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Kappelner Innenstadt : Leerstand ist „nicht besorgniserregend“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Knapp sieben Prozent der Geschäfte sind nicht belegt. Vor zehn Jahren war die Situation erheblich problematischer.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 07:30 Uhr

Während in Schleswig die Hertie-Ruine weiter vor sich hin verfällt und das Entree der Stadt in zweifelhaftes Licht taucht, scheint in Kappeln ein gänzlich anderes Flair zu herrschen. Zumindest sagt Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), in überzeugendem Tonfall: „Der Leerstand in der Innenstadt ist absolut nicht besorgniserregend.“

Und van Schöll muss es wissen, immerhin pflegt er in regelmäßigen Abständen eine Übersicht zum Thema, letzter Stand: gestern, 26. Januar. Darin listet er derzeit 21 Flächen auf, die sich auf die Innenstadt sowie die Bereiche Ellenberg, Loitmark und Mehlbydiek verteilen. Dass ihm leerstehende Flächen gemeldet werden, ist jedoch in der Regel kaum der Fall. „Aber ich laufe mit offenen Augen durch die Stadt“, sagt van Schöll. Dabei sei ihm aufgefallen, dass Kappeln im Vergleich mit anderen Städten eben keinen auffallenden Leerstand zu verzeichnen habe. „In der Fußgängerzone haben wir einen Leerstand von etwas mehr als sechs Prozent der Betriebe“, sagt der WTK-Geschäftsführer. „Kritisch wird es bei 15 Prozent.“ Und den Großteil dieser sechs Prozent mache ohnehin die Stadtpassage aus, die allerdings im Laufe des Jahres umgebaut werden soll. Vor einigen Jahren sah das anders aus. „Es liegt vielleicht zehn, 15 Jahre zurück, da hatten wir erhebliche Probleme in der Jöns-Hof-Passage“, erinnert sich Jürgen van Schöll. Damals seien etliche Mietverträge ausgelaufen – „es war chaotisch, weil es keine Nachmieter gab“. Heute wird der WTK-Chef auch mit Blick auf die freien Fläche etwa in Mehlbydiek wenig nervös. „Dabei handelt es sich um Gebiete, die etwas weiter nach hinten verrückt liegen“, sagt er. „Das fällt im Gesamtbild kaum auf.“ Ein Umstand, der an der Tatsache des Leerstandes zwar nichts ändert, auf Besucher des Gewerbegebietes aber weniger abschreckend wirkt, als wenn das leere Gebäude direkt an der Einfallstraße stünde.

Hauptflaniermeile bleibt nach Einschätzung van Schölls die Verbindung Schmiedestraße, Poststraße bis zum Hafen. Schwerer hat es da die Mühlenstraße. „Durch die Wohnbebauung zwischendrin ist es einfach nicht die Einkaufsstraße schlechthin“, sagt van Schöll. Erschwerend komme, so empfindet es der WTK-Geschäftsführer, der Deekelsenplatz als „optische Sperre“ hinzu. „Mein Wunsch ist es schon lange, den Platz offener zu gestalten, um eine einladende Verbindung zu Quer- und Mühlenstraße zu erhalten“, sagt er.

Grundsätzlich aber glaubt er, dass attraktive Veranstaltungen ein echter Anziehungspunkt für mehr Besucher und daher auch mehr Kunden sein können. „Es ist wichtig, die Menschen an Kappeln zu binden“, so van Schöll. „Dann profitieren davon auch Geschäfte in B-Lage.“

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