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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Mehr als doppelt so viele Flüchtlinge

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

820 Asylbewerber und Spätaussiedler werden in Rendsburg-Eckernförde erwartet. Kreis und Gemeinden fordern Hilfe vom Land.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 12:30 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge im Kreis Rendsburg-Eckernförde steigt explosionsartig: Gegenüber 2013 sollen es in diesem Jahr mehr als doppelt so viele sein. Das geht aus aktuellen Zahlen der Kreisverwaltung hervor. Demnach wird prognostiziert, dass bis Jahresende insgesamt 820 Asylbewerber und Spätaussiedler untergebracht werden müssen. „Die Tendenz ist weiter steigend“, mahnte Rolf-Oliver Schwemer, Landrat in Rendsburg-Eckernförde, vor dem Kreistag. Er forderte mehr Unterstützung für die Kommunen und sieht den Innenminister in der Pflicht.

Im Januar war noch die Rede von 450 Flüchtlingen für den Kreis. Schon damals war der Druck auf Ämter und Gemeinden groß, die Menschen unterzubringen. „Um diese Herausforderungen gemeinsam besser bewältigen zu können, haben wir Anfang des Jahres eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Gemeindetages und der Städte sowie der Kreisverwaltung ins Leben gerufen“, sagte Schwemer. Die hat beschlossen, die zentrale Gemeinschaftsunterkunft in Rendsburg von 60 auf 90 Plätze zu erweitern. Von dort aus werden die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft den Gemeinden zugewiesen. Für die zusätzlichen Plätze habe die Verwaltung bereits 110.000 Euro im Haushaltsplanentwurf 2015 vorgesehen. Zusätzlich soll die Unterkunft für 200.000 Euro renoviert werden. Laut Schwemer erstattet das Land beide Beträge zu 70 Prozent. Durch die Erweiterung müssen die Flüchtlinge nicht so schnell weitervermittelt werden, sodass die Gemeinden mehr Zeit haben, geeigneten Wohnraum zu finden.

Zudem hat sich die Arbeitsgruppe dafür ausgesprochen, die Landesmittel von 64 Euro pro Asylbewerber im Quartal direkt an die Ämter und Gemeinden weiterzuleiten, um ehrenamtliche Helfer vor Ort besser auszustatten. Im kommenden Jahr rechnet die Verwaltung mit 215.000 Euro, die je nach der zugewiesenen Zahl von Flüchtlingen an die Kommunen gehen.

Neben den Schwierigkeiten auf der Verwaltungsebene bewege ihn die steigende Zahl von Flüchtlingen auch menschlich und politisch, so Schwemer. Er betonte: „Die kommunale Ebene ist auf eine stärkere Unterstützung durch das Land und den Bund angewiesen.“ Schwemer forderte dringend schnellere Asylverfahren. „Zudem müssen die Mittel für die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort deutlich erhöht werden.“ Die Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit einen Forderungskatalog an Innenminister Andreas Breitner.

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