Lebensgefahr: Eisdecken sind noch viel zu dünn

Das flache Wasser auf dem Thorsberger Moor friert viel schneller zu als das von Seen und Teichen. Nachdem Kai Riemann (r.) die Eisdicke geprüft hatte, wagte sich Familie Lockwald  auf die Fläche. Dennoch warnen Sicherheitskräfte, dass noch kein See frei gegeben ist. Foto: spa
Das flache Wasser auf dem Thorsberger Moor friert viel schneller zu als das von Seen und Teichen. Nachdem Kai Riemann (r.) die Eisdicke geprüft hatte, wagte sich Familie Lockwald auf die Fläche. Dennoch warnen Sicherheitskräfte, dass noch kein See frei gegeben ist. Foto: spa

Lang anhaltende Kälte ist nötig, damit die Seen der Region eine tragfähige Eisschicht bilden können. Bislang sind keine Flächen freigegeben - dazu sollte das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein.

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09. Januar 2009, 10:06 Uhr

Süderbrarup | Bei anhaltend eisigen Minustemperaturen juckt es Schlittschuhläufer in den Kufen. Doch bisher haben Feuerwehren und Bürgermeister noch keine Eisflächen freigegeben.

Das gilt auch für das Thorsberger Moor. Da dessen Oberfläche derzeit hart gefroren ist und nicht die Gefahr birgt, in ein Gewässer einzubrechen, hat Familie Lockwald sich einen Teil des Moors dennoch zum Schlittschuhlaufen präpariert, nachdem Kai Riemann, ein Freund der Lockwalds, das Eis ausgiebig geprüft hatte. "Wir haben ganze drei Stunden Schnee beiseite geschoben", sagte Ines Lockwald.

Das Eis auf dem Moor ist wohl neben einigen Überschwemmungsflächen auf Weiden, eine der wenigen Eisflächen in der Region, die zur Zeit scheinbar gefahrlos betreten werden können. Vor dem Betreten des Eises von Seen und Feuerlöschteichen wird aber nach wie vor eindringlich gewarnt, denn das Eis ist noch zu dünn.

Süderbrarups Wehrführer Claus-Dieter Schroeder bestätigte auf Anfrage, dass die Wasserfläche im Thorsberger Moor nur rund 40 Zentimeter betrage und daher rasch zufriere. Schroeder schloss sich jedoch den Warnungen an und bekräftigte: "Noch ist nichts freigegeben."

Ähnlich äußerte sich Martin Knackstedt, Wehrführer der Feuerwehr Steinfeld, deren Gerätehaus direkt neben dem Dorfteich liegt. Bereits am Dienstag sei die Wasserzufuhr in den Teich gestoppt worden. Dadurch erhoffe man sich, dass, sofern die Temperaturen weiterhin auch tagsüber unter Null blieben, der Teich am Wochenende freigegeben werden könne. Am Sonnabend werde die Feuerwehr das Eis prüfen und dann, je nach Eisdicke, den See zum Betreten freigeben.

Die Eisschicht auf den Wasserflächen in Scheggerott, ließ Bürgermeister Hartwig Callsen verlauten, seien noch nicht dick genug. Und auch der Lyskjäersee brauche noch anhaltende Kälte, um tragfähiges Eis zu bilden.

Eine Faustregel der Sicherheitskräfte lautet, dass es mindestens zwei Wochen lang nachts unter zehn Grad minus kalt gewesen sein sollte und das Eis mindestens eine Stärke von gut 15 Zentimeter bei stehenden Gewässern und 18 Zentimeter bei fließenden Gewässern aufweisen müsse. Allerdings sei auch dann immer noch besondere Vorsicht geboten, da Zuflüsse oder Strömungen oder die besonderen Verhältnisse an Brücken und Steganlagen Grund für stellenweise dünneres Eis sein können.

Die Möglichkeit, auf der Schlei Schlittschuh zu fahren, sieht Borens Bürgermeister Thomas Detlefsen noch in weiter Ferne. Bevor dort gefahren werden kann, müssten die Ortswehrführer das Eis zunächst freigeben. Sein Ratschlag für ungeduldige Winterwetter-Fans: Sich zunächst im Schnee zu tummeln und bis auf weiteres auf den Schlitten umzusteigen und so die Wartezeit zu überbrücken.

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