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Kappeln : LWG will Stadtentwicklung voranbringen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Liberale Wählervereinigung schlägt Gründung eines Expertengremiums vor. Vorstand einstimmig wiedergewählt.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 07:30 Uhr

Die Liberale Wählergemeinschaft (LWG) kritisiert die mangelnde Stadtentwicklung. Auf der LWG-Jahreshauptversammlung in der Fährschänke sagte Vorsitzender Helmut Meerjanssen, dass es trotz zahlreicher Organisationen auf diesem Gebiet kein schlüssiges Konzept gebe. Stadtvertreter Michael Arendt stimmte dem zu und forderte ein Forum, das mit allen wichtigen Gruppen besetzt sei. Dieses Forum solle die Politik begleiten und sie auch fordern. Auch die Bürgerbeteiligung sei dabei wichtig. „Wenn Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung nicht wichtig ist, wo denn sonst. Politik ist nur der Dienstleister und nicht der Macher“, so Arendt. Ein Mitglied der Wählergemeinschaft bemängelte zudem die Politik der schwarzen Null seitens der Stadtvertretung. „Es heißt, man darf der nächsten Generation keine Schulden hinterlassen, aber ein kaputtes Kappeln offenbar wohl“, sagte das LWG-Mitglied und forderte zugleich mehr Dialogbereitschaft in der Politik und auch seitens der LWG. Arendt meinte, dass Differenzen in der Politik in Ordnung wären, doch sorge er sich um das Zusammenspiel von Politik und Verwaltung. „Noch heute wird permanent nach Schwächen und falschen Zahlen in Vorlagen gesucht. Die Funktionsebene ist erheblich gestört. Man soll die Verwaltung auch mal arbeiten lassen.“ Vorsitzender Meerjanssen bescheinigte der Verwaltung eine fachlich gute Arbeit. „So eine Verwaltung muss man sich erst mal schnitzen.“

Fraktionsvorsitzender und Schriftwart Peter Koch meinte zur Stadtentwicklung: „Es hat sich nicht viel geändert, in Kappeln bewegt sich kein Stein.“ Daraufhin gab es einen von schallendem Gelächter begleiteten Zwischenruf: „Doch die Steine in der Mühlenstraße“. Koch erinnerte an die Aussage des Vorsitzenden des Wirtschaftskreises Pro Kappeln, Stefan Lenz, wonach man bei weiterem Nichtstun eine Stadt haben werde, die in zehn Jahren total marode sei. „Wir leben vom Tourismus, wenn wir die Stadt nicht auf Vordermann bringen, dann bricht uns irgendwann der Tourismus weg“, warnte Koch.

Die einst erarbeiteten Prioritätenlisten befänden jetzt in der Schublade. Koch kündigte an, dass die LWG eine Vorlage in die Stadtvertretung einbringen wird. Darin werde die Gründung eines Gremiums zur Stadtentwicklung gefordert. Koch forderte in dem Zusammenhang, die Jugend nicht zu vergessen.

Ansonsten sei er stolz auf das Verhalten der LWG während des Bürgermeisterwahlkampfes. „Von uns gab es keine Angriffe auf Kandidaten oder Parteien.“ Meerjanssen sprach von einem personalisierten Wahlkampf. Dabei sei es CDU und SPD nicht darum gegangen, die Vorzüge der eigenen Kandidatin hervorzuheben, sondern auf den Bürgermeister „raufzudreschen“. Er nannte die unterlegene Kandidatin von CDU und SPD, Stadtvertreterin Marta Kraft (CDU), eine freundliche und engagierte Persönlichkeit und meinte: „Ich kann nicht verstehen, wie man eine taffe Frau so verheizen kann.“ Gleichzeitig äußerte der LWG-Vorsitzende Zweifel an Krafts fachlicher Eignung für das Amt der Bürgermeisterin. „Kraft zur Bürgermeisterin zu machen, das ist so, als ob man die Schulsekretärin der KHS zur Schulleiterin machen will.“

In den anschließenden Wahlen bestätigten die Mitglieder ihren Vorstand en bloc einstimmig. Vorsitzender bleibt Helmut Meerjanssen ebenso wie der abwesende Theo Kalmar stellvertretender Vorsitzender bleibt. Schriftführer Peter Koch und Kassenwart Heinrich Stenglein behalten somit auch ihre Ämter wie Beisitzerin Heidrun Prahl, die in der Versammlung fehlte, aber wie schon zuvor Kalmar die Bereitschaft zur erneuten Kandidatur im Vorfeld geäußert hatte.

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