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Norderbrarup : „Macht was für unsere Schule!“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Interessengemeinschaft macht Stimmung gegen den zentralen Schulstandort in Süderbrarup. Am Dienstag fällt die Entscheidung im Amtsausschuss.

Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Amtsausschusses Süderbrarup zum Bau einer zentralen Grundschule melden sich noch einmal die Gegner dieses Vorhabens. Die Interessengemeinschaft (IG) „Macht was für unsere Schule – schweigt nicht“ hatte die Befragung von künftigen Schuleltern fortgeführt. Inzwischen haben 96 Eltern, deren Kinder zwischen 2015 und 2020 eingeschult werden, ein Votum abgegeben. Im Falle einer zentralen Schule in Süderbrarup wollen 83 davon ihre Kinder entweder außerhalb des Amtsbereichs Süderbrarup oder in die Dänische Schule schicken. Im Falle eines Erhalts der Grundschule Norderbrarup würden 82 diesen Schulort wählen und nur zwölf Kinder das Amt verlassen.

IG-Sprecher Lutz Tschense erwartet, dass der Amtsausschuss diese Willensbekundungen ernst nimmt. „Wenn die Eltern zu ihrem Votum stehen, bedeutet dies, dass der geplanten Zentralschule etwa 25 Prozent der erwarteten Schüler fehlen“, rechnete er vor. Und es bestehe die Gefahr, dass die finanziellen Auswirkungen des Neubaus einer zentralen Schule in Süderbrarup auch die Gemeinde überfordern. Grund dafür seien die Schulgeldzahlungen, die für Schüler außerhalb des Amtsbezirkes dann zusätzlich fällig werden. „Schon heute orientieren sich Eltern vor dem Hintergrund der unklaren Verhältnisse neu und schicken ihre Kinder in Schulen außerhalb der Trägerschaft des Amtes Süderbrarup“, fährt er fort und sieht auch bei pessimistischer Betrachtung eine dauerhafte Auslastung des Grundschulstandortes Norderbrarup mit 95 Schülerinnen und Schülern bis zum Jahre 2030. „Außerdem hat die Grundschule Norderbrarup einen über die Amtsgrenzen hinaus gehenden guten Ruf, der für eine positive Entwicklung der Schullandschaft im ganzen Amt genutzt werden kann und sollte“, schließt Lutz Tschense.

Zur Situation: Der allgemeine demografische Wandel halbiert im Amt Süderbrarup bis zum Jahre 2030 die Schülerzahlen. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, hatte sich im vergangenen Jahr ein Arbeitskreis gebildet, der Vorschläge zur Entwicklung der Grundschulen erarbeitet. Anfang des Jahres kam eine erste Empfehlung: Zum Schuljahr 2017/2018 sollten alle fünf Grundschulstandorte des Amtes geschlossen und durch eine zentrale, dreizügige Grundschule für 300 Schüler in Süderbrarup ersetzt werden. Die endgültige Entscheidung darüber liegt beim Amtsausschuss, auf den zurzeit noch die Schulträgerschaft übertragen ist. Die Mitglieder sind überwiegend Bürgermeister des Amtes, die bei ihrer Abstimmung nur ihrem Gewissen und keinem Gemeindevertretungsvotum unterworfen sind. Schul- und Jugendausschuss sowie der Finanzausschuss des Amtes haben bereits grünes Licht gegeben. Doch es gibt Gegenaktionen aus der Elternschaft – vor allem aus Norderbrarup und den anderen nördlichen Gemeinden des Amtes.

Parallel zur Schulentwicklung findet noch die laut Amtsordnung zum 1. Januar 2015 neu zu regelnde Aufgabenübertragung der Gemeinden auf das Amt statt. Die Schulträgerschaft ist dabei eine dieser Aufgaben. Scheggerott lehnte die Übertragung ab und will mit anderen Gemeinden einen kleinen Schulverband gründen, mit dem Ziel, die Schule in Norderbrarup zu behalten.

In Norderbrarup selbst steht eine Entscheidung noch aus. Sie wird am kommenden Montag fallen, einen Tag vor der entscheidenden Amtsausschusssitzung am Dienstag.

 

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erstellt am 25.Okt.2014 | 14:30 Uhr

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