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Schlei-Bote

21. August 2017 | 18:08 Uhr

Mensch des Jahres : Manfred Wachtel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Kappelner hat eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge initiiert.

Geboren wurde die Idee im städtischen Ordnungsamt, Manfred Wachtel allerdings war mehr als ein Geburtshelfer. Als es darum ging, der wachsenden Zahl der Flüchtlinge nicht nur ein Dach überm Kopf zu geben, sondern auch eine Aufgabe, war es ein ganz praxisnaher Gedanke, den Wachtel umsetzte: Die Menschen brauchen ein Fortbewegungsmittel – der Startschuss für die Fahrradwerkstatt. In mehreren Räumen in Loitmark schrauben seit Ende Juli mehrere Flüchtlinge an gespendeten Rädern, bringen sie in Schuss und verhelfen so sich selber und anderen zu einem funktionierenden Fortbewegungsmittel. Abgesehen von den Deutsch-Kenntnissen, die sie sich ganz nebenbei erarbeiten, hat Manfred Wachtel noch einen mindestens ebenso entscheidenden Aspekt im Blick. Bei der Werkstatt-Eröffnung hatte er diesen gegenüber den Flüchtlingen so formuliert: „Ihr werdet gebraucht.“ Und tatsächlich schwingt in dieser praktischen Alltagshilfe jede Menge Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den Neu-Kappelnern mit, die mit Schraubenschlüssel, Kurbelabzieher und Tretlager mehr als gekonnt hantieren. Gemeinsam mit seiner Frau Sigrid engagiert sich Manfred Wachtel außerdem als Pate für ein Quintett, das er „unsere Jungs“ nennt. Andere Kulturen und Menschen haben ihn schon immer gereizt, beruflich ist der 64-Jährige viel in der Welt unterwegs gewesen. Er weiß, wie es sich anfühlt, fremd zu sein. Dadurch, so glaubt er, habe er sich seine Unvoreingenommenheit und sein Verständnis bewahrt. Auch deshalb werden viele, die in der Fahrrad-Werkstatt schrauben, über Wachtel denken: Er wird gebraucht.

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erstellt am 02.Nov.2015 | 00:15 Uhr

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