Boren/Rieseby : Lkw ruinieren Schlei-Brücke

Maßarbeit bei Eiseskälte: Gerhard Ziegler kontrolliert mit einem Kollegen die Fahrbahnplatten der Lindaunisbrücke.
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Maßarbeit bei Eiseskälte: Gerhard Ziegler kontrolliert mit einem Kollegen die Fahrbahnplatten der Lindaunisbrücke.

Fahrer ignorieren Verbot. Reparaturen sollen am Freitag abgeschlossen werden.

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02. Dezember 2014, 07:45 Uhr

Nicht teuer, aber ärgerlich und vermeidbar – so lässt sich die derzeitige Sperrung der Schleibrücke Lindaunis in kurzen Worten zusammenfassen. Seit gestern ist die Klappbrücke bis voraussichtlich Freitag für den motorisierten Verkehr zwischen 9 und 15 Uhr nicht befahrbar. Nur für Schulbusse, Radfahrer und Fußgänger ist die Brücke ganztätig zu passieren. Auch die Bahn fährt ganz normal. Autofahrer müssen auf Schwansener Seite also zwischen 9 und 15 Uhr die bekannten Umwege über Missunde, Schleswig oder Kappeln in Kauf nehmen oder ihre Fahrten außerhalb des Sperrungszeitraumes legen.

Während der Reparaturarbeiten sollen alle Fahrbahntafeln und die hölzernen, der Fahrbahn zugewandten Bordstein-Innenseiten kontrolliert und bei Bedarf befestigt werden. „Eine der Bordstein-Innenseiten hatte sich gelöst, lag auf der Fahrbahn und stellte ein Unfallrisiko dar“, erläutert Hartwig Schröder, Inhaber der gleichnamigen Stahlfirma, die mit den Arbeiten beauftragt wurde. „Daher ist sofortiges Handeln nötig.“

Die dafür anfallenden Kosten schätzt Schröder auf rund 4000 Euro. Zumindest einen Teil davon hätte sich die Deutsche Bahn als Eigentümerin aber sparen können. Schröder: „Über die schmale Brücke fahren viele Fahrzeuge, die das nicht dürfen, etwa Trecker mit Anhängern oder Schwertransporte.“ Denn die Fahrzeuge dürfen maximal 2,30 Meter breit sein und eine Achslast von zehn Tonnen haben. Doch daran halten sich offenbar nicht alle Fahrer – und fahren über die Holzkanten des Bürgersteigs, die sich dadurch nach und nach lösen.

Nicht einmal von den Straßenschildern und Warnbaken, die auf die Sperrung hinweisen, lassen sich alle Fahrer abhalten. „Hier sind schon ein Schwertransporter und eine Autofahrerin trotz der Sperrung drüber gefahren“, berichtet Gerhard Ziegler, einer der vier Arbeiter auf der Baustelle. „Daher haben wir zusätzlich Flatterband vor der Brücke aufgehängt.“

Eine verstärkte Kontrolle der Polizei ist jedoch auch für die Zeit nach Aufhebung der Sperre nicht geplant. „Wir sehen keine Notwendigkeit dafür“, sagt Sönke Hinrichs, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster, auf Anfrage unserer Zeitung. „Anders als bei der Rader Hochbrücke ist die Statik nicht gefährdet.“ Die Rader Hochbrücke soll dennoch einige Jahre länger durchhalten als die 1927 erbaute Lindaunisbrücke, deren Neubau eventuell schon kommendes Jahr beginnt (wir berichteten). „Davor werden im Frühjahr 2015 noch die Fahrbahnplatten ausgetauscht“, sagt Firmenchef Hartwig Schröder. Bis zum Neubau sollen sie halten.

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