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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 20:07 Uhr

Schuby : Mega-Biogas-Anlage läuft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Täglich werden 800 bis 1000 Tonnen Rüben angeliefert – sie liefern Strom für 51 000 Menschen. Die Wasseraufbereitung befindet sich in der Testphase.

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Es ist die größte Biogasanlage im Norden, sie ist in ihrer Konzeption einzigartig in Deutschland – und kompliziert. Was den Initiatoren des Pilotprojektes zum Verhängnis wurde, war für die neuen Betreiber der Schubyer Anlage Herausforderung. Die Anlagenbau-Firma Niersberger aus Erlangen hat die Riesenanlage modifiziert und zum Laufen bekommen. Jetzt werden jeden Tag rund 800 bis 1000 Tonnen Rüben angeliefert und zu Mus verarbeitet – Futter für riesige Fermenter, in denen Methangas gewonnen wird, das wiederum in Blockheizkraftwerken zu Strom umgewandelt wird.

Die Rüben kommen zum Teil von Anbauern aus der Region im Umkreis von 15 bis 35 Kilometern um Schuby herum. Ein Großteil davon wird über die Nordzucker AG beschafft. Aber auch viele Einzellieferanten habe die Betreibergesellschaft Bioenergie Schuby GmbH gewinnen und langfristig vertraglich binden können, sagt Niersberger-Prokurist Ulf Eckstein. So wurde sichergestellt, dass im Laufe der Rübenkampagne, die gewöhnlich von Ende September bis in den Januar läuft, rund 90  000 Tonnen Rohstoff am Schubyer Weideweg angeliefert werden.

Soweit war auch Beta-Biomethan (Hofkontor) seinerzeit gekommen, bevor das Unternehmen wegen technischer Probleme bei der Rübenaufbereitung und wegen finanziellen Problemen 2013 gescheitert war. Heute, so sagt Eckstein, funktioniere die Rübenwäsche, auch wenn sie eine Herausforderung darstelle. „Sie muss alle zwei bis drei Tage gereinigt werden“, sagt der Fachmann.

Haben die Rüben die Wäsche durchlaufen, werden sie zu Mus verarbeitet und in mehreren Behältern gelagert. Das Mus wird dann sukzessive in die beiden neuen Fermenter gepumpt, wo es vergärt und so Gas produziert. Dieses wiederum wird in einer weiteren Station gereinigt, damit es an einem Übergabepunkt – wenige Hundert Meter von der Anklage entfernt – in die Gasleitung der Gasunie eingespeist werden kann.

In der Gesamtsumme von 8,5 Millionen Euro, die Niersberger investierte, gehen nicht nur die beiden neuen Fermenter auf, auch eine Wasseraufbereitungsanlage wurde neu installiert. „Mit der sind wir gerade in der Testphase“, sagt Eckstein. „Wir stehen kurz vor der Inbetriebnahme. Derzeit bilden sich die Biokulturen, die die Reinigung des Wassers übernehmen, das mittels einer Zentrifuge aus den Gärresten gewonnen wird. „Damit minimieren wir auch die Reste.“ Bis die Abwasserreinigungsanlage in Betrieb ist, läuft die Biogasanlage nach Aussage Ecksteins gedrosselt. „Aber ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr zum zum Entwässern kommen. Dann fahren wir wieder hoch.“

Bis zu 100  000 Tonnen Rüben können in Schuby zu Biomethan-Gas verarbeitet werden. In diesem Jahr werden es 90  000 Tonnen sein, die bis zur nächsten Kampagne für einen permanenten Betrieb der Anlage sorgen werden. Nach Angaben des Unternehmens liegt das jährliche Einspeisepotenzial bei 90 Millionen Kilowattstunden. Das entspreche der Stromversorgung von mehr als 51  000 Menschen (berechnet auf Basis von Drei-Personen-Haushalten). Allerdings wird dieser Strom nicht in Schuby erzeugt, sondern dort, wo er gebraucht wird, um Blockheizkraftwerke zu betreiben. Verkauft wird das Biogas durch das Unternehmen BMP Greengas aus München – vornehmlich an Kommunalunternehmen in ganz Deutschland.

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