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Schnelles Internet : Maasholm auf der Überholspur

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kooperationsvertrag mit der Telekom: Die Gemeinde rechnet in einem Jahr mit Breitbandanschluss.

Wenn man den technischen Experten Glauben schenken darf, dann bricht für Maasholm bald ein neues Zeitalter an. Vielleicht schon in einem Jahr könnte die Schlei-Gemeinde über einen Breitbandanschluss und damit über schnelles Internet verfügen. ,„Die Bürger werden sich wundern, was dann alles möglich sein wird“, sagte Bernd Rabe vom Oeverseer Ingenieurbüo GR²PC. Und dann zählte Rabe auf: HD-Fernsehen (hochauflösendes Fernsehen) oder gleichzeitig Filme aufnehmen und sehen, das alles soll dann keine Zukunftsmusik mehr sein.

Schließlich haben gestern Maasholms Bürgermeister Kay-Uwe Andresen und Kirsten Wesche von der Telekom die unterschriebenen Kooperationsverträge zur Breitbandversorgung der Gemeinde ausgetauscht. „Wir haben auch wirklich lang genug daran gearbeitet“, meinte Andresen. Seit Januar 2013 steht das Thema auf der Maasholmer Agenda ganz oben. Wie wichtig der Gemeinde der Breitbandanschluss ist, zeigt der Umstand, dass Maasholm zwischenzeitlich überlegt hat, ohne Fördergelder die Sache anzugehen, um nicht noch länger auf das schnelle Internet zu warten.

„Die Gewerbetreibenden und die Yachteigner am Hafen scharren schon mit den Füßen“, sagte der Bürgermeister über die Nachfrage nach dem schnellen Internet im Ort. So sei die Yachtgemeinschaft über den derzeitigen Hotspot und das aktuelle Wlan-Netz nicht glücklich. Zwischen zwei und sechs Megabit pro Sekunde (mbit/s) beträgt die Übertragungsrate im Ort. „Doch daran können wir derzeit nichts ändern“, sagte Andresen.

Dass jetzt das schnelle Internet auch zügig kommt und dann noch mit Fördergeldern, ist auf die geografische Lage des Dorfes zurückzuführen. „Maasholm liegt wie eine Insel, niemand ist von uns abhängig, und mit unserer Anbindung stören wir auch keinen“, sagte Andresen. Folge: Die Schlei-Gemeinde wurde nicht nur aus dem Kreiskonzept für Breitband entlassen, Bund, Land und EU fördern den Maasholmer Breitbandanschluss auch noch. Gerd Aloe, Leitender Beamter des Amtes Geltinger Bucht, erklärte: „Ansonsten gibt es für Einzelgemeinden keine Förderung.“ Amtsweit sei Maasholm nun die einzige Gemeinde, für die das Kreiskonzept keine Anwendung finde. Rund 126.000 Euro dieser Maßnahme sind förderfähig, davon bringt die Gemeinde 31.000 Euro als Eigenanteil auf.

Dafür wird Glasfaserkabel von der Vermittlungsstelle in Wormshöft zu den Kabelverzweigern gelegt. Die langsameren Kupferleitungen von den Kabelverzweigern zu den Häusern bleiben jedoch. Wenn die neuen Verbindungen stehen, dann surfen die Maasholmer durchs Internet mit einer Übertragungsrate von bis zu 50 mbit/s, im schlechtesten Falle von sechs bis zehn mbit/s. Die niedrigeren Übertragungsraten sind bedingt durch die größere Entfernung dieser Häuser zu den Kabelverzweigern. Damit läuft die Übertragung länger über das langsamere Kupferkabel. Technikingenieur Rabe versicherte jedoch: „Alle Einwohner werden künftig bessere Übertragungsraten haben.“

Anfangs war das keineswegs ausgemacht. Denn zunächst galt die Förderung nur für das Ortszentrum, nicht aber für den Ortsteil Maasholm-Bad. Doch da wurde flugs nachgebessert. „Schließlich wollten wir hier keine Zweiklassengesellschaft“, sagte Rabe, der der Gemeinde mit seinem Ingenieurbüro zur Seite steht.

Der Bürgermeister jedenfalls war glücklich, dass die Vorbereitungen jetzt abgeschlossen sind. Dabei dankte er auch seinen „guten Verbündeten“, wie er seine Partner aus Politik und Wirtschaft nannte. „Denn als Kommune allein läuft man da schnell gegen die Wand.“ Andresen hat das Gefühl, dass es zunehmend einen Run auf Breitband geben wird. „Da bin ich froh, dass wir schon so weit sind.“ Schnelles Internet habe nun mal einen hohen Stellenwert nicht nur für Gewerbetreibende. Andresen: „Selbst Feriengäste wollen nicht mehr aufs Internet verzichten, und sei es, weil sie E-Mails abrufen wollen.“ 

 

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erstellt am 25.Sep.2015 | 08:30 Uhr

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