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Kunsthaus Hänisch in Kappeln : Mehr Bonbons für die Mitglieder

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Kunsthaus Hänisch plant „Previews“ im exklusiven Kreis und vier Ausstellungen im nächsten Jahr.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 07:00 Uhr

Der neue Vorstand des Trägervereins des Kunsthauses Hänisch geht zuversichtlich ins nächste Jahr. Vier Ausstellungen und ein Vortragsabend sind festgezurrt, außerdem gibt es konkrete Pläne, die Mitglieder mit zusätzlichen Vorteilen zu locken, daneben gedeihen Gedanken, das Kunsthaus und seine in den vergangenen Jahren gewachsenes Ansehen durch einzelne Aktionen noch weiter zum Strahlen zu bringen. Ein kurzer Ausblick.

Noch ist im Kunsthaus keine Winterruhe eingekehrt, die aktuelle Schau läuft noch diese ganze Woche. Dann allerdings ist Pause bis Ende Januar ehe der Verein mit Porträts, Landschaften und Stillleben der Hamburger Künstlerin Birgitt Bolsmann das Jahr 2017 einläutet. Angeline Schube-Focke, stellvertretende Vereinsvorsitzende und neue Kuratorin, freut sich auf die Ausstellung der im Jahr 2000 verstorbenen Künstlerin, deren Werke sie schon deshalb besonders gut kennt, weil sie seit zwei Jahren an einem Verzeichnis arbeitet. Abgerundet wird die Retrospektive von einem für Februar geplanten Vortrag des Kunsthistorikers Alf Hermann. Titel: „Können Frauen Kunst?“ Jörg Haasters, seit Oktober Vorsitzender des Kunsthaus-Vereins, zieht gleichzeitig ein wenig die Augenbrauen hoch und lächelt. „Das ist ein wirklich provozierender Titel“, sagt er. „Es wird ein Abend mit viel Spannung.“ Im April folgt eine Ausstellung eines Fotografie-Septetts. „Sofortbild – Fotografische Unikate im digitalen Zeitalter“ vereint Fotografen aus Schleswig-Holstein und Wales, die, so beschreibt es Angeline Schube-Focke, „die ganze Bandbreite ihrer Kunst“ zeigen. Die Kuratorin plant außerdem etliche Künstlergespräche mit den Beteiligten, vielleicht sogar Workshops, in denen sich die Teilnehmer mit digitaler Fotografie beschäftigen. Die Sommerausstellung bestreitet Frank Suplie, ein Schüler von Klaus Fußmann, und Schube-Focke kündigt bereits zwei passende Abendveranstaltungen an, darunter ein Themenabend zu den Norddeutschen Realisten. Den Schlusspunkt setzt schließlich eine Druckgrafik-Schau ab Oktober, zu der mindestens eine Lesung stattfinden soll.

Jeder Ausstellung ist als Bonbon für die Mitglieder eine sogenannte Preview, also eine Art Vorausschau, vorgeschaltet. Dahinter verbirgt sich eine informelle, gesellige Runde, die ausschließlich den Mitgliedern vorbehalten ist und die Gelegenheit erhält, bereits vor allen anderen und unter Anwesenheit des Künstlers einen Blick auf die neue Ausstellung zu erhaschen. „Ich hoffe, dass sich unsere Mitglieder darauf freuen“, sagt Schube-Focke. Geplant ist zudem, die jeweilige Schau auf eine spezielle Weise abzuschließen. So ist etwa für den vierten Adventssonntag, wenn die Bilder von Wolfgang Werkmeister letztmalig zu sehen sind, eine Finissage vorgesehen. Es gibt einen Umtrunk, weihnachtliche Plätzchen, bei gutem Wetter reist Werkmeister an und übernimmt die letzte Führung. „Auf diese Weise wollen wir den Kontakt zu unseren Mitgliedern und den Kunsthaus-Besuchern intensivieren“, sagt die Kuratorin. Und auch wenn vielleicht nicht jedes Mal eine wirkliche Finissage umgesetzt werden kann, so soll künftig am Schlusstag auf jeden Fall etwas Besonderes anstehen.

Verstärken will der Verein auch die Kooperation mit anderen Häusern und Institutionen. Als Beispiele nennt Angeline Schube-Focke das Museum Eckernförde und das Elbeforum Brunsbüttel. „Wenn man einem Maler gleich mehrere Stationen anbieten kann, ist das ein großer Vorteil“, sagt die Kuratorin. Geteilte Arbeit und geteilte Kosten für die Veranstalter, doppeltes Publikum für den Künstler.

Intensiver soll zudem die Zusammenarbeit mit Schulen werden. Jörg Haasters beschreibt das so: „Wir müssen die junge Generation fit fürs Museum machen. Es gibt noch mehr Dinge als Fernsehen und Internet, dazu muss man sich nur selber auf den Weg machen.“ Hilfreich könnte dafür das Projekt „Klasse Aktion“ sein: Eine Webseite sammelt regionale Lernorte abseits des Alltäglichen, um so die Themen Geschichte, Natur, Technik, Kunst und Kultur erlebbar zu machen. Angeline Schube-Focke betont: „Da werden wir auf jeden Fall mitmachen.“

Unterm Strich also jede Menge Ideen für das Kunsthaus, die nun, diesen Eindruck vermittelt der Vorstand, mit Elan umgesetzt werden sollen. Nicht umsonst stellt der Vorsitzende klar: „Ich hoffe sehr, dass wir Erfolg haben. Dieses Haus lebt von seinen Besuchern und für seine Besucher.“ rn

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