschaftsschule ist dies nach der Kooperationsvereinbarung mit dem Gymnasium bereits der zweite Vertrag dieser Art. Britta Pichatzek meint dazu: „Wir nutzen das Angebot der Möglichkeiten vor Ort.“ Laut Marta Kraft ist dies das Besondere an der Kappelner Schullandschaft. „Es gibt einen engen Kontakt, die Wege sind nicht so lang, und man begegnet sich auf Augenhöhe“, so die Verbandsvorsteherin.

Der Vertrag kommt nun zur Genehmigung in den Kulturausschuss des Kreises. Sollte er dort befürwortet werden, wird er vom Landrat unterzeichnet und damit rechtsgültig.

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