zur Navigation springen

Wanderup : Liebhaber-Karossen auf großer Tour

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Zuschauer konnten sich kaum satt sehen: Gleich 36 Mercedes-Benz-Oldtimer machten Station in Wanderup, darunter ein besonders schickes Cabrio, Baujahr 1949.

Der Anblick der alten Karossen war beeindruckend: 36 Mercedes-Benz-Oldtimer hatten sich auf den Weg gemacht, um von Wees über Flensburg und durch Nordfriesland nach Wanderup zum Turnzentrum Nord zu fahren. Dort trafen sich die in Gruppen fahrenden Oldtimerfreunde, um die Veranstaltung „Benz in den Mai“ in gemütlicher Runde zu beschließen. „Alle freuen sich auf diese Veranstaltung mit Programm und zeigen gerne ihre alten Schätze“, stellte Organisationsleiter Sepp Lichtenstern fest.

Die Zuschauer konnten sich kaum satt sehen und hörten gern die zahllosen Geschichten der Fahrzeugbesitzer. Besonders augenfällig war ein Benz 170 S Cabrio, Baujahr 1949, der Familie Juhl aus Großsolt. Diesen Fahrzeugtyp fertigte Mercedes zwischen 1949 und 1951. Es wurden nur 1603 Gefährte gebaut, der Wagen ist also eine absolute Rarität. Der Preis betrug damals 13.475 Deutsche Mark. Das Cabrio kostete 3000 Mark mehr als die Variante mit festem Dach.

Genau dieses Fahrzeug, einen Benz 170 D, fährt auch Volker Rennpferdt aus Wanderup. Sein Mercedes ist auch etwa in dieser Zeit gebaut worden auf einem Fahrwerk, welches bereits zwischen 1936 und 1941 Verwendung fand. Holger Rennpferdt kaufte das Auto 1972 als 23-jähriger junger Mann – und er fährt es bis heute. Zuerst war es sein einziges Auto, wurde täglich benutzt. 1983 wurde es erstmals restauriert, danach war es nur noch „Sonntagsauto“. In den Jahren 2012/2013 war eine weitere aufwendige Restauration notwendig. Mittlerweile stehen auf dem Tacho 150.000 Kilometer.

Ein weiteres auffälliges Model bei dem Treffen war ein Mercedes 280 SL Cabrio Pagoden mit dänischem Nummernschild. Der Besitzer ist Erik Ringkjöbing aus dem Grenzgebiet in Dänemark. Ringkjöbing nahm mit seiner Ehefrau Nexia an der Ausfahrt teil. Das Fahrzeug erhielt den Namen „Pagoden“, weil dessen Frontscheibe wie eine Pagode gebogen ist. Das Cabrio von Erik Ringkjöbing wurde 1968 in Florida/USA zugelassen und fuhr dort bis vor sechs Jahren, hatte 300.000 Meilen auf dem Tacho. Dann kaufte Erik Ringkjöbing das völlig verrostete Gefährt für 4000 Euro plus 500 Euro Fracht. Der Rost erklärt sich dadurch, dass der Vorbesitzer mit dem Fahrzeug häufig am Strand und in salzhaltigem Seeklima unterwegs war. Insgesamt drei Jahre dauerte dessen Restaurierung – und kostete Ringkjöbing weitere 8000 Euro.

Jetzt sieht das Cabrio wie neu aus, ist eine Augenweide für jeden Oldtimerfreund. „Das darf meine Frau alles gar nicht wissen“, sagt Ringkjöbing lachend. Als es aber um den jetzigen Wert geht, entspannen sich seine Gesichtszüge: „Der Wagen ist unverkäuflich“, sagt der sichtlich stolze Besitzer. Aber Autonarren aus China und Russland hätten bereits Interesse an dem Fahrzeug gezeigt. Sie würden tief in den Geldbeutel greifen, weiß er, und locker das Fünffache des Einsatzes zahlen. Aber wie gesagt: Unverkäuflich.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen