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Schlei-Bote

11. Dezember 2017 | 10:57 Uhr

Mehr Arbeitslose nach Schulschluss

vom

Erwerbslosenzahl bei den unter 25-Jährigen ist deutlich gestiegen / Noch 800 freie Ausbildungsplätze im Agenturbezirk

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Kappeln | Entgegen der Entwicklung der vergangenen Monate ist die Arbeitslosenquote im nördlichen Schleswig-Holstein im Juli wieder gestiegen. Im Vergleich zum Juni hat sich die Zahl der erwerbslosen Personen im Agenturbezirk Flensburg um 350 auf jetzt 18355 erhöht, das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. Eine Abnahme von 1,6 Prozent (297 Personen) ist jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 7,7 Prozent (Vormonat: 7,5 Prozent, Vorjahr: 7,9 Prozent).

"Bei den unter 25-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit um 17,1 Prozent angestiegen. Es haben sich viele junge Menschen nach Beendigung ihrer Schul- und Ausbildungszeit arbeitslos gemeldet", sagt Heike Döpke, Leiterin der Agentur für Arbeit Flensburg. Sie befänden sich in der sogenannten Sucharbeitslosigkeit und würden erfahrungsgemäß kurzfristig in Ausbildung, Arbeit oder Studium einsteigen.

Im Kreis Schleswig-Flensburg, der neben der Stadt Flensburg und dem Kreis Nordfriesland zum Agenturbezirk gehört, stieg die Zahl der Arbeitslosen um Vergleich zum Juni des Jahres um 161 auf nun 7845 Personen (plus 2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist sie dagegen um 175 Personen gesunken (minus 2,2 Prozent).

Im Bereich der Geschäftsstelle Kappeln waren um Juli 1305 Menschen arbeitslos gemeldet, 25 mehr als im Juni (plus 2 Prozent) und vier mehr als im Vorjahr (plus 0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 8,9 auf jetzt 9 Prozent (Vorjahr: 9,7 Prozent). Dazu sagt die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Yeliz Dönmez: "Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in den Gruppen der unter 25-Jährigen und Langzeitarbeitslosen deutlich erkennbar." Tatsächlich weist die erste Gruppe im Vergleich zum Juni einen Zuwachs von 29, die zweite von 21 Personen auf. Dönmez weiter: "Bei den unter 25-Jährigen erwarten wir beim Übergang von der Ausbildung in die weitere Beschäftigung einen stetigen leichten Rückgang."

Und die Chancen darauf scheinen realistisch: Derzeit stehen im Agenturbezirk noch 800 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Die meisten Ausbildungsplätze gibt es noch für angehende Kaufmänner im Einzelhandel (84 Stellen), Köche (72), Hotelfachmänner (66), Verkäufer (55), Restaurantfachmänner (51), Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk Fleischerei (31), Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk Bäckerei (28), Friseure (24), Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klima (23) sowie Fachkräfte Lagerlogistik (22). Heike Döpke appelliert an Arbeitgeber, auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. "Über eine Einstiegsqualifizierung oder ausbildungsbegleitende Hilfen können wir in diesen Fällen von Anfang an Hilfe bieten", wirbt Döpke. Neben Nachhilfe sei beispielsweise auch sozialpädagogische Unterstützung möglich.

Allerdings sehen die Situationen gerade im Fall unversorgter Schulabgänger in den einzelnen Geschäftsstellen sehr unterschiedlich aus. Während in Kappeln zwar noch 68 freie Ausbildungsplätze existieren, gibt es dort laut Agentur für Arbeit keine untersorgten Bewerber. In Schleswig stehen derweil 127 Ausbildungsstellen 228 Bewerber, in Flensburg 267 Stellen sogar 454 Bewerber gegenüber.

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