Schleimünde : Leuchtturm erhält grün-weißes Kleid

Der eingerüstete Leuchtturm Schleimünde: Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten ist das Laternenhaus abmontiert worden, vorerst weist ein provisorisches Leuchtfeuer den Weg in die Schlei.
Der eingerüstete Leuchtturm Schleimünde: Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten ist das Laternenhaus abmontiert worden, vorerst weist ein provisorisches Leuchtfeuer den Weg in die Schlei.

Der Leuchtturm Schleimünde wird derzeit für 300.000 Euro umfangreich saniert. Die Instandsetzung gilt als klares Zeichen für den Erhalt der Bundeswasserstraße Schlei.

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17. Juli 2014, 07:30 Uhr

Noch ist der Leuchtturm Schleimünde eingerüstet, seine Fassade verbirgt sich hinter weißer Schutzfolie. Doch schon bald wird sich das mehr als 14 Meter hohe Schifffahrtszeichen am Eingang der Schlei in neuer Optik präsentieren. Der schwarz-weiß gestreifte Leuchtturm Schleimünde wird dann in grüner und weißer Farbe erstrahlen.

Noch bis Mitte November führt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck am 1871 erbauten Turm umfangreiche Sanierungsarbeiten durch. Der Lübecker WSA-Leiter Henning Dierken begründet die Maßnahme wie folgt: „Der Leuchtturm hat auf der Schleiseite einen vertikalen Riss, der vor langer Zeit mit Mörtel verschlossen wurde. Um die Standsicherung des Leuchtturmes zu gewährleisten, werden ringförmig vier Zugbänder aus Edelstahl um den Turm gespannt, die ein Aufklaffen von Rissen verhindern.“

Außerdem wurde das Laternenhaus, das starke Korrosionsschäden aufweist, samt Linse vom Wasser aus mit einem Kranponton vom Leuchtturm abgenommen. Das Laternenhaus wird nun auf dem Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes instand gesetzt. Während der Bauzeit leitet ein provisorisches Leuchtfeuer aus dem Turmschaft die Schifffahrt in die Schlei. Zu den Sanierungsarbeiten am Gebäude gehört auch der Austausch der Nebelschallanlage von 1967 gegen ein geräuschloses, aus sechs LED-Lampen bestehendes Nebelfeuer.

Insgesamt betragen die Baukosten rund 300.000 Euro. Dazu sagt Amtsleiter Dierken: „Vor der Grundinstandsetzung haben wir geprüft, ob das Leuchtfeuer nautisch auch erforderlich ist. Dabei hat sich bestätigt, dass der Leuchtturm in diesem durch großen Sportbootverkehr gekennzeichneten Revier ein wichtiges Schifffahrtszeichen ist.“ Und bezüglich der Diskussion um die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sagte Dierken zur Zukunft der Schlei: „Der Status der Bundeswasserstraße Schlei steht nicht auf der Agenda.“

Damit bestätigte der Amtsleiter die Aussagen des Kieler Staatssekretärs aus dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Frank Nägele, der anlässlich einer Unterschriftenübergabe in der vergangenen Woche auf der „Schlei Princess“ davon sprach, dass der Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße nicht gefährdet sei. Die Verlegung des Tonnenlegers „Kormoran“ nach Kappeln, die Ausbaggerarbeiten im Mai in der Schlei und die Sanierungsarbeiten am Leuchtturm werden in der Schifffahrtsszene als positiver Beleg für diese Ausführungen gewertet.

Der neue Farbanstrich des Leuchtturms Schleimünde hat übrigens nichts mit modischen Aspekten zu tun. Wie das Leuchtfeuer hat auch das Gebäude eine optische individuelle Kennung zur Identifizierung durch die Schifffahrt. Der schwarz-weiße Anstrich entsprach noch der alten von Bismarck eingeführten deutschen Betonnung, als schwarz noch schleiauswärts für backbord (links) stand. Bereits seit 1982 gilt international für die Betonnung von Seestraßen die Regelung der Internationalen Vereinigung der für Leuchtturm zuständigen Dienststellen (IALA). Darin ist für die Farbgebung nun europaweit die von See kommende Schifffahrt ausschlaggebend. Im Falle Schleimündes müssen diese Schiffe den Leuchtturm an Steuerbord (grün) lassen. So kommt dort der grüne Farbanstrich ins Spiel. Laut Henning Dierken ist die neue Farbgebung für Schleimünde nichts Neues: „Der Leuchtturm hat dann zum achten Mal sein Gewand gewechselt. Das ist ein einsamer Rekord.“

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