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Schlei-Bote

19. Oktober 2017 | 08:29 Uhr

Letzter Auftritt zu den Heringstagen

vom

Bastelgruppe Windmann macht nach knapp 40 Jahren Schluss / Kappelinge wird es weiter geben

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Sie gehört zu den Heringstagen wie die Wette und das Königspaar: Die Bastelgruppe Windmann bereichert das Programm des Stadtfestes seit Beginn an, als Gruppe besteht sie sogar noch länger. In diesem Jahr allerdings wollen die Kreativen um Namensgeberin Gisela Windmann ihr "Zelte" zum letzten Mal bei den Heringstagen aufschlagen. Und auch wenn dieser Umstand, so berichtet es Gisela Windmann, immer wieder auf Ungläubigkeit trifft, stellt sie klar: "Nach 40 Jahren ist Schluss." Sie sagt aber auch: "Es tut schon weh."

Wer die Bastelgruppe im Hause Windmann besucht, merkt schnell: Hier arbeiten Menschen zusammen, die nicht nur Spaß an kreativer Tätigkeit haben. Es eint sie auch der Wunsch, mit ihrem Tun anderen zu helfen. Regelmäßig nämlich verkauft die Gruppe ihre Bastelergebnisse für einen guten Zweck. Das mit Abstand bekannteste Aushängeschild: der Kappeling. Stoff zuschneiden, Gesicht aufmalen, nähen, bügeln, mit extra feingerupfter Füllwatte stopfen, kontrollieren, verschließen - jede der Damen in der Bastelgruppe hat ihre eigene Aufgabe bei der Produktion des kleinen Wahrzeichens. Und jeder Kappeling ist am Ende ein Unikat. In diesem Jahr bietet die Gruppe erstmals anlässlich der Heringstage einen zierlichen Nils Holgersson an. Natürlich ebenfalls selbst gebastelt aus Filz, Pfeifenreiniger und winzigen Holzperlen. In einer eigens für sie gezimmerten Holzhütte wird die Gruppe ihre Resultate während der Heringstage anbieten, und auch diese Hütte begleitet sie seit Anbeginn. Seit vergangenem Jahr zieren ihre Wände maritime Motive - nach den Heringstagen soll sie als Geschenk in liebevolle Hände wechseln.

Es ist also alles geregelt für die Zeit nach der letzten Darbietung der Bastelgruppe, über die Gisela Windmann sagt: "Diese Gruppe ist einmalig." Immer seien die Mitglieder da, wenn sie gerufen würden, die gegenseitige Verlässlichkeit sei groß, genauso wie die Hilfe und die Fröhlichkeit. Als wenigstens genauso besonders gilt für Gisela Windmann die Unterstützung, die ihre Gruppe von anderen Verbänden und Firmen erhalten hat. Die Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe, die Landfrauen, Nachbarn, Bäckereien aus der nahen Umgebung - alle halfen kräftig mit, wenn es etwa darum ging, den jährlichen Dankeschön-Nachmittag auf die Beine zu stellen. Eben so ein Nachmittag ist übrigens für das kommende Jahr noch geplant. Das soll dann wirklich der letzte öffentliche Auftritt der Bastelgruppe sein.

Schon jetzt weiß Gisela Windmann aber eines: "Die regelmäßige Arbeit wird uns fehlen." Immerhin trifft man sich bislang einmal wöchentlich für mehrere Stunden. Und sie sagt: "Ich weiß nicht, ob es wirklich richtig ist, jetzt aufzuhören. Aber ich bin sicher, dass es schöner ist, mit Freuden aufzuhören." Und sie möchte der Gruppe und sich selbst etwas von dem Druck nehmen, bei bestimmten Anlässen immer präsent zu sein. Schließlich nehme nicht nur das Pensum vor den Heringstagen zu, auch der traditionelle Weihnachtsbasar erfordere einiges an Anstrengung und Organisation. Aber auch wenn die Gruppe aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden möchte, wird sie nicht vollkommen aufhören zu existieren. Im kleinen Kreis will man weitermachen, ohne feste Termine, ohne konkrete Zusagen. Größter Profiteur: der Kappeling. "Den basteln wir weiter", verspricht Gisela Windmann. Immerhin gebe es nach wie vor viele Urlauber, die den Stoff-Fisch mit dem fröhlichen Gesicht als Souvenir mit nach Hause nehmen. Die nächste Gelegenheit, einen zu erstehen, ergibt sich am kommenden Donnerstag. Die vorerst letzte: vier Tage später.

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