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Eckernförde : Meeresgrund als Forschungsgebiet

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Geomar-Institut vermisst und kartiert derzeit den Grund der Eckernförder Bucht.

„Von der Eckernförder Bucht gibt es keine hochauflösende Karte, die Einzelheiten bis auf einen Meter genau widergibt“, erläutert Professor Dr. Jens Greinert, Forschungsleiter beim Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Im Rahmen seines Forschungsprojektes vermisst er derzeit zum einen hochauflösend die Eckernförder Bucht, zum anderen versuchen die beteiligten Wissenschaftler die Methodik der Sedimentsbestimmung im Meeresboden anhand der Echos und anhand des Probenvergleichs zu verbessern. Dafür war in den vergangenen Tagen der Fischereiforschungskutter „Littorina“ im Außenbereich der Eckernförder Bucht unterwegs, um mit einem hochauflösenden Fächersonar den Untergrund detailgenau zu erfassen. Zwischen den Tagesfahrten lag das in Kiel beheimatete Schiff aus Zeitgründen im Eckernförder Hafen.

„Es ist ein Langzeitprojekt, das Aussagen auch über den Lebensraum am Meeresgrund hergeben soll“, erklärt Greinert und zeigt auf ein Zwischenergebnis am Bildschirm, bei dem man bei genauerem Hinsehen sogar ein verlegtes Kabel erkennen kann. So waren dann auch Wissenschaftler unterschiedlicher Bereiche an Bord der „Littorina“, die gemeinsam die Möglichkeiten des Schiffs nutzten.

Speziell für Forschungszwecke ausgerüstet, lässt sich die Grundausstattung des 30 Meter langen und fast acht Meter breiten Schiffes für vieles einsetzen. Ausgestattet mit einem sogenannten „Multibeam-Sonar“ deckt die Erfassung einen Winkel von zirka 130 Grad ab, je nach Eigengeschwindigkeit des Schiffes kann dabei die Auflösung bis zu 50 Zentimeter verbessert werden. Damit die Messreihen nutzbar sind, sorgen zwei GPS-Komponenten für weniger als ein Meter genaue Positionen, Stampf- und Rollbewegungen des Schiffes werden auf zwei Stellen hinter dem Komma pro Grad berücksichtigt.

Von Bedeutung ist auch die Schallgeschwindigkeit im Wasser, die von Salzgehalt und Temperatur abhängig, Einfluss auf die Laufzeit der Echomessung hat. „Diese lag heute bei 1472 Meter pro Sekunde“, ergänzt Greinert. Alle Tiefenmesswerte werden dann mit dem Eckernförder Pegel normiert, damit eventuelle windabhängige Wasserstände ohne Einfluss sind.

Nicht von ungefähr lag dabei der Messschwerpunkt in der Nähe von Boknis Eck. Dort betreibt Geomar seit 1959 einen sogenannten „Monitoring Point“, an dem langfristige Veränderungen am Grund für Vergleiche erfasst werden. Absehbar soll dort auch ein fester Messknoten unter Wasser mit Kabelverbindung an Land und Telemetrie zum Institut eingerichtet werden. „Dafür prüfen wir, ob in diesem Bereich Schleppspuren von Fischern unter Wasser vorhanden sind“, sagt der Forschungsleiter, denn eine Gefährdung der Einrichtung will man durch entsprechendes Positionieren ausschließen.

Bis die Bucht komplett erfasst ist, wird es allerdings noch einige Zeit dauern, die Daten stehen dann aber allen Interessenten zur Verfügung.

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