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Lesung in der Stadtbücherei : Leseduo startet in die neue Saison

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Monika Jenner und Angelika Baron präsentieren Texte auf Hoch- und Plattdeutsch. Die erste Veranstaltung beginnt übermorgen mit Satire.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Das Ende der Sommerferien bedeutet für das Kappelner Leseduo zugleich auch den Beginn einer neuen Vorlesesaison. So auch dieses Mal: Am Mittwoch, 3. September, startet um 17 Uhr das Leseduo in der Stadtbüccherei, Schmiedestraße 13, in die neue Saison. Das Thema heißt dann „Das Leben – satirisch gesehen“ mit Werken von Georg Kreisler, Erich Kästner oder Slawomir Mrozek.

„Ich habe schon immer gerne gelesen und auch vorgelesen, das war schon in der Schule so“, sagt Angelika Baron. Die aus Finkenwerder stammende Baron und ihre Mitstreiterin Monika Jenner gestalten abwechselnd jeden ersten Mittwoch im Monat einen Vorleseabend, Baron auf Hochdeutsch, Jenner auf Platt.

Seit dem Jahr 2010 gibt es die Vorlesedamen des Bücherei-Fördervereins „Die Buchstützen“. Ursprünglich waren sie zu dritt, doch im vergangenen Jahr hörte Lili Pausch auf, da wurde aus dem Trio ein Duo. Durchschnittlich 20 Zuhörer kommen jeweils zu den Veranstaltungen von Angelika Baron und Monika Jenner. Jede von ihnen hat ihr eigenes Publikum. Monika Jenner sagt: „Wir werden häufig auf unsere Lesungen angesprochen.“ Auch im Förderverein habe es stets eine gute Resonanz gegeben. Christian Andresen stellvertretender Vorsitzender der Buchstützen geht sogar noch einen Schritt weiter. „Das Vorleseduo stellt mit das Rückgrad der Buchstützen dar. Es erfüllt den Verein mit sehr viel Leben“, so Andresen. Auch bekäme man über die beiden sehr viele Ideen, was man alles anpacken könnte.

Die Vorlesedamen wiederum bekommen so manchen Lektüre-Tipp von ihren Zuhörern. Ein Zeichen, wie sehr sich die Besucher mit den Vorlesungen beschäftigen. Doch in der Regel bleibt es bei Baron und Jenner hängen, ein Programm auf die Beine zustellen. Als Klammer für einen solchen Spätnachmittag dienen entweder die Bücher eines einzigen Autoren oder ein Thema, das mehrere Autoren literarisch bearbeitet haben und das die beiden vielfältig aufbereiten wollen. Auch müssen es nicht immer Geschichten sein, genauso gerne stellen die beiden Gedichte vor. Jenner sagt: „Die Vorarbeiten sind schon alle recht aufwändig. Gerade im Plattdeutschen ist es manchmal schwierig, ein Thema zu finden.“ So gebe es etwa kaum Krimis auf Platt.

Jenner hat von zu Hause aus kein Wort Plattdeutsch gesprochen. Vielmehr hat sie die Sprache im Alter von 25 Jahren gelernt, als sie die Leitung der Sparkassenzweigstelle in Esgrus übernahm. „Da gab es viele Bauern als Kunden, und da war es wichtig platt zu sprechen“, so die heute 68-Jährige. Wichtig ist Monika Jenner, dass Plattdeutsch nicht immer lustig sein muss, sondern dass es auch gute ernste Stücke gibt. Sie will die Sprache und Literatur in ihrer ganzen Bandbreite präsentieren. Angelika Baron stimmt ihr zu: „Unsere Stücke haben nicht immer ein Happy End, doch das kann genau so bewegend sein.“

Ideen für ihren Lesestoff bekommen die beiden auch mal durch Bücher auf dem Grabbeltisch einer Buchhandlung oder Lektüre vom Flohmarkt. Seinen Zuhörern will das Leseduo auch Qualität bieten. Daher lesen sich Jenner und Baron im Vorfeld ihre Texte gegenseitig vor. Dann könne man einander sagen, worauf man verzichten oder was man an einer anderen Stelle bringen sollte. „Das ist wichtig. Einem selbst fehlt dazu die Objektivität“, sagt Baron.

Von ihren Vorlesetexten haben die beiden klare Vorstellungen. Monika Jenner betont: „Die Passagen dürfen nicht langatmig sein, sie dürfen keine langen Beschreibungen haben, und Zitate sind ganz wichtig.“ Von Bedeutung sei auch, dass die Zuhörer schnell in die Handlung der Geschichte hineinfänden. Doch schreiben Baron und Jenner schon im Vorfeld ihre eigenen Überbrückungstexte, die die einzelnen Buchauszüge verbinden sollen.

Damit ihre Zuhörer vom Alltag abschalten können, dekorieren Jenner und Baron die Stadtbücherei mit Blumen, und Kerzen. Auch Plätzchen und Wasser werden für den Vorlesenachmittag bereit gestellt. Wenn dann diese Wohlfühlatmosphäre da ist, kann es sein, dass die Zuhörer mit Baron und Jenner auf Reisen gehen in reale oder fantastische Welten. Angelika Baron sagt dazu: „Ganz viele Zuhörer schließen die Augen und versinken in die Dinge, die wir ihnen vorlesen.“ Vorlesen kann auch erwachsenen Menschen sehr viel geben.

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